DAX unter 12.000 Punkten: Wann kommt die Explosion und in welche Richtung?

DAX Logo RED_shutterstock_392120233_imagentle

Heiß geht es her! Der DAX stürzt sich weiterhin in die Tiefe. Wie geht es weiter. Wir zeigen die wichtigsten Punkte im Trading und warum sie lieber noch abwarten sollten. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der Fahrplan geht auf. Der DAX korrigiert weiter. Steigende US-Zinsen und die Italien-Krise drücken die Märkte nach unten. Aber Vorsicht: Wir haben hier noch keinen Crash! Sie müssen also auf gar keinen Fall überall sofort die Reißleine ziehen.

Viel mehr ist es vermutlich einfach eine etwas deutlichere Korrektur, weil der Markt die neue Situation erst noch bewerten muss. Der Amerikaner spricht hier von einem „Repricing“. Der alte Preis kommt ab, der neue wird draufgeklebt und dann geht es wie gewohnt weiter. Zwischendurch holpert der Markt natürlich. Das sind wir vom DAX gewohnt. Doch jetzt machen auch die US-Indizes mit. Selbst heute am Columbus Day. Da werden interessanterweise die Aktien gehandelt – nur der Bond-Markt bleibt liegen.

DAX – diese Punkte sind jetzt wichtig

Schauen wir uns zusammen noch einmal den aktualisierten Chart von einer der vorherigen Ausgaben des Trading Insiders an. Das Bild ist unverändert. Der DAX bewegt sich weiterhin in seinem Spielraum. Doch langsam wird es eng und endlich auch spannend.

Die blaue Trendlinie verläuft aktuell übrigens bei rund 11.950 Punkten. Diese wird aber vielleicht nur ein Nebenkriegsschauplatz. Wir müssen davon ausgehen, dass der Markt jetzt möglichst viele Trader in die Irre führen will, wenn wir doch noch eine Jahresendrallye erleben. Das ist das positive Szenario. Dazu gleich mehr.

Sollte der Markt aber unter das Jahrestief bei 11.695 laufen – wird es in den meisten Fällen rapide bergab gehen. Dann können wir auch schnell unter der 11.000 Punkte-Marke stehen! Dessen müssen Sie sich bewusst sein. Doch das ist aktuell nur Plan B. Auch wenn viele Analysten schon die böse Schulter-Kopf-Schulter-Formation im Chart sehen und völlig zurecht waren. Doch diese Nackenlinie verläuft im Bereich zwischen 11.865 und 11.875. Notieren Sie sich diese Zahlen! Es ist durchaus realistisch, dass wir diese Werte in den nächsten Stunden, Tagen oder Wochen sehen. Aktuell favorisiere ich den Zeitraum der Tage. Wochen würde es tatsächlich nur dauern, wenn der DAX extrem seitwärts läuft und sich zwischendurch vielleicht sogar noch einmal Richtung 12.190 oder sogar 12.300 Punkte kämpft, bevor es dann wieder gen Süden geht.

Deutschland Aktien shutterstock_401691988 gopixa

Ihre persönliche Chartanalyse für DAX, NASDAQ und GoldSteigende Volatilität und Kursbewegungen in beide Richtungen. Haben Sie aktuell noch den Überblick, welche Charts in welche Richtung tendieren? › mehr lesen

Die bullische Marke liegt im Bereich zwischen 11.460 und 11.550. Sollten wir diese Werte erreichen, hellt sich das Bild um den DAX auf. Davor wird es aber sicherlich auch einen Impuls vom S&P 500 geben. Der DAX wird also nicht über Nacht aus seinem Tiefschlaf erwachen.

So werden Trader reingelegt!

Jetzt zum entscheidenden Szenario: Diese Bärenfalle sieht verdammt lecker aus! Stellen Sie sich vor, die Kurse rauschen weiter nach unten. Wir notieren sogar unter 11.900 Punkten. Alle Augen sind auf den Bereich um 11.870 Punkte gelegt. Fallen wir sogar darunter, gibt es den nächsten Bärenmarkt. Sicherlich haben schon einige Trader hier ihre Short-Käufe in den Markt gelegt. Was passiert also, wenn wir diese Marke unterschreiten? Die Volatilität steigt. Die Shorts werden aktiviert. Der Markt plumpst vielleicht noch schnell einmal 100 Punkte nach unten. Und was passiert dann?

Die zittrigen Händen haben verkauft. Jetzt ist es Zeit, für die ruhigen Hände Kasse zu machen und den DAX nach oben zu schieben. Werden erst einmal die ganzen Stops der Shorts aktiviert, schnellt der DAX flink über 12.000 Punkte und die Trader reiben sich verwundert die Augen. Ich persönlich werde meine bereits aktiven Shorts idealerweise im Bereich um 11.875 verkaufen und dann erst einmal abwarten.

Denn sollte der Bärenmarkt wirklich starten, haben wir noch ganz viel Zeit mit Shorts in den Markt einzusteigen, die wesentlich sicherer sind. Hier riecht es aktuell einfach zu sehr nach Bärenfalle, als dass ich hier mit großen Positionen mitspielen würde.

Natürlich muss es nicht so kommen. Es ist eine von vielen Möglichkeiten, wenngleich nicht ganz utopisch. Und wenn diese Zeilen Sie nur davor bewahren, blindlings auf weiter fallende DAX-Kurse zu setzen, hat es sich doch schon gelohnt.

Es wäre tatsächlich ein fulminanter Start für die Jahresendrallye, wenn der DAX kurz unter den Jahrestiefs den Turbo wieder zündet. Aber auch hier gilt: Kaufen Sie nicht zu früh. Schnaufen Sie lieber noch einen Tag durch und vermeiden Sie unnötige und teure Fehler. Wenn die Jahresendrally richtig startet, können wir immer noch einen DAX von 13.000 und mehr Punkten sehen. Da kommt es auf 100 oder 200 Punkte nicht an, wenn die Masse danach entspannt mitgenommen werden kann.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.