DAX und MDax: Aktienrückkäufe auf höchstem Stand seit 2008

Laut einer aktuellen Studie haben Aktienrückkäufe bei den DAX- und MDax-Unternehmen derzeit wieder Hochkonjunktur. Hier erfahren Sie mehr: (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Laut einer aktuellen Studie des Flossbach von Storch Research Institute (gehört zum renommierten Vermögens-Verwalter Flossbach von Storch) haben die Firmen aus dem DAX und MDax in diesem Jahr so viel Geld in Aktienrückkäufe investiert wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

Aktienrückkäufe auf höchstem Stand seit 2008

Bis September 2017 haben die 50 MDax- und die 30 DAX-Unternehmen eigene Aktien im Wert von 4,2 Mrd. € zurückgekauft. Dabei handelt es sich um den höchsten Wert seit 2008.

Allerdings muss dazu gesagt werden, dass der bisherige Höchstwert von 2008 deutlich oberhalb des diesjährigen Wertes liegt.

Ursächlich für die hohen Aktienrückkäufe ist v. a. die gute Konjunktur, welche dafür sorgt, dass die Geschäfte brummen und so die Barmittel in den Konzernen steigen.

Die jüngsten Aktienrückkäufe verteilen sich auf die folgenden 6 Unternehmen:

  • die Versicherer Allianz und MunichRe (beide DAX),
  • die Industrie-Konzerne Siemens (DAX) und GEA (MDax),
  • den Sportartikel-Hersteller Adidas (DAX)
  • und den Lichtspezialisten Osram (MDax).

Der im DAX notierte Software-Riese SAP hat zudem erst kürzlich ein Aktienrückkauf-Programm für 2017 angekündigt.

Nun haben Sie also erfahren, dass Aktienrückkäufe in Deutschland wieder Hochkonjunktur haben.

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Im Folgenden möchte ich Ihnen noch erläutern, wie sich Aktienrückkäufe auswirken und welche Bedeutung diese für Sie als Anleger haben.

Wie sich Aktienrückkäufe auswirken

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsen-Sprache sagt man weniger brutal: „einzieht“), hat das mehrere positive Auswirkungen:

  • Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Firmengewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss. Das bedeutet: Selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt der Gewinn je Aktie, was dazu führt, dass das Bewertungs-Niveau der Aktie sinkt, was wiederum neues Kurs-Potenzial für die Aktie eröffnet.
  • Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt ihre Dividendenrendite automatisch – auch dann, wenn die Dividendensumme gleich bleibt.
  • Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  • Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an den Konzern verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Achten Sie nicht nur auf Aktienrückkäufe

Aktienrückkäufe können sich also durchaus positiv auswirken – und tun dies in sehr vielen Fällen auch.

Dennoch sollte ein Aktienrückkauf-Programm für Sie als Anleger nicht als alleiniges Kaufargument für eine Aktie reichen.

Wählen Sie daher Aktien aus, die den Spagat aus Aktienrückkäufen, Dividenden-Ausschüttungen, ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder schaffen!

Daenn damit stehen Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf der Gewinner-Seite.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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