DAX und Gold: Beide kurz vor dem Ausbruch

Der DAX wird von beiden Seiten beschossen und es bleibt ihm immer weniger Platz. Wie eng es genau ist, sehen Sie hier im Stunden-Chart: (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Die Handelsspanne wird immer enger! Aus dem positiven Verlauf am Dienstag wurde schnell wieder die Ernüchterung eingeladen.

Sogar die 13.000 Punkte wurden im Laufe der Woche nach unten durchbrochen. Aktuell notieren wir knapp über der 20-Std.-Linie.

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Doch die Luft wird dünner: Der DAX bekommt immer weniger Spielraum, wenn wir uns die beiden Trendlinien im Stunden-Chart anschauen.

Früher oder später werden die Kurse ausbrechen, die Frage ist nur: in welche Richtung?

Nachdem der DAX am Dienstag nicht weiter nach Norden laufen konnte, sind momentan eher die Bären am Drücker.

Das muss nicht heißen, dass der DAX garantiert nach unten ausbrechen wird und Kurse jenseits der 13.000 in diesem Jahr der Geschichte angehören.

Doch tendenziell stehen die Bullen einfach schwach dar. Es gibt momentan gar keine richtige Entscheidung im Markt, wohin die Reise geht.

Also wird die Entscheidung irgendwann getroffen werden. So ist es gut möglich, dass dies noch in diesem Monat geschieht.

Turkey-Day in den USA

An Thanksgiving, das gestern in den USA stattfand, schlagen sich nicht nur die Börsianer die Bäuche voll, manchmal werden dabei auch die Depots leergeräumt.

So gab es in der Vergangenheit schon einige Jahre, an denen es an den Börsen genau zu dieser Zeit ruppig wurde. Starke Kursverluste sind somit an Thanksgiving keine Seltenheit.

In diesem Jahr war es vergleichsweise ruhig: Die US-Börsen sind heute ebenfalls alle einheitlich im Plus – wenn auch nur rund 0,2%.

Doch alles ist besser als ein erneuter Ausverkauf am Black Friday, schließlich sollen die Konsumenten heute kräftig einkaufen.

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Das stützt vermutlich auch die Börsen. Allerdings werden wir erst nächste Woche die Abrechnung sehen, wie viel Geld die Kunden in den Läden und online gelassen haben.

So langweilig ist Gold

Sie erinnern sich bestimmt an den steilen Anstieg Ende August / Anfang September:

Trump und Nordkorea sei „Dank“ schossen damals die Kurse von Gold in die Höhe, über 1.350 US-Dollar kostete da eine Feinunze.

Inzwischen ist alles wieder ruhig – sehr ruhig: Gold hat sich unter 1.300 US-Dollar eingependelt und bewegt sich aktuell gemächlich und Stück für Stück höher.

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Der recht schmale Trendkanal scheint aktuell in Stein gemeißelt. Zwar gehen die Kurse nach oben, aber der Anstieg ist wiederum extrem flach.

Gold hat innerhalb eines Monats etwa 20 US-Dollar Plus gemacht – das gab es Ende August an einzelnen Tagen…!

Fazit und Ausblick

Von dem her befinden wir uns sicherlich im Moment in der Ruhe vor dem erneuten Sturm. Wenn Gold berechenbar wird, ändert sich bald wieder etwas.

Sonst könnten Sie als Trader ja einfach kaufen, wenn Gold am unteren Rand des Trendkanals ankommt und verkaufen, wenn es im oberen Bereich liegt.

Doch so einfach ist das selten mit Gold… Ich erwarte, dass wir zumindest in diesem Jahr noch aus diesem Kanal ausbrechen werden.

Wie üblich, sind beim Gold aber beide Richtungen möglich. Deshalb ist Gold aktuell nicht interessant für einen Trade.

Sollten die Kurse noch bis zum Oktober-Hoch bei etwa 1.305 US-Dollar laufen, werden wir spätestens hier sehen, ob der Goldpreis an dieser Stelle gedeckelt wird.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.