DAX unter 12.000 Punkte bringt Ihnen gute Kaufkurse

Gestern ist der DAX 30 gleich zum Wochenanfang unter 12.000 Punkte gefallen. Sofort konnten Sie dazu Kommentare wie diesen lesen:

„Sollte der DAX die Marke von 12.000 Punkten jetzt nicht zurückerobern, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Kursrückgangs bis zunächst 11.550 Punkte deutlich an.“

Natürlich kann der DAX 30 jederzeit korrigieren. Aber im Vorfeld des dreifachen Verfallstages so zu argumentieren, hat weder Hand noch Fuß.

Da haben Kurs-Ausschläge nach oben oder unten keine große Bedeutung. Denn ein aktuell besonders wichtiger Kurstreiber der Märkte wird bei solchen Kommentaren außer Acht gelassen.

Hexen sorgen für Auf und Ab der Kurse

Die Kurstreiber sind die Hexen: Sie tanzen auf und ab – ein wilder Hexentanz. Und sie tanzen noch weiter – bis zum Montag der übernächsten Woche.

Das ist der so genannte Hexentanz an der Börse

4x im Jahr kommt es an den Börsen zum sogenannten Hexensabbat. Der richtige Ausdruck ist großer oder 3-facher Verfallstag.

Das ist jeweils der 3. Freitag im März, Juni, September und Dezember jeden Jahres. Der nächste 3-fache Verfallstag ist entsprechend der 17.03.2017 (Freitag kommender Woche).

Am Hexensabbat laufen an den Terminbörsen viele Kontrakte aus. An der Eurex sind das beispielsweise Optionen und Futures auf den DAX 30 und auf Einzelwerte.

Der Hexensabbat fällt an allen wichtigen Börsen dieser Welt auf denselben Tag. Es verfallen also auch Kontrakte auf andere Indizes, wie Dow Jones und so weiter.

Hintergrund zum großen Verfallstag an der Börse

Käufer von Calls haben das Recht, die Basiswerte ihrer Calls (z. B. Aktien) zum Basis-Preis der Calls zu beziehen.

Und Käufer von Puts haben das Recht, die Basiswerte ihrer Puts zum Basis-Preis zu verkaufen. Das wirkt sich auf den Hexensabbat aus.

Institutionelle Anleger halten typischerweise sehr große Optionen-Positionen.

In den Tagen vor dem Verfall am Hexensabbat versuchen sie deshalb oft, Aktien (Basiswerte ihrer Optionen) durch Kauf und Verkauf an der Börse im Kurs zu bewegen.

Für den Verfallstag wollen sie auf diese Weise für sich günstige Kurse zur Abrechnung erreichen.

Vor dem Hexensabbat sind große Kursbewegungen typisch

Die durch den Hexensabbat begründeten Käufe und Verkäufe führen in den Tagen vor dem Verfallstag oft zu großen Kursbewegungen der Aktien und Indizes.

Und so ist es auch jetzt, wie Sie gestern bei dem angesprochenen Rücksetzer des DAX 30 unter 12.000 Punkte sehen konnten.

Diese Kurs-Turbulenzen sind nicht durch kursrelevante Nachrichten ausgelöst.

Sie werden deshalb mit dem mystischen Tanz der Hexen auf dem Reisigbesen verglichen – daher der Name „Hexensabbat“.

Hexensabbat wirkt einen Tag nach

Über Optionen werden am Hexensabbat große Aktienbestände gekauft und verkauft.

Diese werden i. d. R. am nächsten Handelstag an der Börse (montags nach dem Hexensabbat) glattgestellt.

Deshalb ist oft auch der Montag nach dem Hexensabbat noch von den Auswirkungen des Verfallstages betroffen. Das kann nochmals zu deutlichen Kursschwankungen führen.

2 Tipps zum Hexensabbat

Nächste Woche Freitag (17.03.2017) ist wieder Hexensabbat bzw. großer Verfallstag.

  1. Beachten Sie die Kurs-Ausschläge nicht

Messen Sie möglichen Kurs-Ausschlägen kurz vor und nach dem Hexensabbat keine große Bedeutung bei. Sie sind durch den Hexensabbat begründet und kündigen keinen neuen Trend an.

  1. Nutzen Sie Abstauber-Limits

Wenn Sie rund um den Hexensabbat Käufe oder Verkäufe von Optionen planen, versuchen Sie diese mit Limits durchzuführen, die deutlich niedriger (beim Kauf von Optionen) oder höher (beim Verkauf von Optionen) als der aktuelle Kurs an der Börse sind.

Mit ein bisschen Glück können Sie zum Schnäppchenpreis kaufen oder zu einem sehr guten Kurs verkaufen.

Zum guten Schluss: Heute vor 151 Jahren, also am 07.03.1866, kam der deutsche Schriftsteller und Journalist Carl Friedrich Paul Ernst zur Welt.

Er schrieb:

„Die heutigen Menschen glauben, daß man die Arbeit so einrichten müsse, daß sie möglichst viel Ertrag abwerfe. Das ist ein falscher Glaube. Man muß die Arbeit so einrichten, daß sie die Menschen beglückt.“

Ich stimme Herrn Ernst zu.

Seine Aussage galt um 1900 so wie jetzt. Für „möglichst viel Ertrag“ haben Sie die Börse und Optionen. Ich wünsche Ihnen beglückende Arbeit und ertragreiche Börsen-Geschäfte.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

7. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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