DAX und Co.: So funktionieren die Index-Umstellungen

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Die inhaltlichen Veränderungen bei DAX und Co. kommen nach bestimmten Regeln und zu bestimmten Zeitpunkten zustande. Hier ein Überblick. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Am vergangenen Donnerstag habe ich Ihnen hier im Schlussgong geschrieben, welche Änderungen in der deutschen Indexfamilie zum 23. Dezember in Kraft treten. Hier noch einmal ein kurzer Überblick: Börsenneuling Teamviewer und Varta rücken in den MDax.

Den MDax verlassen müssen 1+1 Drillisch sowie Fielmann. Beide wechseln dafür in den SDax. Zudem wird die Commerzbank-Tochter Comdirect in den SDax aufgenommen.

Den SDax verlassen müssen Steinhoff (bis vor wenigen Jahren sogar noch DAX-Kandidat) und BayWa. Neu im TecDax vertreten sind demnächst auch die beiden MDax-Aufsteiger Teamviewer und Varta. Sie ersetzen dort Drägerwerk und Isra Vision. Im DAX wird es keine Veränderungen geben.

Am vergangenen Donnerstag haben Sie neben den anstehenden Veränderungen in den Indizes auch erfahren, wie sich die Änderungen auswirken können. Heute sollen Sie ergänzend dazu erfahren, was über Auf- und Abstieg entscheidet.

Was über Auf- und Abstieg entscheidet

Zu manchen Überprüfungs-Terminen werden nur die Fast-Exit- bzw. die Fast-Entry-Regel angewandt. Das ist immer dann der Fall, wenn es sich bei dem Termin um einen außerordentlichen Anpassungs-Termin handelt. Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungs-Termin im September werden alle 4 Regeln angewandt.

Kommen wir jetzt zu den Anpassungs-Kriterien und -regeln. Grundsätzlich gibt es 2 Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden. Dabei handelt es sich um den Börsen-Umsatz (Wert der täglich gehandelten Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Daneben gibt es jeweils 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg, die ich Ihnen jetzt noch vorstellen möchte:

Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einer der beiden Ranglisten einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt. Außerdem muss ein Indexwert existieren, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört.

Ein Nicht-Index-Wert muss aber gleichzeitig bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreichen.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Meine Empfehlung an Sie

Abschließend noch einmal meine Empfehlung: Da es weder pauschal so ist, dass sich die Aufsteiger in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge automatisch negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Sie sollten stattdessen immer zusätzlich die Fundamentaldaten checken.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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