Dax tastet sich an 10.000er-Schwelle heran

Vorsichtig tastet sich der Dax dieser Tage wieder an die 10.000er-Schwelle heran. Am Dienstag setzte sich der Erholungskurs fort, wenn auch in gedrosseltem Tempo. Am Ende ging der Leitindex 0,9 Prozent fester aus dem Handel bei 9.902 Zählern.

Bangen um die Konjunktur, Hoffen auf die Notenbanken

Das Umfeld ist schwierig: Einerseits lahmt die Konjunkturentwicklung in China, der Euro-Zone und teilweise auch den USA. Andererseits verspricht das eine mittelfristig weiter sprudelnde Geldflut seitens der Notenbanken.

Die weit geöffneten Geldschleusen und die niedrigen Leitzinsen sorgen bereits seit Jahren für eine Rally am Aktienmarkt. Alternative Anlageformen erscheinen schlichtweg kaum lukrativ. Und so wie die konjunkturelle Lage derzeit aussieht, könnte es auch noch eine Weile so weitergehen.

Gesundheitswerte im Minus

Die Bayer-Kunststoffsparte Covestro wurde bei ihrem Börsengang am Parkett freudig begrüßt und konnte gleich zum Start rund 10 Prozent zulegen. Bayer selbst verzeichnete im Dax jedoch leichte Abschläge von 0,1 Prozent und rutschte damit ans untere Ende der Einzelwerte.

Mit Merck und Fresenius fanden sich auch weitere Gesundheitstitel in der Verlustzone wieder, die Abschläge lagen hier bei 0,4 beziehungsweise 0,7 Prozent.

Die rote Laterne ging mit einigem Abstand an RWE, die Aktie des Energiekonzerns gab um 1,9 Prozent nach. Konkurrent Eon schaffte hingegen ein Plus von 1,8 Prozent und zählte damit zu den stärksten Werten im Dax.

Autokonzerne auf Erholungskurs

Weit oben platzierten sich auch die zuletzt geschassten Automobilwerte. Volkswagen eroberte die Dax-Spitze und legte um 3,8 Prozent zu, gefolgt von Daimler, dessen Papiere um 2,5 Prozent vorrückten. Zulieferer Continental und Premiumhersteller BMW konnten ebenfalls aufholen, ihre Kurse stiegen um 1,5 und 1,3 Prozent.

Bei Volkswagen stehen allerdings noch harte Einschnitte bevor. Nach dem Wechsel des Managements und mittlerweile laufenden Ermittlungen in diversen Ländern rollen hohe Kosten auf das Unternehmen zu.

Angesichts des dramatischen Kursrückgangs seit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen suchten zwar einige Schnäppchenjäger den Wiedereinstieg, doch die Krise ist noch längst nicht ausgestanden und weitere Rückschläge durchaus wahrscheinlich.

7. Oktober 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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