DAX: Turbulenzen zum Hexensabbat

Wie angekündigt, war heute großer Verfallstag – und deshalb mit größeren Schwankungen zu rechnen.

Kurz vor Abrechnung der STOXX-Futures und -Optionen um 12 Uhr gab es heftige Bewegungen:

Der DAX schnellte innerhalb weniger Minuten von 11.367 um 80 Punkte nach oben; kurz vor 13 Uhr ging es dann sogar auf 11.451.

Dann wurden die Futures und Optionen des DAX, TecDAX und MDAX abgerechnet.

Um 17 Uhr 30 kam es dazu noch zur Bestimmung der Abrechnungs-Preise für Aktien und Optionen.

Dieser sogenannte Hexensabbat findet alle 3 Monate statt; jeweils am 3. Freitag des Monats.

Elon Musk wird Trump-Berater

Es tut sich einiges in der Automobilwelt. Erst legt Google sein selbstfahrendes Auto auf Eis, jetzt wird Tesla-Gründer Elon Musk in das strategische Forum von Trump eingeladen.

Neben dem Visionär sind 16 weitere Berater in diesem Forum vertreten. Allen Unkenrufen zum Trotz hat es Musk doch geschafft einen Fuß in die Tür vom Weißen Haus zu bekommen.

Dies sollte eigentlich schwer machbar sein, denn Trump legt besonderen Fokus auf die Erdöl- und Kohle-Industrie. Dort will er tausende Jobs schaffen und stillgelegte Kraftwerke reanimieren.

Auf dem Papier spricht das gegen Teslas elektrische Autos. Doch scheinbar hat Donald Trump tatsächlich ein offenes Ohr für diesen Industriezweig.

Zumindest für sein Geschäftsmodell hat Elon Musk sicherlich den Respekt des zukünftigen Präsidenten der Vereinigen Staaten verdient.

Neben Musk sind im Forum auch Travis Kalanick, ein Mitbegründer des Fahrvermittlers Uber, die Geschäftsführerin von PepsiCo Indra Nooyi und der Vorstands-Chef von Blackstone, Stephen Scharzman.

Alles in allem ist es das Who-is-Who der Wirtschaft. Denn die Geschäftsführer von JPMorgan Chase, Walt Disney Group, Wal-Mart, Boeing, IBM und General Motors sind ebenfalls vertreten.

Die Bereitschaft von Trump sich mit den Größen der Industrie zu treffen und diese als Berater zu nutzen, zeichnet ein positives Bild für den US-amerikanischen Arbeitsmarkt

Die schrittweise Erhöhung der Leitzinsen ist somit 2017 zum 1. Mal seit langer Zeit durchaus realistisch. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Schließlich ist Obama noch einen Monat offiziell im Amt. Es ist fraglich, wie schnell die geplanten Veränderungen von Trump Früchte tragen werden.

Stärkere Inflation in der Eurozone

Ist auch Trump verantwortlich?

Nachdem die US-Notenbank FED diese Woche die Zinsen angehoben hat und dies in Zukunft noch straffer und öfter durchführen will, kommen auch „positive“ Nachrichten aus Europa.

Die Anführungszeichen deshalb, weil die Inflation von 0,5% im Oktober auf 0,6% in November angestiegen ist – na, wenn das kein Grund zu Freude ist!

Was in den Nachrichten etwas übertrieben euphorisch gemeldet wird, kann ein Tropfen auf dem heißen Stein sein; die grundlegenden Probleme Europas und des Euros sich noch lange nicht gelöst.

Und wer die News aus den USA als Wirtschaftsmotor für die Eurozone verantwortlich macht, der sei daran erinnert, dass genau in den USA die Baubeginne im November um 18,7 % und die Baugenehmigungen um 4,7% gefallen sind.

Also: Ruhig bleiben, keine überhasteten Investitionen tätigen und den Veränderungen ein wenig Luft zum Atmen geben.

16. Dezember 2016

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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