DAX schwächelt – doch es gibt Alternativen

Nach der vergangenen Börsenwoche erwarten Analysten, dass sich die Seitwärtsbewegung an den internationalen Aktienmärkten weiter fortsetzt. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Nach der vergangenen schwachen Börsenwoche – der deutsche Leitindex DAX fiel im Wochenvergleich um gut 2% – erwarten Analysten, dass sich die seit fast 1 Monat andauernde Seitwärtsbewegung an den internationalen Aktienmärkten weiter fortsetzt.

Zwar wird mit Spannung auf die morgige Parlamentswahl in Griechenland geblickt:

Laut letzten Umfragen liefert sich die linke Syriza-Partei vom zurückgetretenen Premier Alexis Tsipras mit der konservativen Nea Dimokratia (ND) ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen.

Doch je nach Wahlausgang droht hier eine schleppende Regierungsbildung, die sich negativ auf die Börse auswirken kann.

Die Entscheidung der US-Notenbank

Eher negativ als positiv reagieren die Anleger auch auf die Entscheidung der US-Notenbank Fed, den Leitzins zunächst nicht zu erhöhen.

V. a. die Ausführungen von Notenbank-Chefin Janet Yellen verstärken die Sorgen über den Zustand der Weltwirtschaft: „Ein Großteil unserer Aufmerksamkeit lag auf Risiken rund um China und die Schwellenländer.“

Zwar betonte Yellen, dass die große Mehrheit der Notenbanker noch dieses Jahr handeln möchte.

Die Zinswende könnte also auch im Oktober kommen, „doch Sicherheit“, so Yellen, „kann es nicht geben.“ Und so lastet auch diese Unsicherheit über die künftigen Zinsschritte der Fed weiterhin auf den Aktienmärkten.

Für Kursbewegung können kommende Woche die europäischen Einkaufsmanager-Indizes am Mittwoch sowie der Ifo-Geschäftsklima-Index am Donnerstag sorgen.

Sie stellen wichtige Indikatoren für die aktuelle Stimmungslage im Euro-Raum und in Deutschland dar. Analysten erwarten hier einen deutlichen Rückgang.

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Gesucht sind alternative Anlagestrategien

Angesichts dieser verhaltenen Aussichten suchen Anleger immer stärker nach alternativen Strategien. Als eine überaus erfolgreiche Strategie erwies sich in den vergangenen Jahren die sogenannte Rückkauf-Strategie.

Dabei investieren Anleger ausschließlich in Unternehmen, die ihre eigenen Aktien zurückkaufen und vernichten.

Warum ist das für Aktionäre so lohnend? Ganz einfach: Die Unternehmen stärken durch den Aktienrückkauf die Nachfrage und den Kursverlauf der eigenen Aktie.

Durch die Vernichtung der zurückgekauften Aktien sinkt die Gesamtzahl der Aktien – jede Aktie gewinnt also automatisch an Wert, denn sowohl der Unternehmens-Gewinn als auch die Dividendensumme werden auf weniger Aktien verteilt.

Verringert ein Unternehmen beispielsweise seine Aktienzahl um 10% von 100 Mio. auf 90 Mio. Aktien, so steigt bei gleichbleibender Dividendensumme die Dividende je Aktie direkt um 12,5%.

Schließlich sorgen auch diese spürbaren Vorteile für eine deutlich steigende Nachfrage. So klettert der Aktienkurs immer weiter nach oben.

Kurse von Aktienrückkäufern steigen deutlich stärker als der Markt

In den vergangenen drei Jahren ist der S&P 500 Buyback Index, der die 100 US-Unternehmen mit den größten Rückkauf-Programmen umfasst, deutlich besser gelaufen als der Vergleichsindex S&P 500.

Während sich der Buyback-Index (zu deutsch: „Rückkauf-Index“) um über 66% verbesserte, schnitt der US-amerikanische Leitindex S&P 500 mit einem Plus von 44% deutlich schlechter ab.

Die größten Renditen erzielt man freilich, wenn man auch bei der Auswahl der Aktienrückkäufer strenge Kriterien anwendet.


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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.