DAX tiefer als vor 4 Jahren! Was Sie jetzt unternehmen müssen…

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Ernüchternde Fakten beim DAX! Es gibt jetzt 2 wichtige Marken! Welche und worauf Sie jetzt achten müssen, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Deutsche Börse AG)

Seit 4 Jahren DAX im Minus: ZickZack, JoJo, Achterbahn…suchen Sie sich etwas aus…

Aber ich habe 2 klare Anweisungen für Sie!

Wenn Sie sich den DAX-Verlauf der vergangenen Wochen und Monate anschauen, dann wird es Ihnen schon leicht schwindelig!

Klare Richtungen und einheitliche Kursbewegungen sind Mangelware, der DAX hat auch in der so genannten Sommerpause viel Stress! Die Verursacher sind Ihnen bekannt und ich mag sie schon gar nicht mehr erwähnen!

Die Fragen, die sich alle Anleger stellen, sind diese: Wie geht es jetzt weiter? Crash oder Hausse? Rezession oder Konjunkturverbesserung?

Leider sind die Antworten auf diese Fragen schwerer denn je! Nimmt man die inverse Zinsstrukturkurve in den USA, dann wäre eine Rezession in spätestens 20 Monaten vorprogrammiert. Aber kann man diesmal den Indikator tatsächlich anwenden?

Denn die Zeiten haben sich gewaltig verändert! Die Kurslandschaft wird geprägt durch Populisten und nicht durch harte Fakten.

Wie sonst ist es zu erklären, dass der DAX tiefer als vor 4 Jahren steht, obwohl wir seit 2015 eine gute Konjunktur hatten!

Ja, Sie haben richtig gelesen, seit 4 Jahren haben DAX-Investoren nix verdient. Wenn man die reinvestierten Dividenden herausrechnet, steht da sogar ein prozentual zweistelliges Minus!

Sind deutsche Unternehmen so schlecht? Nein! Denn die Unternehmen im DAX-30 haben mit wenigen Ausnahmen steigende Umsätze und bessere Ergebnisse erzielt, nicht selten sogar Rekordergebnisse! Doch die Kurse sind gesunken!

Was ist es also, was die Kurse bestimmt?

Ich sage es Ihnen: Vertrauensverlust und die Reaktion auf Populismus! Der Europäer und speziell der Deutsche an sich ist ein eher zaghafter, bodenständiger und ängstlicher Aktieninvestor. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber es führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Emotionalität und Nüchternheit. Denn die emotionalen Reaktionen auf Populisten sind stark angeschwollen. Sie wiegen stärker als die Betrachtung und Analyse nüchterner Fakten.

Ich finde das traurig! Denn in Übersee jagten in den vergangenen Jahren die Kurse von Rekord zu Rekord, obwohl die Unternehmensergebnisse nicht unbedingt besser sind als hierzulande.

Ich möchte vor meiner Chartanalyse gerne einen Appell an alle Investoren und Anleger sowie zukünftigen Marktteilnehmer richten: „Mehr Mut zur deutschen Aktie!“ Denn das kommt auch den deutschen Unternehmen zugute und damit zurück zu Ihnen, den Arbeitnehmern in Deutschland. Eine Aktie ist nichts anderes wie eine Beteiligung am Unternehmen! Sie profitieren vom Erfolg und streichen Dividenden ein.

Sparen kann man in Deutschland aufgrund der Nullzinsen sowieso nicht mehr! Also wieso nicht billige Aktien einkaufen. Werden Sie noch billiger, dann kaufen Sie eben in bestimmten Abständen weiter. Über die lange Distanz haben Sie so einen Mischkurs und irgendwann auch eine beträchtliche Rendite erzielt.

Ich kann nur jedem empfehlen, für die Kinder oder Enkel kein Sparbuch anzulegen, sondern Aktiensparen zu betreiben. Es wird sich lohnen…

Das vorneweg, schauen wir, was die turbulenten Tage an den Märkten im Chartbild verändert haben. Zunächst der kurzfristige 1-Monatschart vom DAX:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Im 300-Punkte-Fenster gefangen

Im kurzfristigen 4-Wochen-Chartbild vom DAX fällt sofort auf, dass er in einer etwa 300 Punkte breiten Spanne seitwärts hin und her zuckt. Sie erstreckt sich von der Unterstützung bei 11.550 Punkten, an der sich der DAX rund zwei Wochen lang aufhielt (untere grüne Linie) bis zum Widerstand bei 11.800/50 Punkten (blaue Linie).

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Wird das die Börsenwoche des Jahres? FED und Hexensabatt!Es steht viel auf dem Programm. Doch erst in der zweiten Hälfte der Woche. Deshalb bewegen sich heute die Märkte auch fast gar nicht. Alle Teilnehmer sind in Lauerstellung und warten auf Gerüchte. Doch bislang ist die Situation unverändert: Die FED spricht am Mittwoch über die Zinsanpassung. › mehr lesen

Letztere stellt schon einen stärkeren Widerstand im kurzfristigen Chartbild dar und sollte nicht so leicht übersprungen werden können!

Ein Überspringen nach oben gäbe dem DAX sofort Luft bis 12.050/100.

Ein Rückfall unter die 11.550 Punkte wäre nicht gut! Dann dürfte der Index einen weiteren Test der 11.200 ins Visier nehmen!

Fazit kurzfristig: Achten Sie auf die 11.800/50 oben und auf die 11.550 unten!

Blicken wir auf den mittelfristigen Chart vom DAX:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Mittelfristig 800 Punkte breite Auffangzone!

Die 300-Punkte breite mögliche kurzfristige Stabilisierungszone erweitert sich im mittelfristigen 1-Jahreschart vom DAX auf 800 Punkte (schraffierte Zone)!

Allerdings gilt diese Erweiterung nur für die Unterseite! Sie reicht bis auf 11.000 Punkte hinunter.

Das bedeutet für Sie: Fällt der DAX durch die 300-Punkte-Zone hindurch, dann müssen Sie mit weiter schwache Kursen bis etwa 11.000 Punkte rechnen.

Allerdings ist dies bei weitem noch kein Beinbruch! Das sehen Sie ganz deutlich im langfristigen 15-Jahres-Chart vom DAX:

DAX-Chart 15 Jahre (Wochenbalken)

Alles in Ordnung! Auch 11.000 wäre keinesfalls beunruhigend.

Ich habe Ihnen die schrägen W-Doppelbodenformationen der vorhergehenden stärkeren Korrekturbewegungen eingezeichnet (rote W-Linien). Der Index hat also noch Platz nach unten, ohne auch nur die Spur eines negativen Chartbildes zu produzieren!

Aktuell arbeitet der DAX planmäßig an seiner nächsten W-Umkehr!

Das langfristige Chartbild sieht weiter deutlich positiv aus!

Die Chance auf eine W-Umkehr ist deutlich vorhanden, aber ich kann Ihnen leider nicht sagen, wann die Umkehr eintrifft! Dazu sind Donald Trump und Boris Johnson zu unvorhersehbar.

FAZIT:

Neben der ernüchternden Feststellung in meiner Einleitung zum DAX (4 Jahre ohne Gewinne und schlechteste Aktienkultur Deutschland), besteht durchaus berechtigte Hoffnung auf ein Happy-End!

Rechnen Sie dennoch damit, dass der DAX durchaus noch einmal bis 11.000 sinken kann, wenn sich die Wortgefechte wieder verschärfen. Achten Sie speziell auf den Dreh nach oben über die 11.800/50 Punkte und der Ausbildung einer W-Formation! Und achten Sie auf Nachrichten vom Handelskrieg und dem Brexit.


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!