DAX-Trading leicht gemacht

So kompliziert muss es gar nicht sein. Wer sich den DAX genau ansieht, erkennt häufige Muster und dann diese auch im kleinen Zeitfenster erfolgreich handeln. (Foto: Deutsche Börse AG)

Manchmal darf die Börse auch einfach sein: Der DAX läuft nach oben. Stößt sich den Kopf an. Danach geht es wieder herunter. Dieses Spiel wird im April besonders häufig gespielt. Dabei hat der DAX bereits 14 Mal die 12.600 Punktemarke im Stundenchart gekreuzt.

Sobald es deutlich darüber hinaus ging, gab es einen auf den Deckel und die Kurse zuckten zurück. Dabei wurden laut den XETRA-Zahlen bislang nie Werte von 12.650 oder mehr gesehen!

DAX: Anleger Ping Pong

Einige Trader nutzen dieses sich wiederholende Muster für kurzfristige Trades. Da wird dann der DAX geshortet ab beispielsweise 12.610 mit einem Puffer bis 12.700 – nur um sicher zu gehen; weniger für die ganz mutigen.

Und so können diese Intraday-Spekulanten sich immer wieder eine Gewinnscheibe abschneiden. Im folgenden 1-Stunden-Chart sehen Sie, wie oft ein solcher Kauf bei 12.610 ausgeführt worden wäre. Danach ging es immer wieder abwärts.

Einmal bis etwa 12.470, dann bis 12.320 und aktuell rollt gerade die nächste Welle nach Süden.

Die Schwierigkeit bei diesem Trading ist allerdings:

Wie finde ich einen guten Zeitpunkt für den Verkauf?

Woher sollen Sie denn als Anleger wissen, dass die Kurse bei 12.470 oder 12.320 drehen? Sie müssen dann schon sehr genau den Index verfolgen, um eine Trendwende zu sehen. Doch ist die Trendwende dann auch tatsächlich die richtige? Die Kurse am 24. April sahen kurz vor Tagesende so aus, als wäre das Tief erreicht.

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Kurz unter 12.500 haben Bullen den Anker geworfen und dann ging es wieder hoch. Aber nur die letzte Handelsstunde. Über Nacht gab es dann eine Kurslücke nach unten und der DAX fiel im Laufe des 25. Aprils über 100 Punkte.

Hätten Sie den DAX bei 12.610 verkauft, müssten sie ihn normalerweise am Ende des 24. Aprils wieder kaufen und den Trade schließen. Sie machen Gewinn. Alles ist gut. Sie haben sich ihre Schreibe vom Kuchen abgeschnitten.

Es bringt als Trader nichts, wenn Sie sich über verpasste Chancen Gedanken machen. Die Idee war: Ich verkaufe den DAX, wenn die Kurse über 12.610 steigen. Und ich schließe den Trade, wenn ich ein Anzeichen sehe, dass die Kurse – nachdem sie gefallen sind – wieder anziehen. Wollen wir einmal ins Detail gehen? 15 Minutenchart mit RSI und MACD:

Schauen Sie sich den RSI Ende des 24. Aprils an. Würden Sie da wirklich den Trade aufrechterhalten? Wer soll diese Kurslücke über Nacht ahnen?

Spätestens Mitte des 25. Aprils gab es zumindest bei den beiden Indikatoren erste Anzeichen, dass die Kurse jetzt wieder steigen können. Das wäre ein Einstieg gewesen. Aber nie und nimmer ein Ausstieg für den DAX Short. Sie müssen die Kämpfe wählen, die Sie an der Börse gewinnen können. All unsere Informationen sind begrenzt. Auch wenn wir Terabyte an Daten bekommen und zahlreiche Indikatoren verwenden können. Trotzdem ist das Morgen immer ungewiss.

Also machen Sie sich das DAX-Trading leicht. Suchen Sie sich Indikatoren, die Ihnen die meiste Zeit helfen. Und traden Sie nicht die Hoffnung, sondern das, was Sie sehen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.