DAX setzt Erholung fort – so geht es weiter

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Der DAX setzt nach einer kurzen Verschnaufpause seine Erholungsbewegung fort. Die Chancen für weitere Kurssteigerungen stehen gut. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Am heutigen Vormittag ist der DAX auf den höchsten Stand seit dem 10. März gestiegen. Nach einer kurzen Verschnaufpause scheint sich die Erholung fortzusetzen. Ich möchte Ihnen heute eine aktuelle Bestandsaufnahme geben und einen Blick auf die weiteren charttechnischen Perspektiven werfen.

Horrornachrichten sorgen nur für moderate Einbußen

In meinem gestrigen Wochenausblick hatte ich Ihnen schon geschrieben, dass die Aktienmärkte die Horrornachrichten der vergangenen Handelswoche erstaunlich gut verkraftet haben.

Denken Sie an den beispiellosen Crash am Ölmarkt, wo der Preis für den Mai-Future der US-Ölsorte WTI zeitweise deutlich in den negativen Bereich abrutschte. Oder an den Ifo-Index, der im April nicht nur den größten monatlichen Rückgang seiner Geschichte verzeichnete, sondern mit 74,3 Punkten auch den niedrigsten jemals gemessenen Wert erreichte.

All das sorgte in der vergangenen Woche zwar für rückläufige Notierungen. Ein größerer Kursrutsch blieb jedoch aus. Der DAX büßte auf Wochensicht knapp 3% ein. Die US-Indizes zeigten sich sogar noch deutlich robuster.

Pessimismus überwiegt – ein positives Zeichen

Angesichts solcher Horrornachrichten ist es schon bemerkenswert, dass die Aktienmärkte nicht stärker eingebrochen sind. Das ist ein positives Zeichen. Denn die vergleichsweise robuste Entwicklung deutet darauf hin, dass die Pessimisten, die mit einem neuerlichen Rückschlag rechnen, bereits verkauft haben. Entsprechend gering ist der Verkaufsdruck.

Nach wie vor erwarten viele Experten eine zweite Abwärtswelle, bei der möglicherweise sogar nochmals neue Tiefs erreicht werden. Auch ich hatte dieses Szenario natürlich auf dem Schirm. Inzwischen halte ich diese Variante aber für relativ unwahrscheinlich. Denn an der Börse passiert in der Regel nicht das, was die Mehrheit erwartet. Mittlerweile deutet immer mehr darauf hin, dass wir die Tiefs bereits Mitte März gesehen haben.

Darauf lassen beispielsweise die Stimmungsindikatoren schließen. Trotz der jüngsten – doch recht kräftigen – Erholung überwiegt nach wie vor ganz klar der Pessimismus. In den USA sind nur 25% der Privatanleger optimistisch. Eine Woche zuvor waren es noch 35%. Viele Anleger stehen also noch an der Seitenlinie und können die Kurse als Käufer von morgen weiter antreiben.

DAX setzt die Erholung fort

Jetzt aber zur Charttechnik. Der DAX hatte Mitte April sein vorläufiges Erholungshoch bei 10.820 Punkten erreicht und war seitdem zwischen 10.800 und 10.200 Zählern seitwärts gependelt. Heute markierte der Index neue Verlaufshochs. Gelingt der nachhaltige Ausbruch über die bisherigen Höchststände, geht der kurzfristige Aufwärtstrend in die nächste Runde. In diesem Fall sind relativ schnell Notierungen zwischen 11.400 und 11.600 Punkten realistisch.

Das kurzfristig positive Szenario wird hinfällig, sollte die zentrale Haltezone zwischen 10.100 und 10.200 Punkten gebrochen werden. Ein Rutsch unter die runde 10.000er-Marke könnte zunächst nochmals einen deutlicheren Rückgang auslösen. In diesem Fall sollte man zumindest einen Rückgang in den Bereich zwischen 9.300 und 9.500 Zählern einkalkulieren.

Im Augenblick spricht aber viel für eine weitere Erholung. Dennoch sollten Sie als Anleger vorsichtig bleiben und eine ordentliche Cashposition in der Hinterhand behalten. Eine nachhaltige Bodenbildung wird nämlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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