DAX: Test der Unterstützungen: Es wird enger!

Der DAX testet die Unterstützungen. Worauf Sie jetzt achten müssen, das verrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

In den vergangenen 5 Handelstagen hat der DAX-Index  den Weg nach unten eigeschlagen. Als Hauptgrund wurde der starke Euro im Verhältnis zum US-Dollar ins Feld geführt. Dies würde die exportorientierte Industrie belasten und davon haben wir eine ganze Reihe im DAX-Index.

Die Frage, die ich mir da stelle: „Der Euro ist schon seit einem ganzen Jahr gegenüber dem US-Dollar angestiegen, wieso belastet das gerade jetzt den Markt?“

Die Antwort auf meine Frage bleibt wohl aus. Es sei denn, man ging davon aus, dass die Eurostärke nur von vorübergehender Natur wäre und sie jetzt deutlich zu lang anhält, was sich bald auf die Ergebnisse der deutschen Exporttitel auswirken könnte.

Eine in meinen Augen vage Erklärung für einen DAX-Verlauf, der vielleicht einfach nur charttechnisch korrigiert.

Charttechnisch gibt es Marken, die Sie jetzt beachten sollten!

Schauen wir zunächst auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

GAP vor dem Allzeithoch schnell geschlossen!

Der Tag, an dem der DAX-Index sein bisheriges Allzeithoch markierte, wurde mit einem fulminanten Aufwärts-GAP begonnen (Kurslücke, schwarze Ellipse). Aber schon 1 Handelstag später wurde es im späten Geschäft rasch wieder geschlossen. Das ist die Crux bei den GAP´s. Die Charttechnik lehrt, das eine große Kurslücke in der Regel irgendwann geschlossen wird. Dass dies allerdings so zügig von statten ging, damit hatte keiner so richtig gerechnet.

Aus charttechnischer Sichtweise ist es auch nicht verwunderlich, dass der DAX-Index anschließend noch weiter schwach ging.

Ich habe Ihnen im Chartbild einen ganz kurzfristigen Abwärtstrendkanal eingezeichnet (roter Trendkanal). Dieser ist aktuell zunächst bestimmend. Innerhalb dieses Trendkanals ist der Index nun an eine Unterstützungslinie angelangt (grüne Horizontallinie). Sie liegt bei 13.150 Punkten und hat im Januar bereits mehrfach gehalten.

Ob sie diesmal auch hält, ist nicht vorherzusagen. Aber wichtig ist, sie zu beobachten. Denn ein Bruch dieser Unterstützungslinie hätte weiteres Abwärtspotenzial zur Folge. Im ungünstigsten Falle rutscht der Markt bis auf die nächste festere Unterstützung ab (blaue Horizontallinie). Sie liegt bei 12.750 Punkten.

Aber noch ist es nicht soweit!

Die 13.150er Marke kann auch durchaus noch einmal verteidigt werden. Nur sollte der DAX-Index dann mit einem dynamischen Anstieg sofort in Richtung 13.350 Punkte marschieren, um ein signifikantes Zeichen zu setzen.

Fazit: Kurzfristig Unterstützung bei 13.150 Punkten. Diese Marke beachten.

Wie verändert dies die mittelfristige Perspektive? Blicken wir dazu in den 1-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Markante Wendepunkte

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index ist kein scharf begrenzter Trend auszumachen. Bei genauerem Hinsehen gibt es aber einen Trendkanal, der ausgenommen der beiden Übertreibungen nach oben und unten (rote Zacken) sehr genau befolgt wird (blauer Trendkanal und Kreise).

Innerhalb dieses Trendverlaufs testet der DAX-Index zurzeit die untere Begrenzung. Sie deckt sich mit der schon bekannten horizontalen Unterstützung aus dem Kurzfristchartbild und liegt bei etwa 13.150 Punkten.

Das macht die Sache bei einem eventuellen Bruch der Linie noch brisanter. Denn mit Aufgabe der Unterstützung und gleichzeitiger Verletzung des Trendkanals können Sie davon ausgehen, dass der DAX-Index zumindest die erste Unterstützungszone (obere grüne Trendlinien, schraffierter Bereich) anläuft (roter Pfeil).

Warum das so brisant ist? Durch eine derartige Bewegung könnte sich übergeordnet eine Art Doppeltop herauskristallisieren. Das hätte zur Folge, dass der DAX-Index mit großer Wahrscheinlichkeit auch in die zweite untere Unterstützungszone einlaufen wird. Vom, aktuellen Stand des DAX-Index sind das 900 Punkte Abwärtspotenzial, falls die oben genannten Marken nicht halten.

Auslöser für diese Bewegung könnten sein: Überfällige Korrektur am US-Aktienmarkt und negative Überraschungen der Unternehmensergebnisse in der aktuellen Bilanzsaison.

Aber noch hat der DAX-Index auch die Chance, dies zu vermeiden. Sollte die 13.150er Marke halten und ein dynamischer Tag mit Indexständen in der Region von 13.350 Punkten folgen, dann besteht durchaus die Chance, dass der Index noch eine Weile im blauen Trendkanal verweilt (grüner Pfeil). Das Ziel an der Oberkante wären neue Allzeithochs in der Region um 13.750 Punkte.

Fazit mittelfristig: Gefahr erkannt. Die beiden Unterstützungszonen für mögliche Rückschläge sind klar definiert (schraffierte Zonen). Chance auf neue Höchststände noch nicht vorbei.

Abschließend noch die Analysedes langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Noch kann die Party noch etwas weitergehen, aber es wird deutlich enger!

Zunächst ist klar: Der übergeordnete Langfristtrend ist weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt (blauer Trendkanal). Innerhalb dieses sehr breiten Trendkanals hat der DAX-Index seit 2016 einen steileren mittelfristigen Aufwärtstrendkanal etabliert (grüner Trend).

Diesem ist er an der Unterseite aktuell schon recht nah gekommen. Und genau das ist auch die Gefahr, die es genau zu beobachten gilt. Würde der mittelfristige Aufwärtstrend gebrochen werden, dann muss die Lage neu bewertet werden.

Nach oben besteht Luft bis zur oberen Begrenzung des langfristigen Trendkanals. Das sind aktuell etwa 14.000 Punkte.

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!