DAX und Co.: Die kommenden Indexumstellungen

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Die deutsche Indexlandschaft verändert sich wieder einmal. Erfahren Sie hier, welche Änderungen im MDax anstehen und wie sich diese auswirken. (Foto: Deutsche Börse AG)

Es ist mal wieder soweit: Die Deutsche Börse als Betreibergesellschaft der wichtigsten deutschen Aktienindizes (DAX, MDax, SDax und TecDax) hat planmäßig die Zusammensetzung der Indizes überprüft.

Daraus ergeben sich wieder einige Änderungen. Der wichtigste deutsche Aktienindex, der DAX, bleibt davon jedoch dieses Mal ebenso unberührt wie der Technologie-Index TecDax. Änderungen gibt es nur im SDax und MDax. Hier für Sie der Überblick:

Die anstehenden Änderungen im MDax im Überblick

Am gestrigen Dienstag gab die Deutsche Börse bekannt, dass die Aktien der Knorr-Bremse AG ab dem 18. März (ab dann gelten alle folgenden Änderungen) in den MDax aufgenommen werden. Knorr-Bremse ist erst im vergangenen Jahr an die Börse gegangen und stellt vor allem Brems-Systeme für Nutz- und Schienenfahrzeuge her.

Die Aktien von Knorr-Bremse werden im MDax die Aktien der Salzgitter AG, einem Stahlkonzern, ersetzen. Die Herausnahme von Salzgitter aus dem MDax erfolgt nach der sogenannten Fast-Exit-Regel. Was es mit dieser Regel und mit allen anderen Auf- und Abstiegsregeln auf sich hat, erfahren Sie morgen in einer Fortsetzung.

Neben Knorr-Bremse wird auch das Halbleiter-Unternehmen Dialog Semiconductor in den MDax aufgenommen. Die Dialog-Aktien qualifizieren sich aufgrund der Fast-Entry-Regel für den Index-Aufstieg. Die Aktien der Schaeffler AG, ein Auto- und Industriezulieferer, werden den MDax dafür verlassen.

Wie sich die Index-Anpassungen auswirken (können)

Kommen wir abschließend noch zu den Auswirkungen der Index-Anpassungen: Sie sorgen u. a. dafür, dass zuletzt erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken.

Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes trotz vorübergehender Turbulenzen langfristig immer steigen. Die Bremsen werden entfernt. Soweit die allgemeinen Auswirkungen. Doch was passiert mit den Aktienkursen der einzelnen Unternehmen, die auf- oder abgestiegen sind?

Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers aus, ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus.

Der Hauptgrund: Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen.

Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv.

Da es aber weder pauschal so ist, dass die Aufsteiger sich in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Prüfen Sie vor dem Kauf oder Verkauf stets die fundamentalen Daten!

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Neu im SDax sind der Agrarkonzern BayWa, der Personalvermittler Amadeus FiRe, der Glasfaser-Spezialist Adva Optical und der Batteriehersteller Varta. Den SDax verlassen müssen dafür der Maschinenbauer DMG Mori, der Waggonvermieter VTG, das Biotech-Unternehmen Medigene und der Kabelfernseh- und Telekommunikationstechnik-Anbieter Tele Columbus.

Die SDax-Absteiger scheiden gemäß der Fast-Exit-Regel (zu der Sie gleich mehr erfahren) aus. Im DAX und im Technologie-Index TecDax stehen keine Änderungen an.

Die Auf- und Abstiegs-Kriterien

Zu manchen Überprüfungs-Terminen werden nur die Fast-Exit- bzw. die Fast-Entry-Regel angewandt. Das ist immer dann der Fall, wenn es sich bei dem Termin um einen außerordentlichen Anpassungs-Termin handelt. Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungs-Termin im September jedes Jahres werden alle 4 Regeln angewandt.

Kommen wir jetzt zu den Anpassungs-Kriterien und -regeln. Grundsätzlich gibt es 2 Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden. Dabei handelt es sich um den Börsen-Umsatz (Wert der täglich gehandelten Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Die 4 Auf- und Abstiegsregeln

Es gibt 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen in der Folge kurz vorstellen:

Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt. Außerdem muss ein Indexwert existieren, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört.

Ein Nicht-Index-Wert muss aber gleichzeitig bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreichen.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Abschließend noch einmal meine Einschätzung bzgl. der Auswirkungen von Indexanpassungen: Da es weder pauschal so ist, dass sich die Aufsteiger in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge automatisch negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht automatisch die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Prüfen Sie stets auch die fundamentalen Daten der betroffenen Unternehmen!


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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