DAX und Gold: Kurzfristig tendieren beide nach Süden

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

DAX zeichnet ein bedeutendes Chartmuster. Warum können die Kurse jetzt noch einmal nachgeben? Gold wird massig abverkauft. Wo liegen die Unterstützungen? (Foto: Deutsche Börse AG)

Der DAX wurde heute im Xetra-Handel bis 11.400 hochgezogen. Vorbörslich ging es sogar bis 11.444 Punkte hoch! Erkennen Sie das Muster, das der DAX im Chart gebildet hat?

Die große rote Kerze, deren Körper größer ist, als die vorangegangene grüne Kerze und die unter dem Tief des Vortages schließt: In der Charttechnik nennt sich das „Bearish Engulfing Pattern“. Was bedeutet das für den DAX und für Sie als Anleger?

Bearish Engulfing Pattern im DAX

Die Tageskerze muss rot sein und die gehandelte Bandbreite größer als am Vortag. Open und Close müssen ebenfalls weiter auseinander laufen, als es am Tag zuvor der Fall war. Genau dieses Bild haben wir heute im DAX und das bedeutet: Es folgen weiter fallende Kurse.

Doch ist es wirklich so düster? Die einfache Antwort: Nein. Der Tagesschlusskurs ist kaum vom gestrigen Wert zu unterscheiden. Ein richtig schönes Bearish Engulfing Pattern ist hier wesentlich deutlicher. Außerdem nutzen viele Trader dieses Muster nur in einem Bullenmarkt. Davon sind wir aktuell weit entfernt. Wir befinden uns im neutralen Bereich.

Es kann also durchaus die nächsten Stunden oder sogar Tage weiter bergab gehen, aber es muss nicht so dramatisch fallen, wie dieses Chartmuster es sonst prophezeit.

Die gepunkteten Linien im Chart zeigen Ihnen die wichtigsten Marken an. Die blaue Linie: Ein Tagesschlusskurs darüber, wäre ein starkes Zeichen für den DAX. Die grüne Linie: Hier ist das offene Gap vom Freitag auf Montag und damit ein mögliches Zwischenziel für viele Trader. Der DAX muss diese Kurslücke aber nicht sofort schließen. Wir können auch erst einmal Richtung 11.690 laufen. Kommt jetzt die Rallye, wird das Gap vielleicht erst im Januar 2019 geschlossen.

Wollen Sie noch ein Argument gegen das Bearish Engulfing Pattern? Schauen wir uns im Vergleich dazu den DAX inklusive den außerbörslichen Kurse an. Sie werden feststellen, das Muster verschwindet. Hier sehen Sie denselben DAX – nur eben nicht den Xetra-Handel, sondern alles, was rund um die Uhr geschieht.

Und schon sieht der heutige rote Tag gar nicht mehr so bedrohlich aus – vom langen Docht der heutigen Kerze einmal abgesehen.

Gold: Die Party ist vorerst beendet.

Ist der Goldpreis im vergangenen Monat endlich wieder gestiegen, so geht er aktuell schon wieder in Richtung Keller.

Sie sehen eine Momentaufnahme im Stundenchart von Gold. Gerade ging es rapide bergab. Bei 1.230 US-Dollar ist offenbar nach oben erst einmal der Deckel drauf. Erst darüber wird es richtig bullisch.

Eventuell ist Gold jetzt schon in einem Bereich angekommen, wo es Unterstützungen gibt. Möglicherweise geht es aber noch einmal runter bis 1.210 US-Dollar oder sogar 1.200 US-Dollar.

Ein solch starker Abverkauf würde wiederum gegen ein Risk-On an den Märkten sprechen. Gold wird gerne zur Absicherung gekauft. Wenn das nicht mehr gebraucht wird, könnten die Aktien wieder steigen. Im Umfeld der Krise an der Krim ist es allerdings durchaus interessant, dass Gold nicht anzieht, sondern massiv abverkauft wird.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.