DAX-Urgestein Lufthansa steigt in 2. Börsenliga ab

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Die Deutsche Lufthansa muss den DAX verlassen, Deutsche Wohnen steigt dafür auf. Doch wie wirken sich die Anpassungen aus? (Foto: Dawid Lech / Shutterstock.com)

Seit vergangener Woche ist es amtlich: Das DAX-Gründungsmitglied Lufthansa muss aufgrund des Corona-bedingten Kurssturzes den Leitindex verlassen und steigt in die sogenannte 2. Börsenliga, den MDax, ab. Das gab die Deutsche Börse bei der turnusgemäßen Überprüfung ihrer Aktienindizes bekannt.

Ersetzt wird die Lufthansa im Deutschen Aktienindex durch den Berliner Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Damit bekommt die Bundeshauptstadt 14 Jahre nach der Schering-Übernahme durch Bayer wieder einen DAX-Konzern. Das Unternehmen ist mit bundesweit 160.000 Wohnungen der zweitgrößte private Vermieter in der Republik.

Weitere Veränderungen in der deutschen Indexlandschaft

Sowohl der Abstieg der Deutschen Lufthansa als auch der Aufstieg der Deutsche Wohnen waren im Vorfeld erwartet worden. Ebenfalls erwartet wurden der Einzug des Werbeunternehmens Ströer in den MDax und der Abstieg der Deutschen Pfandbriefbank in den SDax.

Dort ersetzen zudem der UV-Experte Dr. Hönle und Atoss Software den Halbleiterhersteller Elmos Semiconductor und den Finanzvertrieb MLP. Die meisten Änderungen in der deutschen Indexlandschaft hatten in erheblichem Maße mit der Corona-Pandemie zu tun.

Denn: Ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit der Indexzugehörigkeit ist der Börsenwert (der frei handelbaren Aktien). Und der Börsenwert ist bei einigen Unternehmen wie beispielsweise der Lufthansa Corona-bedingt deutlich eingebrochen. Andere Unternehmen litten kursmäßig kaum unter den Folgen der Pandemie und stiegen dafür in den nächst höheren Index auf.

So wirken sich die Index-Anpassungen aus

Kommen wir abschließend noch zu den Auswirkungen der Index-Anpassungen: Sie sorgen dafür, dass zuletzt erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken.

Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes trotz vorübergehender Turbulenzen langfristig immer steigen. Die Bremsen werden entfernt. Soweit die allgemeinen Auswirkungen. Doch was passiert mit den Aktienkursen der einzelnen Unternehmen, die auf- oder abgestiegen sind?

Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers aus, ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus.

Der Hauptgrund: Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen.

Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv. Aber: Bei Bekanntgabe der Index-Änderungen ist das oft schon in den Kursen eingepreist.

Da es aber weder pauschal so ist, dass die Aufsteiger sich in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen. Prüfen Sie vor dem Kauf oder Verkauf stets die fundamentalen Daten!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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