Dax verliert im August 8 Prozent

Die Lage am Parkett bleibt angespannt. So rutschte der Dax zum Wochenauftakt zunächst deutlich ins Minus, konnte die Verluste aber später eindämmen und schloss 0,4 Prozent schwächer bei 10.259 Punkten.

8 Prozent Verlust im August

Damit verbucht der Leitindex für den Monat August ein Minus von rund 8 Prozent – so schlecht lief es schon seit vier Jahren nicht mehr. Auslöser der Misere waren wohl die heftigen Börsenturbulenzen in China, die in den vergangenen Wochen immer wieder auch den Dax auf Talfahrt schickten. Zudem bleiben die Umsätze in den Sommermonaten traditionell gering, sodass die Volatilität ohnehin ansteigt.

Für weitere Verunsicherung sorgt der Zeitplan der Federal Reserve mit Blick auf die Zinswende. Viele Anleger haben sich inzwischen darauf eingerichtet, dass diese wohl erst später und nicht schon im September stattfinden wird – doch nun mahnen einige Notenbanker, dass eine baldige Zinswende wohl noch nicht vom Tisch ist. Das sorgt für weitere Nervosität bei den Anlegern.

RWE unter Beschuss

Bei den Einzelwerten eroberte Infineon die Dax-Spitze mit einem Plus von 2,1 Prozent, gefolgt von Fresenius und Merck, deren Papiere um 0,7 und 0,3 Prozent vorrückten. Einige weitere verbuchten minimale Gewinne, die meisten Dax-Titel aber rutschten in die Verlustzone.

Besonders heftig traf es wieder einmal die Energiekonzerne. RWE landete mit einem Tagesverlust von 4,4 Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Vorletzter wurde Konkurrent Eon mit einem Minus von 1,8 Prozent.

Beide Unternehmen haben sich zu spät auf die Energiewende eingestellt und sind nun von hohen Investitionskosten einerseits und rückläufigen Gewinnen andererseits belastet. Sie müssen sich komplett neu erfinden und ihre Geschäftsmodelle umstrukturieren, um künftig profitabel wirtschaften zu können.

Die Reformprozesse sind zwar schon angestoßen, doch Früchte trägt das Ganze bislang nicht. Im Gegenteil: Anleger müssen sich wohl erneut auf eine Dividendenkürzung einstellen. Darüber hinaus fliegt RWE aus den EuroStoxx 50.

Lanxess fliegt aus dem Dax

Und auch die Dax-30 müssen sich von einem ihrer Werte verabschieden: Lanxess wird nach nur drei Jahren aus dem Index absteigen, als Nachrücker steht die Deutsche Annington in den Startlöchern. Die neue Zusammensetzung wird zum 21. September wirksam.

Angesichts dieser schlechten Nachrichten verwundert es nicht, dass Lanxess am Montag ebenfalls zu den schwächsten Dax-Titeln gehörte. Die Aktie verlor 1,5 Prozent.

Auch BMW, Volkswagen, Daimler und Continental standen erneut auf den Verkaufszetteln. Ihre Kurse gaben zwischen 0,9 und 1,2 Prozent nach.

1. September 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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