DAX über 11.000 Punkte! War es das mit der Bärenmarktrallye?

DAX Logo RED_shutterstock_392120233_imagentle

Die Kurse steigen weiter. Warum auch nicht. Schließlich haben die Aktienkurse nichts mehr mit der Wirtschaft zu tun. Die Notenbanken fluten den Markt mit Geld. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Erneute Meldung: Gilead Sciences hat das Wundermittel gegen Corona. Das hatten wir schon einmal und wurde danach dementiert, weil die Tests nicht aussagekräftig genug waren. Heute dasselbe Spiel? Wiederholt sich das jetzt so oft, wie beim Handelskrieg, wenn Trump positive Verhandlungen verkündete? Wenn jetzt jedes Mal die Börse nach oben springt, bei immer derselben Nachricht – dann können Sie Ihre Shorts verkaufen. Wir haben dann das Tief gesehen und stehen vor neuen Allzeithochs.

Der große Spagat zwischen Realität und Aktienkursen

Egal welche Daten Sie anschauen: Wir befinden uns in einer gewaltigen Wirtschaftskrise. Kein Wunder, wenn viele Geschäfte wochenlang geschlossen sind und in den USA Millionen von neuen Arbeitslosen aus dem Markt genommen werden. Kurzarbeit gibt es auch noch – so viel „Glück“ haben nicht viele. Dass sie für weniger Geld einen Tag weniger arbeiten. Es fehlt also überall an Geld für den Konsum und der ist nun einmal kriegsentscheidend, wenn es um die Umsätze der Unternehmen geht.

Doch die Kurse steigen weiter. Warum auch nicht. Schließlich haben die Aktienkurse nichts mehr mit der Wirtschaft zu tun. Die Notenbanken fluten den Markt mit Geld, also müssen die Kurse ja steigen. Einerseits, weil wir beim Nullzins angekommen sind – wohin also mit dem Kapital? Andererseits, weil die kommende Inflation alle Sachwerte nach oben ziehen wird und dazu gehören auch Aktien.

DAX: Willkommen an der 50 Prozent Erholung!

Die Hälfte des Crashs ist schon wieder aufgeholt! Als wäre nichts gewesen und wir würden schon fast wieder zur Normalität zurückkehren. Nur ohne Arbeitsplätze und mit verstaatlichten Unternehmen à la Lufthansa. OK, nicht ganz verstaatlicht, aber immerhin mit staatlichen Positionen im Aufsichtsrat. Hier der Chart vom DAX. Vom Allzeithoch zum Coronatief zu heute.

War doch alles halb so wild! Nur noch einmal dieselbe Strecke nach oben und schon sind wir wieder beim Allzeithoch. Da ist es auch egal, ob Wirecard heute noch einmal nach unten gedrückt wird. Die Deutsche Bank legt 10 Prozent zu! MTU Aero Engines über 9 Prozent und sogar Continental bekommt ein Plus von 7 Prozent geschenkt.

Ob das alles nachhaltig ist, werden wir sehen. Ab Mai beginnt im DAX die schwierige Phase. Das würde ins Bild passen, wenn wir diese Woche noch die Monatskerze nach oben ziehen. Im Durchschnitt gibt der DAX übrigens von Anfang Mai bis Ende September rund 5,6 Prozent ab. 5,6 Prozent von 11.000 Punkte sind gerade einmal 616 Punkte. Der DAX könnte also auf 10.400 bis September fallen und es wäre ein richtig durchschnittliches Jahr.

Doch nur weil der Durchschnitt bei 5,6 Prozent Minus liegt, muss er sich dieses Jahr nicht daran halten. 2008 gab es in der Phase einen Verlust von 13,84 Prozent. 2009 war es ein Plus von 16,31 Prozent. Es ist also entscheidend in welcher Phase wir uns befinden. Wird jetzt alles wieder gut, dann hoch mit den Kursen. Kommt doch noch ein Hammer und vielleicht eine zweite Infektionswelle, dann sehen wir unter Umständen sogar noch einmal die Tiefs. Die Notenbanken werden auf jeden Fall zu tun haben.

Silber beginnt schwächste Phase

Wenn Sie Fan von Edelmetallen sind, können Sie in den meisten Fällen Silber bald günstig nachkaufen. Heute beginnt saisonal die Zeit für die Shorts auf Silber.

Hier sehen Sie einen Auszug von Seasonax. Im Zeitraum vom 29. April bis 7. Juli fallen die Preise für Silber in der Regel um 7,55 Prozent. Das sagt die Statistik der letzten 10 Jahre.

Ein Einstieg könnte sich also ab Anfang Juli lohnen, denn dann geht die Party bei den Silberanlegern in der Regel wieder los. Die Kurse steigen dann bis Anfang September im Schnitt um 8,7 Prozent!

DAX Logo RED_shutterstock_392120233_imagentle

Turbulenter Start ins Börsenjahr: Schon wieder alles beim Alten?Der DAX startet mit einer Achterbahnfahrt, die ihresgleichen sucht. Kurslücken, wohin Sie schauen, langsam kehrt aber wieder Ruhe ein – sogar beim Rohöl! › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.