Dax tastet sich weiter ins Minus

Es herrscht dieser Tage große Verunsicherung am Parkett. Wohin geht die Reise? Niemand will sich diesbezüglich zu weit aus dem Fenster lehnen.

China und Fed lähmen die Märkte

Einerseits schlägt den Anlegern das Beben in China aufs Gemüt – die Auswirkungen des dortigen Börsencrashs und der heftigen Währungsabwertung waren rund um den Globus an den Märkten zu spüren.

Allein am Dienstag verlor der Leitindex in Shanghai erneut 6 Prozent, nachdem der Yuan im Verhältnis zum Dollar weiter abgestürzt war. Insgesamt muss man sich wohl auf einen deutlich schwächeren Konjunkturmotor einstellen.

Andererseits herrscht Unklarheit über die US-Zinswende. Dass sie kommen wird, ist inzwischen zwar allen klar, doch über dem Zeitpunkt stehen nach wie vor viele Fragezeichen.

Hatte zunächst vieles auf September hingedeutet, scheinen schwächere Konjunkturdaten der letzten Tage eher auf eine spätere Anhebung hinzuweisen. Bislang allerdings ist das alles Spekulation. Die Fed-Protokolle, die möglicherweise neue Indizien zum Zeitplan liefern, werden erst am Mittwochabend veröffentlicht.

Geringe Umsätze, leichte Verluste

In dieser Gemengelage blieben am Dienstag die meisten Anleger an der Seitenlinie. Die wenigen, die sich aufs Parkett wagten, sorgten erst für teils heftige Kursausschläge nach oben und unten – am Ende jedoch schloss der Dax nahezu unverändert mit leichten Verlusten von 0,2 Prozent bei 10.915 Punkten.

Analysten werden mit Blick auf den Kursverlauf inzwischen zunehmend nervös, hat der Dax damit doch zum dritten Mal binnen weniger Tage seine 200-Tage-Linie unterschritten. Derzeit geht es in kleinen Schritten, aber stetig abwärts – größere Gegenbewegungen sind bislang nicht zu erkennen.

Bleiben Kaufimpulse aus, fürchten manche Beobachter angesichts der Großwetterlage einen weiteren Kurssturz. Binnen einer Woche hat der Dax inzwischen fast 6 Prozent verloren. Der Gewinn seit Beginn des Jahres ist auf gerade einmal 11 Prozent zusammengeschrumpft.

Damit ist der Dax von seinem Kurs zum 1. Januar inzwischen genauso weit entfernt wie von seinem Allzeithoch, von dem ihn ebenfalls rund 11 Prozent trennen, allerdings in umgekehrter Richtung.

Analystenstimmen sorgen für Bewegung

Bei den Einzelwerten sorgten am Dienstag vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Spitzenreiter Merck legte nach einer positiven Einschätzung um 2,5 Prozent zu, gefolgt von Fresenius und der Tochter Fresenius Medical Care, deren Papiere um 1,4 und 1,3 Prozent vorrückten.

Am unteren Dax-Ende fand sich das RWE-Papier wieder, nachdem mehrere Analysten ihre Kursziele für die Aktie gesenkt und teilweise Verkaufsempfehlungen ausgesprochen hatten. Der Kurs sackte um 3,3 Prozent ab und war damit schwächster Titel im Dax. Auch Konkurrent Eon verlor 1,3 Prozent und landete damit am unteren Dax-Ende.

Im unteren Mittelfeld platzierten sich einmal mehr auch die Automobilwerte, die vor allem unter der anhaltenden Schwäche der chinesischen Konjunktur zu leiden haben. Die Aktien von Daimler, Volkswagen, Continental und BMW gaben jeweils zwischen 0,7 und 0,9 Prozent nach.

19. August 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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