DAX und Co.: Die kommenden Indexumstellungen

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Die deutsche Indexlandschaft verändert sich wieder einmal. Lernen Sie jetzt die Auf- und Abstiegsregeln kennen. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Am vergangenen Donnerstag habe ich Ihnen hier im Schlussgong über die am 27. Dezember in Kraft tretenden Änderungen in der deutschen Indexlandschaft berichtet. Noch einmal zur Erinnerung: Der Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec wird in den MDax aufgenommen. Dafür wird die Aktie des Ticket-Anbieters CTS Eventim in den SDax wechseln.

Im SDax kommt es zu folgenden Wechseln: Neben CTS Eventim wird auch der Börsenneuling Knorr-Bremse neu aufgenommen. Die Aktie des Agrarhändlers BayWa muss den SDax verlassen.

Abschließend hatte ich Ihnen angekündigt, dass Sie im Schlussgong in einer Fortsetzung zeitnah die Regeln kennenlernen werden, die an der deutschen Börse über Auf- und Abstieg entscheiden.

Die Auf- und Abstiegs-Kriterien

Zu manchen Überprüfungs-Terminen werden nur die Fast-Exit- bzw. die Fast-Entry-Regel angewandt. Das ist immer dann der Fall, wenn es sich bei dem Termin um einen außerordentlichen Anpassungs-Termin handelt. Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungs-Termin im September jedes Jahres werden alle 4 Regeln angewandt.

Kommen wir jetzt zu den Anpassungs-Kriterien und -regeln. Grundsätzlich gibt es in Deutschland 2 Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX, MDax, SDax und TecDax entscheiden. Dabei handelt es sich um den Börsen-Umsatz (Wert der täglich gehandelten Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Die 4 Auf- und Abstiegsregeln

Es gibt jeweils 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen in der Folge vorstellen. Im Mittelpunkt steht dabei der deutsche Leitindex DAX:

Fast-Entry

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 ist (falls ein solcher existiert) und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt. Außerdem muss ein Indexwert existieren, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

Fast-Exit

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört.

Ein Nicht-Index-Wert muss aber gleichzeitig bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreichen.

Regular-Exit

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Abschließend noch einmal meine Einschätzung bzgl. der Auswirkungen von Indexanpassungen: Da es weder pauschal so ist, dass sich die Aufsteiger in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass sich die Absteiger in der Folge automatisch negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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