Dax schwächelt weiter

Nach dem deutlichen Rücksetzer vom Dienstag ging es für den Dax auch am Mittwoch weiter abwärts, allerdings in gedrosseltem Tempo. Mit einem Minus von 0,5 Prozent fiel der Leitindex weich und landete unterm Strich bei 11.923 Punkten.

Für die gedämpfte Stimmung am Parkett war vor allem die US-Notenbank Federal Reserve verantwortlich, die am Abend über ihr weiteres Zinsvorgehen beraten sollte. Inzwischen ist klar: Allmählich stellt Fed-Chefin Janet Yellen die Weichen für eine Zinsanhebung, die nun im Frühsommer erfolgen könnte.

Im Vorfeld dieser Entscheidung war in Frankfurt am Parkett Zurückhaltung angesagt, im Gegensatz zu den Straßen, wo Demonstrationen des „Blockupy“-Bündnisses sowie weiterer kapitalismuskritischer Organisationen zum Teil dramatisch eskalierten.

Anlass für die Protestkundgebungen war die Eröffnung der neuen EZB-Zentrale im Zentrum der Finanzmetropole. Wenngleich die überwiegende Mehrheit der Demonstranten friedlich protestierte, werden sich von diesem Tag wohl vor allem die Bilder der brennenden Bereitschaftswagen der Polizei ins Gedächtnis prägen.

Automobilwerte weit abgeschlagen

An der Börse gerieten unterdessen vor allem Automobilwerte unter Beschuss. BMW bildete mit einem Abschlag von 4,2 Prozent mit einigem Abstand das Schlusslicht im Dax. Zuvor hatten die Bayern ihre Jahresbilanz für 2014 vorgelegt.

Das Vorsteuerergebnis konnte demnach zwar um mehr als 10 Prozent gesteigert werden auf 8,7 Milliarden Euro, doch die eher vorsichtige Prognose für das neue Geschäftsjahr verschreckte viele Anleger.

Zwar wird weiteres Wachstum angestrebt, doch die Kennzahlen reichen den Aktionären offenbar nicht aus. Stattdessen machten viele Kasse und nahmen die Gewinne bei den Konkurrenten Volkswagen und Daimler gleich auch noch mit.

Deren Papiere rutschten um 3,2 beziehungsweise 2 Prozent in die Verlustzone und gehörten damit ebenfalls zu den schwächsten Dax-Titeln des Tages. Zulieferer Continental bildete keine Ausnahme, die Aktie verbilligte sich um 2,7 Prozent.

Überraschende Tagessieger

Trotz der zweitägigen Pilotenstreiks waren Lufthansa-Papiere nach anfänglichen Schwierigkeiten im späten Handel gefragt und konnten sich mit einem Plus von 1,2 Prozent unter den Top-Werten des Dax positionieren.

Zuvor war bekanntgeworden, dass zumindest im Cargo-Bereich am Donnerstag keine Flüge ausfallen sollen. Allerdings werden Langstreckenflüge von den Arbeitsniederlegungen betroffen sein.

Überraschende Spitzenreiter waren die zuletzt oftmals verschmähten Energieriesen. RWE eroberte souverän die Dax-Spitze mit einem Plus von 3,7 Prozent.

Gerüchten zufolge soll ein arabischer Investor Interesse an einem Einstieg bei RWE gezeigt haben. Von Konzernseite aus wurden lediglich Gespräche bestätigt, die zu einer Kooperation führen könnten. Konkrete Vereinbarungen gebe es bislang aber nicht.

Die Aktie des Konkurrenten Eon wurde mit nach oben gezogen und schaffte einen Tagesgewinn von 1,2 Prozent.

19. März 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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