DAX: So sollte es nach dem Rücksetzer weitergehen

Fassen wir noch einmal kurz die Ergebnisse meiner gestrigen DAX-Analyse zusammen:

Die Bauchschmerzen, die mir das eigentlich starke Kaufsignal des 50-Tage-Momentums vor 18 Tagen bereitete, haben sich als zutreffend erwiesen:

Der Anstieg des Indikators über eine 23 Monate andauernde Widerstands-Linie hielt nicht lange an.

Inzwischen ist der Schwung-Indikator von oben auf die Widerstands-Linie zurückgefallen.

Somit könnte sich das Kaufsignal nun als Bullenfalle entpuppen, wenn das Momentum weiter abwärts gleitet.

Falls es so kommt, sollten Sie eine Vorstellung davon haben, welches Kursziel der DAX dann anvisieren könnte. Diese Analyse hatte ich Ihnen für heute angekündigt.

Falls Sie mit den Besonderheiten der anschließend noch einmal vorgestellten Analyse-Technik bereits aus früheren Beiträgen vertraut sind, können Sie den folgenden Abschnitt auch überspringen.

Analyse mit der 200-Tage-Linie-Kanal-Technik

Als ausgesprochen hilfreiches Werkzeug hat sich die 200-Tage-Linie-Kanal-Technik erwiesen.

Der Gleitende Durchschnitt über diesen Zeitraum von etwa 10 Monaten (200 Handelstage = rund 40 Wochen) zeigt Ihnen bekanntlich den langfristigen Trend eines Marktes an.

Die 200-Tage-Linie errechnet sich aus dem Durchschnitt der jeweils letzten 200 Schlusskurse.

Mit jedem neuen Handelstag fällt der älteste weg – daher die Bezeichnung „Gleitender Durchschnitt“ (oder GD200).

Für die Analyse werden „Kanäle“ in einem prozentualen Abstand um die 200-Tage-Linie gezogen.

Ziel dieser „Technik“ ist es, die Kanäle so zu platzieren, dass möglichst viele Berührungspunkte mit den Zwischenhochs- und -tiefs des Index-Verlaufes gefunden werden.

Die aktuelle Chartsituation

Kommen wir nun also zum Chart des DAX mit seinen 200-Tage-Linie-Kanälen.

dax_14-11-2017

DAX: Pendeln zwischen 5,0%- und 7,5%-Kanal? 

Sie sehen es selbst:

Zeitgleich mit dem oben genannten Kaufsignal des 50-Tage-Momentums konnte der deutsche Leitindex die Oberseite des 7,5%-Kanals überwinden (blauer Kreis).

Üblicherweise dürfen Sie dann mittelfristig mit einem weiteren Anstieg in Richtung des darüber liegenden Randes des 12,5%-Kanals rechnen.

Der gelbe Kreis markiert eine für diese Situation typische Entwicklung:

Der Index kehrt noch einmal an die zuvor durchbrochene Linie zurück oder zumindest in deren Nähe. In der Charttechnik bezeichnen wir dieses Verhalten als Pull-Back.

Die Chance auf einen solchen Pull-Back hat sich der DAX indes selbst „vermasselt“: Der Index rauschte ohne großes Federlesen wieder in den 7,5%-Kanal zurück.

Aufwärtstrend beendet

Wie Sie ebenfalls sehen, ist die Aufwärts-Trendlinie seit August dieses Jahres mit dem gestrigen Handelstag klar durchschlagen worden. Das signalisiert Ihnen:

Der DAX ist erst einmal aus seinem Aufwärts-Modus raus!

Wahrscheinlich wäre nun ein Pull-Back an die durchbrochene Aufwärtstrend-Linie, die zudem recht nah an der Oberseite des 7,5%-Kanals liegt.

Für diese Entwicklung spricht das DAX-Verhalten am Montag: Von dem anfänglichen Kursrückgang um 167 Punkte wurden im Sitzungs-Verlauf 114 Zähler wieder wettgemacht.

Fazit

Wie Sie im Chart sehen, schloss der Leitindex knapp oberhalb der – genau – Oberseite des 5%-Kanals.

Dieser Kanal hat erst seit dem Sommer 2017 durch diverse Berührungspunkte mit dem DAX an Bedeutung gewonnen.

Das beschriebene Pull-Back-Szenario hat derzeit also die größte Wahrscheinlichkeit.

Hinzu kommt: Am kommenden Freitag haben wir einen „kleinen“ Verfallstag vor der Brust.

Für diesen Termin zeichnet sich aufgrund der bestehenden Options-Positionen eine Bandbreite im DAX von etwa 13.000 bis 13.300 Punkten ab.

Auch das würde ganz gut zum Pull-Back-Szenario passen, da der 7,5%-Kanal derzeit bei 13.346 Punkten notiert.

14. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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