DAX: Steigende Kurse instabil – Setzen Sie auf Puts

Der DAX hat die 6.000 Punkte zurückerobert.

Ein positives Zeichen.

Kursgewinne werden aber von deutlich weniger Umsatz begleitet, als Kursverluste.

Das ist ein sehr kritisch zu bewertendes Signal. Steigende Kurse sind noch instabil.

Diese Information liefert die Charttechnik, speziell der Volumen-Chart des DAX, dargestellt durch sogenannte Kerzen.

Charttechnik: Volumenchart

Der Volumen-Chart ist ein wichtiges Instrument der Charttechnik und dient zur Erweiterung der Chartanalyse.

So haben Kursbewegungen, die unter hohem Umsatzvolumen stattfinden, eine weit größere Bedeutung, als wenn diese durch niedrige Umsätze stattfinden.

Charttechnik: Volumen-Chart des DAX seit 2008

Der folgende Volumen-Chart zeigt den DAX seit 2008. Jede Kerze steht für die Kursentwicklung eines Monats.

Je breiter die Kerze, desto höher war der Umsatz. Dünne Kerzen stehen für sehr niedrige Umsätze.

Charttechnik des DAX:

Umsatz bei Kursgewinnen halb so hoch wie bei Kursverlusten

Chart

„Charttechnik erstellt mit tradesignal“

Ich habe im Chart zwei waagerechte Linien eingezeichnet. Eine kennzeichnet das Jahr 2008, die andere das Jahr 2009.

Charttechnik:

Umsatz im Crash doppelt so hoch wie Umsatz in der Kursrally

Wenn Sie ein Lineal an Ihren Bildschirm legen, sehen Sie, dass das Jahr 2008 etwa doppelt so breit dargestellt ist, wie das Jahr 2009. Beide Jahre haben aber je 12 Kerzen.

Die einfach Schlussfolgerung: Der Umsatz im Abwärtstrend war etwa doppelt so hoch, wie der im Aufwärtstrend seit Anfang 2009.

Charttechnik: Steigende Kurse instabil

Im Jahr 2010 sehen Sie rechts am Chart drei Kerzen. Auch hier ist die rote Abwärtskerze weit dicker, als die weiße Aufwärtskerze.

Natürlich ist die letzte Kerze, rechts am Chartrand (steht für März 2010), noch nicht abschließend aussagekräftig.

Denn im März wird es noch Umsätze geben. Aber der Trend zeichnet sich ab. Runter geht es mit mehr Umsatz als rauf.

Charttechnik:

Volumen-Chart des DAX mahnt zur Vorsicht

Im Januar habe ich geschrieben:

„Es bleibt nun abzuwarten, ob der Kursausbruch ab der kommenden Woche unter hohen Umsätzen bestätigt wird. Denn typischerweise ziehen die Umsätze an den Börsen in der zweiten Kalenderwoche eines Jahres deutlich an. Dann steigen institutionelle Händler wieder in den Markt ein.“

Im Januar lautete mein Fazit: Die jüngsten Kursgewinne des DAX sind auf dünnem Eis gebaut.“

Nach diesem Kommentar im Januar folgte der deutliche Kursrücksetzer. Der DAX verlor rund 10%. Jetzt haben wir eine ähnliche Situation. Steigende Kurse unter geringen Umsätzen. Die Charttechnik mahnt also erneut zur Vorsicht.

Leser des Optionen-Profi sind vorbereitet

Im Depot des Optionen-Profi halten wir Puts auf den DAX und auf den Bankensektor. Die Investition mit Puts auf den Bankensektor haben wir gestern ausgebaut.

Zum guten Schluss erinnere ich an den heutigen Tag. Es ist Hexensabbat, der dreifache Verfallstag an den Börsen.

Kursbewegungen rund um diesen Verfallstag sind oft von institutionellen Händlern durch gezielte Orders herbeigeführt. Sie haben wenig Aussagekraft.

Es muss sich zeigen, ob der DAX ab der nächsten Woche – unter hohen Umsätzen – die 6.000-Punkte-Marke verteidigen kann.

Ich wünsche Ihnen an diesem Wochenende einen wunderschönen Frühlingsanfang mit Frühlingswette.

Und vergessen Sie es nicht. Aktuell sind steigende Kurse zu instabil, um langfristig auf sie zu setzen.

19. März 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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