DAX und Amazon im Chartcheck

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Auf schlechten Wochenabschluss folgt guter Wochenstart. DAX und auch die anderen Indizes ziehen nach oben, als wäre nichts gewesen. Amazon dreht ebenfalls. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Der DAX bastelt weiter am möglichen fallenden Keil. Die Bullen brauchen jetzt eine Bewegung, die uns nach oben an die Trendlinie befördert. Sobald es hier dann noch einen Ausbruch nach oben gibt, sind neue Allzeithochs möglich.

In diesem 2-Stunden-Chart sehen Sie den Konter der Bullen nach dem schwachen Freitag. Wir hatten hier schon eine steigende Trendlinie gebaut, die dann mit einer dicken roten Kerze am Freitagabend durchbrochen wurde. Ein sehr negatives Zeichen! Doch es war nur ein Zeichen. Denn das Wochenende schob die Kurse nach oben und wir sind heute bereits wieder über 13.600 Punkte gelaufen. Das war sehr wichtig!

Doch das hatten wir am Donnerstag letzter Woche auch schon. Ein Tagesschluss über 13.600 nach vielen grünen Kerzen. Und dann gab es einen deutlichen Kursrutsch. Deshalb ist das heute nur die halbe Wahrheit. Wir müssen den morgigen Dienstag abwarten – mindestens!

Wackelbörsen haben kurze Beine

Es ist derzeit tatsächlich schwierig auf breiter Front verlässliche Aussagen zu finden, wohin die Kurse laufen werden. Viele rechnen mit einer deutlichen Korrektur. Doch ob die jetzt im Februar oder erst im März startet – ist völlig unklar.

Dazu haben wir noch Reddit-Trader mit wallstreetsbets, die den Markt jederzeit durcheinanderwirbeln können. Aktuell ist Silber dran. Der ETF „SLV“ auf den Silberkurs musste inzwischen über 900 Tonnen Silbermünzen nachkaufen, weil hier derart viel Geld reingeflossen ist. Das geht natürlich nicht spurlos am Markt vorbei. Besonders die Händler von physischem Silber zeigen sich jetzt mit stabilen Preisaufschlägen. Wer jetzt noch Münzen kaufen will, zahlt wesentlich mehr – einfach, weil die Münzen jetzt Mangelware sind.

Witziges Detail: Der Hedgefonds, der wegen Gamestop unter die Räder kam, ist groß in Silber investiert und profitiert aktuell an der Entwicklung. Es ist immer ein Geben und Nehmen an der Börse.

Amazon im 2-Stunden-Chart

Wir befinden uns immer noch im Dreieck und bald muss die Aktie ausbrechen. In welche Richtung verrät uns der Chart aber noch nicht. Was allerdings immer noch ganz gut funktioniert, ist das Trading im kurzen Zeitfenster. Die beiden Durchschnittslinien aus 50er SMA und 200er EMA bieten schon wieder eine gute Unterstützung.

Freitagabend bin ich dort noch long gegangen. Der heutige Tag sieht insofern ganz gut aus. Das Limit nach oben ist natürlich begrenzt – wenn die Kurse wieder an der blauen oder grünen Linie nach unten abprallen. Kommt allerdings der Ausbruch, kann es hier natürlich schön scheppern.

Aus fundamentaler Sicht sollten die Zahlen von Amazon einen Schub nach oben geben können. Wenn jetzt in der Berichtsaison die Ergebnisse wieder über den Erwartungen liegen, reicht es vielleicht, damit das Dreieck verlassen wird. Idealerweise auf der positiven Seite. Denn dann könnte es noch ein gutes Stück nach oben laufen. Ein neues Allzeithoch über 3.550 US-Dollar ist damit möglich. Doch dazu muss dieses Dreieck nach oben verlassen werden.

Die schlechte Nachricht: Die blauen Linien des Dreiecks treffen sich laut meinem 2-Stunden-Chart erst am 16. April! Logischerweise stehen die Chancen gut, dass es davor in die eine oder andere Richtung eine Bewegung gibt. Doch es wäre rein theoretisch auch möglich, dass Amazon sich noch einen Monat in der immer enger werdenden Chartformation zur Seite schiebt. Das Dreieck hat übrigens seinen ersten Punkt am 1. September. Fünf Monate spielen wir also schon damit, langsam wird es Zeit, dass der Markt hier ein Machtwort spricht. Die kommenden Zahlen geben noch Hoffnung.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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