DAX vor Allzeithoch oder Doppeltop?

Der DAX macht aktuell einen stabilen Eindruck. Die Kurse könnten in den nächsten Wochen das Allzeithoch knacken. Brent Crude mit erwartetem Rücksetzer. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der DAX läuft seit Beginn des Jahres stabil bergauf. Zugegeben – zum Jahreswechsel hatte er auch noch einmal ordentlich Anlauf genommen. Aber nichtsdestotrotz sehen die Kurse derzeit ganz solide aus. Die Frage ist jetzt allerdings: Was passiert bei 13.500 Punkten?

Doppeltop und neuer Crash?

Das ist leider die Gefahr. Sollten die Kurse jetzt noch einmal um den Bereich der 13.500 nach unten drehen, sieht es gar nicht gut aus für den DAX. Es gibt jedoch ein paar Anzeichen dafür, dass wir diesmal das Allzeithoch knacken.

Das Negative vorweg: Im Chart unten sehen Sie das Allzeithoch vom 7. November 2017 mit einer großen roten Kerze. Damals wurden die 13.500 intraday bezwungen, doch im Anschluss ging es rapide 100 Punkte bergab. Das ist kein gutes Zeichen und auch diesmal könnte es an der Marke viel Gegenwind geben. Die eingezeichnete blaue Linie ist übrigens die 20-Tagelinie.

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Positiv ist dagegen, dass der DAX gerade einen relativ deutlichen Trendkanal bildet. Das bedeutet unter anderem, dass die Kurse nicht in einer Übertreibung, wie Anfang November nach oben schießen, sondern gemäßigt und mit allen Marktteilnehmern. Auch wenn es bei diesem Kanal einen Ausbruch nach unten zum Jahreswechsel gab, so ist dieser die einzige Ausnahme und wurde auch schnell korrigiert.

Wir laufen seit dem 4. Januar 2018 konstant über der 20-Tagelinie. So, wie die Kurse verlaufen, könnte der DAX diese Woche die 13.500 Punkte berühren, dann noch einmal nach unten nachgeben und mit der nächsten Welle nach oben die Marke überwinden. Das wäre der geplante Verlauf, wenn wir davon ausgehen, dass sich die Kurse so weiterbewegen, wie sie es seit Dezember gemacht haben.

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Ob das Allzeithoch uns diesen Gefallen tut, werden wir sehen. An solch einer Marke ist die Theorie gerne Nebensache. Ähnlich, wie die Pokalspiele beim Fußball. Sie kennen den Spruch mit den „eigenen Gesetzen“. Deshalb warten wir einfach einmal ab, was der DAX in den nächsten für Haken schlägt. Generell wirkt dieser Anlauf an die 13.500 gemäßigter und ruhiger. Es ist kein Vergleich mit dem Kursfeuerwerk Anfang November letzten Jahres.

Damals gab es zwei riesige Kurslücken und wenig Optimismus, dass der damalige Ausbruch nachhaltig ist. Genau so kam es dann auch. Die Lücken wurden rasant geschlossen und zum Jahreswechsel stand der DAX sogar zwischenzeitlich 700 Punkte unter dem Allzeithoch! Diesmal könnte es anders werden.

Was macht eigentlich Rohöl?

Nachdem wir in der vergangenen Woche auf Brent Crude geschaut haben und ich einen Rückgang oder Seitwärtsphase angekündigt hatte, hier jetzt die Auflösung: Die Kurse verhalten sich wie geplant. Das Momentum ist definitiv zurückgegangen und die Kurse verharren im Bereich grob zwischen 68 und 70 US-Dollar.

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Das kann durchaus noch einige Tage so weitergehen. Unsere beliebte 50-Stundenlinie habe ich Ihnen wieder eingezeichnet. Diese wurde noch Ende der Woche nach unten durchbrochen und prompt laufen die Kurse wieder ganz brav unter ihr. Sie können also selbst darauf achten: Sollte diese SMA-50 wieder nach oben durchbrochen werden – wird es vermutlich einen neuen Anlauf an die 70 US-Dollar-Marke geben. Doch bis dahin ist erst einmal Bärenmarkt im Stundenchart von Brent Crude angesagt. Kein Grund auf Long zu setzen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.