DAX: September wie erwartet – was bringt uns der Oktober?

Puh! Den aus statistischer Sicht übelsten Monat eines Kalenderjahres haben wir überstanden. Und ja:

Der September 2015 wurde seiner Rolle vollkommen gerecht! Der DAX 30 büßte gegenüber dem Schlusstand vom August -5,84% ein.

In meiner Datenbank halte ich die Monatsschlusskurse und damit zugleich monatlichen Veränderungen des deutschen Leitindex seit Februar 1960 nach. Die von mir verwendeten Daten vor 1988 sind natürlich zurückgerechnet:

Schließlich wurde der DAX erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Es gab ihn – unter anderem Namen – allerdings schon vorher: Die Kurs-Historie des Börsen-Zeitung-Index reicht bis ins Jahr 1959 zurück.

September: Übelster Monat des Jahres

Doch warum ist der September der übelste Monat des Kalenderjahres? Nun: In den zurückliegenden 56 Jahren gab es nur 22x eine positive Veränderung gegenüber August.

34x hingegen endete der neunte Monat des Jahres im Minus. 22 zu 34 entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 39,29% für einen erfreulichen September.

Das klingt eigentlich gar nicht so dramatisch. Der Vergleich mit dem zweitschlechtesten und dem besten Kalendermonat macht indes den Unterschied deutlich: 46,43% (26x Plus : 30x Minus) für den Juni und 65,45% (36:19) für den Januar.

Auch das Minus in diesem September (-5,84%) lag nahe dem statistischen Mittel von -5,37% bei einem negativen Verlauf. Und es ist ein recht moderater Wert, wenn wir es mit dem heftigsten Kursrückgang in einem September von -25,42% (im Jahr 2002) vergleichen.

Was bringt der Oktober aus statistischer Sicht?

Welchen Verlauf können wir aus statistischer Sicht nun für den heute begonnenen Oktober erwarten?

Zunächst einmal belegt der zehnte Monat des Jahres in Bezug auf die durchschnittliche Gesamtperformance mit +0,79% den 8. Rang und somit den letzten Platz im zweiten Drittel.

Mit 32 Plus- zu 23 Minus-Monaten liegt die Wahrscheinlichkeit für einen positiven Verlauf bei 58,18%. Das ist alles nicht sonderlich gut, aber auch nicht richtig schlecht. Allerdings:

Wenn runter, dann richtig!

Wenn der Oktober abwärts tendierte, dann ging es meist „richtig zur Sache“: Der Durchschnitt der Abwärts-Monate liegt bei -5,27%. Das ist nach -5,6% für den August und -5,37% für den September das drittschlechteste Resultat aller 12 Kalendermonate.

Ein positives Ende für den diesjährigen Oktober wäre mithin wünschenswert.

Den massivsten DAX-Rückgang in einem Oktober sahen wir übrigens im Rahmen des Aktienmarkt-Crashs im Jahr 1987: Das Minus von -21,52% war für einen Zeitzeugen wie mich das Börsenereignis, das sich am tiefsten ins Bewusstsein eingegraben hat.

1. Oktober 2015

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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