DAX: Tot oder lebendig

4 Hammer-Termine und nichts passiert? – Der DAX reagiert nicht! Was war und was wird, das verrät Ihnen Michael Sturm in diesem Artikel: (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Eigentlich brauche ich diese Chart-Analyse gar nicht neu schreiben, denn es hat sich zur Vorwoche rein gar nichts verändert.

Erstaunlich ist dies schon ein wenig, denn seit Mittwoch vergangener Woche fanden gleich 4 sehr wichtige Termine statt.

Und jeder dieser 4 Termine hatte von seinem Einfluss her genug Potenzial die Märkte durcheinanderzuwirbeln.

Doch weder die EZB-Zins-, die US-Notenbank-Entscheidung noch der letzte große Verfalls-Termin 2017 an den Terminbörsen konnte unseren DAX merklich bewegen.

Selbst die mit Spannung erwartete Abstimmung über das US-Steuerpaket lockte heute trotz positiver Verabschiedung niemanden hinter dem Ofen hervor.

Sucht man nach einer Erklärung für die Starre, dann können nur diese 2 Gründe angeführt werden:

  1. Die Bücher der Investoren und Anleger sind für das Börsenjahr 2017 bereits geschlossen.
  2. Die Ergebnisse/Resultate der 4 Termine waren genauso erwartet worden und sind bereits in den Kursen eingepreist.

Rein charttechnisch sieht die Lage unverändert aus:

Zunächst der Blick auf den kurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 20122017 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

Doppeltes Lottchen

Die vor 10 Tagen aufgelöste Dreiecks-Formation (linkes rotes Dreieck) mit einem Eröffnungs-GAP (linke schwarze Ellipse, Kurslücke zu Börsen-Beginn) hat sich fast 1:1 wiederholt.

Wie eine Zwillings-Kopie vollzog der DAX-Index den gleichen Ausbruch mit Kurslücke nach oben, um dann erneut auf den unteren GAP-Stand zurückzufallen.

Damit ist auch diese Kurslücke schnell geschlossen worden.

Inwiefern die Kraft ausreicht, noch bis zum Jahresende eine weitere ähnliche Formation nach oben aufzulösen, bleibt angesichts der im Editorial beschriebenen Börsen-Lähmung fraglich.

Fazit kurzfristig: Der Widerstand von 13.225 Punkten muss noch ein weiteres Mal geknackt werden, bevor sich neues Kurs-Potenzial aufbauen kann.

Nach unten sollte die 12.825er-Unterstützung halten.

Welche Kursziele der DAX bei einem erneuten Überwinden der 13.225er-Marke noch ansteuern kann, ist aus dem kurzfristigen 1-Monats-Chartbild nicht ersichtlich.

Dazu blicken wir in den mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild des DAX-Index:

DAX 201217 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Es bleibt dabei: Nach oben ist 13.525 das nächste Ziel

Ich habe Ihnen im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild vom DAX-Index den Widerstand aus der Kurzfrist-Analyse eingezeichnet (blaue Linie).

Sollte dieses Niveau (13.225) ein weiteres Mal geknackt werden, dann hat der DAX Luft bis zur oberen roten Widerstands-Linie.

Dies stellt auch das bisherige Allzeithoch bei etwa 13.525 Punkten dar. An der 13.525 sollte der Markt dann zunächst etwas pausieren.

Aus den Augen, aus dem Sinn? – Nach unten Gefahr ab 12.825 Punkten

Im mittelfristigen Chartbild erkennen Sie ganz schnell, warum die Sachlage bei einem Bruch an der Unterkante kritisch ist.

Ich habe Ihnen bei etwa12.825/900 eine wichtige Unterstützungs-Zone eingezeichnet (grüne Horizontal-Linien).

Sie wird durch die 3-wöchige seitwärts gerichtete Schiebezone aus dem Oktober und zusätzlich den zwischenzeitlichen Tops (Hochpunkte, grüne Kreise) aus Mai und Juni gebildet.

Sie ist recht stabil – und genau deshalb wäre ein Bruch so negativ.

Sie können sich im Falle des Bruchs dann auf ein schnelles Abgleiten des DAX-Index bis 12.325 Punkte einrichten.

Ein Zwischenstopp sollte bei 12.500 eingelegt werden, die je nach zeitlichem Bruch auch die untere Grenze darstellen könnte.

Abschließend noch ein Blick auf denlangfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index:

DAX 201217 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Unverändert gilt: Max. und min. Jahresendziel oben = 14.000, unten = 12.500

Es bleibt dabei: Im 10-Jahres-Chartbild bleibt der übergeordnete langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) völlig intakt.

Die obere Begrenzung stellt das Maximalziel zum Jahresende dar und liegt am 31.12. bei knapp 14.000 Punkten.

Der grüne Trendkanal stellt den mittelfristigen Aufwärtstrend seit Mitte vergangenen Jahres dar.

Dieser recht steile mittelfristige Aufwärtstrend wurde in den vergangenen Monaten mehrmals an der Ober- und Unterseite getestet.

Extrapoliert man ihn bis zum Jahresende, so ergeben sich Kursziele von 12.50014.000 Punkten für den Jahresschluss (rote Kreise).

Fazit

Trotz der überstandenen 4 wichtigen Termine hat sich im Chartbild wenig verändert.

Ob bis Weihnachten, respektive bis zum Jahresende noch deutliche Dynamik in den DAX kommt, bleibt fraglich.

Eventuell wird an den letzten beiden Handelstagen des Jahres noch etwas Schwung in die Börse kommen.

Denn bei dünnen Feiertags-Umsätzen könnte der eine oder andere Investor noch Interesse daran haben den Index im Sinne der Jahres-Abschlussrechnung nach oben zu treiben.

Warten wir es ab…

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

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