DAX-Unternehmen: So wichtig ist China

Die Aktionäre brauchen weiterhin gute Nerven: Gestern verlor der DAX knapp 5%, heute gewann der DAX knapp 5%.

Und das alles nur, weil einige Investoren Vermutungen anstellen, ob die Wirtschaft in China hart oder weich landet. Automatische Verkaufs- und Kauf-Order verstärken dann noch die Schwankungen.

Wie gestern hier an dieser Stelle geschrieben: Mit der Bewertung und dem gezielten Handel von Unternehmens-Anteilen (genau das sind Aktien) hatte das weder heute noch gestern etwas zu tun. Das war ein Computerspiel mit riesigen Einsätzen.

Der Ausverkauf an den Börsen am gestrigen „Schwarzen Montag“ sorgte dafür, dass weltweit rund 3 Bio. US-Dollar an den Börsen vernichtet wurden.

Die Hintergründe

Die überraschende Abwertung der chinesischen Währung Yuan Mitte August löste regelrechte Schockwellen an den weltweiten Börsen aus.

Über die – aus meiner Sicht – wahren Beweggründe hinter der Yuan-Abwertung habe ich Ihnen gestern an dieser Stelle berichtet:

Insgesamt wurden seit der Abwertung bis gestern Abend weltweit über 8 Bio. US-Dollar an Börsenwerten vernichtet! Das entspricht fast der jährlichen Wirtschaftsleistung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China.

Ich habe immer wieder betont, wie verrückt die Börsen in den vergangenen Tagen gespielt haben und was ich davon halte. Diese Überreaktion wird anhand der Zahlen deutlich, die ich Ihnen gerade genannt habe.

Andere Zahlen, die belegen, wie überzogen die Reaktion an deutschen Börsen auf die Konjunktur-Sorgen um China war, möchte ich Ihnen jetzt vorstellen.

Umsatzanteile der DAX-Unternehmen in China

Blicken wir jetzt auf die 10 DAX-Unternehmen, die die größten Umsatzanteile in China haben:

Ich kann Ihnen schon jetzt verraten, dass Sie angesichts der Tatsache, dass der DAX gestern am Tiefpunkt 23% unterhalb seines Jahreshochs notierte, verblüfft sein werden.

Denn: Es gibt nur ein Unternehmen im DAX, das überhaupt einen Umsatzanteil von mehr als eben jenen 23%, die der DAX verlor, in China hat.

Dabei handelt es sich um den größten Automobilhersteller der Welt: VW. Der Umsatzanteil von VW in China lag im Geschäftsjahr 2014 bei 32,2%.

Alle anderen 9 Unternehmen in der Liste mit den 10 DAX-Unternehmen, die die größten Umsatzanteile in China haben, liegen deutlich unter dem Wert von VW.

Auf Rang 2 folgt Infineon mit einem Umsatzanteil von 20,1% in China, danach folgen BMW mit 18,7%, Lanxess mit 12,7%, Adidas mit 12,5% und Continental mit 11,6%.

Auf den weiteren Plätzen folgen HeidelbergCement mit einem China-Umsatzanteil von 11,2%, Daimler mit 10,2%, Siemens mit 9% und Bayer mit 8,6%.

Die restlichen 20 DAX-Unternehmen haben noch geringere Verbindungen zum chinesischen Markt.

Wir reden auch nicht davon, dass diese Anteile auf 0 sinken werden, sondern darüber, ob der Anteil weiterhin stark steigen wird, nur noch leicht steigt oder im ungünstigen Fall stagniert. Es geht also um Veränderungen im 1-stelligen Prozentbereich.

Risiko-Abschlag war zu groß

Daher ist die heutige Kurserholung an deutschen Börsen mehr als angemessen. Viele Anleger scheinen sich der Absurdität des Kursverfalls in den vergangenen Tagen nach und nach bewusst geworden zu sein.

Hinzu kommt: Der Großteil der Anleger, die aus Aktien (scheinbar um nahezu jeden Preis) raus wollten, ist nach meiner Einschätzung draußen. Auf der anderen Seite sind die Schnäppchenjäger heute aktiv geworden.

Dies gilt übrigens auch für mich: Auch ich habe heute im Rahmen meines Börsendienstes „Power-Depot“ mit einem ersten Schnäppchenkauf zugeschlagen. Weitere Käufe werden zeitnah folgen.

25. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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