DAX unter Druck, aber die deutsche Baubranche boomt

Aktuell wird sehr vieles in Deutschland schlecht gemacht bzw. schlecht geredet. Dazu zählen auch die Folgen der Zuwanderung. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle nicht sagen, dass es keine negativen Folge der Zuwanderung geben wird – denn die gibt es zweifelsohne.

Aber: Wo Schatten ist, da ist stets auch Licht. Soll heißen: Die Zuwanderung bietet auch etliche Chancen. Und auf eine der sich daraus ergebenden Chancen möchte ich heute an dieser Stelle eingehen. Doch bevor ich dies tue, möchte ich noch explizit erwähnen, dass es sich dabei nicht um die einzige Chance handelt, die uns die Zuwanderung bietet.

Die Baubranche profitiert massiv von der Zuwanderung

Viele Baufirmen in Deutschland können sich aktuell vor Aufträgen kaum retten: Der Wohnungsbau hierzulande boomt wie schon lange nicht mehr. Einer der Gründe dafür ist, dass die Konditionen für Häuslebauer so günstig sind wie nie zuvor.

Ein weiterer Grund ist der Flüchtlingsstrom, der uns seit einigen Monaten erreicht. Gut 265.000 neue Wohnungen sind nach aktuellen Schätzungen allein im vergangenen Jahr in Deutschland gebaut worden. Das sind rund 20.000 Wohnungen mehr als noch im Jahr zuvor und über 100.000 Wohnungen mehr als im Jahr 1 nach der Banken- und Finanzkrise (2009).

Künftig wird die Zahl der jährlich neu gebauten Wohnungen wohl noch deutlich stärker steigen müssen. Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, meint, dass angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms jährlich bis zu 400.000 neue Wohnungen erforderlich seien.

Auch das Bauministerium sieht einen jährlichen Bedarf von 350.000 bis 400.000 Wohnungen. Das bedeutet konkret, dass pro Jahr rund 100.000 zusätzliche Wohnungen fehlen. Um eine weitere Zunahme der Wohnungsnot zu verhindern, will die Bundesregierung den Neubau von Mietwohnungen in Städten mit angespannter Wohnsituation mit Steuervergünstigungen ankurbeln.

Zudem sollen die Fördermittel des Bundes für den sozialen Wohnungsbau in den kommenden 3 Jahren auf 1 Mrd. Euro verdoppelt werden. Das alles kostet zwar Geld – um genau zu sein Steuergelder. Doch bietet dieser Bauboom auch Chancen für Investoren und damit für Sie!

Mit Immobilien- und Bau-Aktien können auch Sie profitieren

Sie können mit Immobilien- und Bau-Aktien von dem Bauboom profitieren, der unter anderem durch die starke Zuwanderung ausgelöst wurde. Hier bietet es sich unter anderem an, in börsennotierte Wohnimmobilien-Spezialisten wie die neuerdings im DAX notierte Vonovia SE zu investieren.

Zudem können Sie auf Unternehmen setzen, die als Zulieferer vom Bauboom profitieren. Hierzu zählen beispielsweise Bauzulieferer wie Braas Monier oder Sto.

Abschließend möchte ich Sie noch wissen lassen, dass die Bauindustrie in Deutschland im laufenden Jahr voraussichtlich um 3% wachsen wird und damit um rund 50% mehr als die gesamte Wirtschaft in Deutschland (voraussichtliches Wachstum von knapp 2%). Daher setzen Sie – wenn Sie hier investieren – auf eine der Gewinnerbranchen 2016.

20. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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