Dax unterbricht Erholungsrally – VW droht neuer Ärger

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Die Konjunkturaussichten sind mau, der Dax hat seine Aufholjagd am Dienstag unterbrochen. In Wolfsburg droht VW weiterer Ärger. (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Der Dax hat seine Aufholjagd vorerst unterbrochen. Am Dienstag rutschte das Barometer ins Minus und schloss 0,9 Prozent schwächer bei 10.032 Punkten.

Schwache Konjunkturaussichten belasten Dax

Schuld daran waren vor allem eingetrübte Konjunkturaussichten. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Prognosen für die kommenden Monate fielen laut ZEW-Index deutlich schwächer aus als erwartet.

Unterstrichen wurde diese Tendenz durch Zahlen aus China die belegen, dass die Absätze der Automobilbranche dort spürbar langsamer wachsen als zuletzt.

Dementsprechend gerieten in Frankfurt vor allem die Autokonzerne einmal mehr unter die Räder. Daimler und BMW landeten mit Abschlägen von jeweils 1,3 Prozent im Mittelfeld, während Zulieferer Continental mit einem Minus 1,6 Prozent deutlicher abgestraft wurde.

Neuer Ärger für VW?

Noch tiefer sackte die VW-Aktie ab, die sich um 2,1 Prozent verbilligte. Für die Wolfsburger kommt es knüppeldicke. Nach jüngsten Medienberichten könnte im Zuge des Abgasskandals eine Rückzahlung der Abwrackprämie anstehen, die den Konzern wohl weitere Millionenbeträge kosten würde.

Seinerzeit hatten Autobesitzer einen staatlichen Zuschuss erhalten, wenn sie ihr Altfahrzeug verschrotten ließen und stattdessen einen Neuwagen anschafften, der bestimmten Klimaschutzvorgaben entsprach.

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Die von den Abgasmanipulationen betroffenen VW-Dieselfahrzeuge erfüllten diese Vorgaben zumindest teilweise offenbar nicht, sodass in diesen Fällen die Prämie eigentlich nicht hätte ausgezahlt werden dürfen. Da die Kunden aber nicht wussten, dass ihr Neuwagen die Umweltauflagen nicht erfüllte, kann man von ihnen kaum eine Rückerstattung der Abwrackprämie einfordern.

Stattdessen würden diese Zahlungen nun zusätzlich auf Volkswagen zurollen. Einziger Trost: Damals wurden den Zulassungszahlen nach deutlich mehr Benzin- als Dieselfahrzeuge gekauft. Volkswagen gilt mit seinen zahlreichen Tochtermarken von Seat bis Audi als einer der größten Nutznießer der Abwrackprämie.

Energiewerte tiefrot, SAP überzeugt

Noch schwächer als VW schnitten in Frankfurt die Commerzbank und K+S ab, deren Aktien jeweils um 2,6 Prozent nachgaben. Schlusslichter waren einmal mehr die Energieriesen Eon und RWE mit Abschlägen von 4,7 und 5,8 Prozent. Beide Papiere hatten nach langer Durststrecke zuletzt aufgeholt, nun werden offenbar hastig Gewinne eingestrichen.

Auf die Gewinnerseite schafften es im schwachen Umfeld lediglich drei Werte. Die Lufthansa und Dax-Neuling Vonovia rückten um 0,3 und 0,4 Prozent zu. Einsamer Spitzenreiter war SAP mit einem satten Plus von 5,4 Prozent.

Der Softwarehersteller hatte mit seinen Quartalszahlen punkten können. Der bereinigte Gewinn kletterte um 19 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro und lag damit über den Markterwartungen. Die Cloud-Sparte erweist sich weiterhin als wachstumsstarker Umsatztreiber. Die Konzernführung hat daraufhin ihre Jahresprognose bestätigt.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.