DAX-Trend zeigt weiter nach oben

Die Hoffnung auf eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland, die in der vergangenen Woche noch für deutliche Kursavancen gesorgt hatte, ist am Wochenende jäh geplatzt. So wurden die Kursgewinne der Vorwoche zum Wochenauftakt mit einem Schlag wieder ausradiert.

Angesichts der aktuellen Entwicklung will ich Ihnen heute ein Update zur charttechnischen Lage des DAX liefern.

Verkaufspanik bleibt aus

In einer ersten Reaktion auf die am Wochenende gescheiterten Verhandlungen zwischen der Eurogruppe und der griechischen Regierung verlor der DAX am Montagmorgen zeitweise über 500 Punkte.

Im weiteren Verlauf konnte sich der Index aber schon wieder stabilisieren. Von den Verlusten von in der Spitze 4,6% blieb am Ende noch ein erträgliches Minus von 3,6%.

Wenngleich keiner genau weiß, wie es in der Griechenland-Krise weitergeht, lässt sich eines schon jetzt sagen. Eine Verkaufspanik ist trotz deutlicher Einbußen ausgeblieben.

Euro legt nach kurzem Rückgang sogar zu

Diese vergleichsweise moderate Reaktion der Aktienmärkte bestätigt meine Einschätzung. Griechenlands ist insgesamt zu unbedeutend, um die europäische Wirtschaft von ihrem Kurs abzubringen.

Und selbst wenn es zum „Grexit“ kommt – was angesichts der jüngsten Entwicklung nicht unwahrscheinlich ist -, ist ein „Domino-Effekt“ nicht zu erwarten. Andere Länder haben bereits signalisiert, dass sie auf jeden Fall im Euro bleiben wollen.

Weitere Belege dafür, dass an den Finanzmärkten keine Panik ausgebrochen ist, liefern der Euro und der Goldpreis. Das gelbe Edelmetall, das traditionell als Krisenwährung gilt, liegt aktuell sogar unter seinem Freitagsstand. Und der Euro – um den es letztlich ja geht – gab zwar kurzzeitig nach, drehte aber sofort wieder nach oben und notiert derzeit sogar höher als am vergangenen Freitag.

Korrekturtief von Mitte Juni wurde nicht erreicht

Nun aber zur charttechnischen Lage des DAX. Gestern gab der deutsche Leitindex zwar nochmals nach und fiel dabei im Tief auf rund 10.900 Punkte zurück. Das jüngste Korrekturtief von Mitte Juni, das bei 10.798 Zählern gelegen hatte, wurde aber bislang nicht erreicht. Ein positives Zeichen.

Solange der Bereich um 10.800 Punkte nicht unterschritten wird, lässt sich sagen: Trotz Griechenland-Krise ist aus charttechnischer Sicht nichts passiert. Auch wenn wir zunächst weiter mit hohen Kursausschlägen rechnen müssen.

dax

200-Tage-Linie bietet solide Unterstützung

Und selbst wenn das Korrekturtief vom Juni kurzfristig unterschritten werden sollte, wäre dies kein Beinbruch. In diesem Fall rückt die 200-Tage-Linie in den Fokus. Die nach wie vor steigende Gleitende Durchschnittslinie verläuft aktuell bei knapp unter 10.600 Zählern.

Ich sehe gute Chancen, dass spätestens an dieser soliden Unterstützung die Korrektur gestoppt werden kann. Solange der Gleitende Durchschnitt nicht nachhaltig gebrochen wird, bleibt es dabei: Der langfristig Aufwärtstrend des DAX ist intakt. Sobald das Thema Griechenland vom Tisch ist, rechne ich mit einer Fortsetzung des Bullenmarkts.

1. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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