DAX: Verblüffende Ähnlichkeit

Das kennen wir doch schon! Was? Das verrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Eigentlich war der Dax-Index schon im Oktober fertig mit 2017. Denn im November und Dezember ging es entgegen der weiter kletternden Börsen in Übersee deutlich bergab.

Und auch der Start in das neue Börsenjahr 2018 misslang. Bis auf unter 12.750 Punkte fiel das deutsche Aktienbarometer am ersten Handelstag des neuen Jahres.

Das ist schon etwas enttäuschend, wenn man die Rekordjagd in den USA betrachtet. Aber es zeugt auch von einer gewissen Seriosität. Hierzulande sind die Kurse der Aktien nicht übertrieben nach oben in völlig überkauftes Terrain gepeitscht worden. Der DAX-Index hat mit +12,51% Kursanstieg ein gutes Jahr hinter sich.

Durch die gesunde Konsolidierung eröffnet sich durchaus noch weiteres Potenzial nach oben.

Auch rein charttechnisch sieht die Lage gar nicht so schlecht aus und es könnte ab Februar sogar einen neuen Anlauf in Richtung neuer Allzeithochs geben. Wenn da nicht das Damoklesschwert USA über den Märkten schwebt. Denn dort steigt die Rückschlagsgefahr mit jedem Tag weiter an und nur ein Töricht mag glauben, dass der deutsche Aktienmarkt sich einer eventuellen US-Korrektur entziehen kann.

Zunächst der Blick auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

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DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Kurzfristiger Abwärtstrend seit Mitte Dezember

Im kurzfristigen 1-Monatschartbild vom DAX-Index erkennen Sie ganz schnell den Abwärtstrend seit Mitte Dezember (roter Trend). Er wurde mehrfach an der Obergrenze getestet und jedes Mal prallte der Index wieder nach unten ab (rote Kreise).

Aktuell knabbert der DAX an der Abwärtstrendgeraden. Gelänge die Überwindung der roten Grenze, dann kommen ihm bei 12.975 und 13.025 aber sofort 2 aus kurzfristiger Chartanalytik gewichtige Hürden entgegen (grüne Widerstandslinien). Erst, wenn diese beiden Niveaus geknackt sind, darf man sich über Kurspotenzial unterhalten.

Ein abermaliger Rückschlag würde ihn aber bis an oder sogar unter die kurzfristigen Unterstützungen drücken (blaue Horizontalen). Sie liegen bei 12.875 und 12.750 Punkten.

Eine untere Begrenzung ist im Chartbild nicht ausfindig zu machen, jedenfalls noch nicht. Denn ein Unterschreiten der unteren blauen Linie würde neues Abwärtspotenzial bedeuten. Dies ist im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild vom DAX-Index wesentlich besser zu erkennen:

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DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Wiederholung der Sommerkorrektur?

Wenn wir uns den Jahresverlauf des DAX-Index anschauen, fällt auf, dass er im Begriff ist, eine Art Rhythmus zu wiederholen.

Wir hatten in 2017 von März bis Mitte Juni einen starken DAX. Dann setzte die 10-wöchige Sommerkorrektur ein, die den Index bis Ende August wieder auf Märzniveau drückte.

Verblüffende Duplizität der Winterpause mit der Sommerpause.

September und Oktober waren wieder sehr stark und seit November läuft wieder die Korrektur. Wenn sich dieser Rhythmus mit einer 10-wöchigen Winterkorrektur wiederholen sollte, dann dürfte der Januar noch holprig verlaufen. Ich habe Ihnen ein mögliches Korrekturband eingezeichnet (blauer Abwärtstrendkanal). Wichtig ist dabei, dass die unteren hellgrünen Unterstützungen bei etwa 12.600 und 12.325 Punkten nicht unterschritten werden. Damit haben wir auch unser Abwärtspotenzial aus der Kurzfristanalyse bestimmt.

Nach oben kommt dem DAX-Index neben der Abwärtstrendlinie ein 3er-Bündel aus Widerständen (rote Linien) entgegen. Es ist aktuell schwer vorstellbar, dass der DAX diese Hürden im Januar überwinden kann.

Abschließend noch ein Blick auf denlangfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

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DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Test der Unterseite des mittelfristigen Aufwärtstrends 

Es bleibt zwar dabei: Im 10-Jahres-Chartbild bleibt der übergeordnete langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) völlig intakt! Die obere Begrenzung stellt das Maximalziel dar und liegt aktuell bei etwa 14.000 Punkten.

Aber der mittelfristige Aufwärtstrend (grüner Trendkanal), welcher bereits seit Mitte 2016 befolgt wird, droht nun an der Unterseite getestet zu werden (roter Kreis).

Diese liegt bei etwa 12.500 Punkten. Aufgrund der Unschärfe eines 10-Jahreschartbildes kann auch in einer Art Übertreibung der Markt kurzfristig die 12.325er Marke antesten, sollte aber dann schnell wieder ansteigen und zumindest zu einem Wochenschluss wieder über der 12.500 stehen.

Ein weiteres Abgleiten würde den Trend zerstören und eine Neubewertung des Marktes erfordern.

Fazit:

Es sieht so aus, als ob sich die Sommerkorrektur im Winter wiederholt. Wichtig ist dabei nur, dass der mittelfristige Aufwärtstrendkanal bestehen bleibt.

Ein erfolgreicher Test der 12.500, respektive kurz auch der 12.325er Marke, könnten Kaufniveaus sein im Hinblick auf eine Quartalsendrally.

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!