DAX: War’s das mit der Abwärtsbewegung?

Die Gewinnpotenziale am Aktienmarkt sind nicht immer gleich verteilt: Derzeit bietet der DAX große Kurschancen. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Es ist gerade einmal 6 Wochen her, da markierte der DAX mit 13.596 Zählern eine neue Bestmarke. Heute Morgen notierte der Leitindex mit 11.830 Punkten auf dem seither tiefsten Stand (-1.766 Zähler oder -13%).

Doch während der deutsche Aktienmarkt Ende Januar 2018 eher recht teuer zum Investieren war, ist er aktuell ausgesprochen preiswert.

Solche Phasen gibt es immer wieder: Punkte, an denen ein Markt ein hohes und dann wieder ein beschränktes Gewinnpotenzial bietet. Und diese Punkte lassen sich mit Hilfe der Charttechnik ausgesprochen präzise bestimmen!

So bestimmen Sie ganz einfach Gewinnpotenziale

Um das zu belegen, schauen wir gleich einmal gemeinsam auf den nachfolgenden Chart:

DAX: Unterschiedliche Gewinnpotenziale zu unterschiedlichen Zeiten

Wenn Sie Chartanalyse-Trends schon etwas länger lesen, dann kennen Sie diese Empfehlung: Verschaffen Sie sich mit einem längerfristigen Chart zunächst einmal einen Überblick über den Markt, in den Sie investieren möchten.

Der obige Chart reicht zurück bis ins Jahr 2008: Nur so finden Sie heraus, dass im März 2009 mit dem Tief bei 3.588 Punkten die Basis für den bis heute gültigen Aufwärtstrend gelegt wurde (gestrichelte grüne Linie).

Die Verbindung mit dem Tiefpunkt im September 2011 ergab diese Aufwärtstrend-Linie: Die Parallele dazu – durch die Tops vom Februar und Mai 2011 – erzeugt einen Trend-Kanal.

Für mich immer wieder faszinierend ist: Die Märkte, hier der DAX, berühren auch lange nach dem Entstehen immer wieder mal die Verlängerung dieser Trend-Linien. Im Chart sind diese Punkte mit roten und grünen Kreisen gekennzeichnet.

Unterschiedliche Gewinnpotenziale zu unterschiedlichen Zeiten

Auch innerhalb dieses langfristigen Trend-Kanals entstanden immer wieder eigene Auf- und Abwärtstrends. Drei wichtigere Trends sind durch die grünen, blauen und roten Linien markiert.

Wie die durchgezogene grüne Linie sichtbar macht, gibt es sogar Berührungspunkte NACHDEM der Aufwärtstrend schon längst nach unten durchbrochen war.

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Letztlich zeigen Ihnen Trend-Linien nichts anderes als Widerstände oder Unterstützungen an – nur dass sie nicht, wie üblich, horizontal verlaufen.

Die Berührungspunkte des DAX mit den Trend-Linien signalisieren Ihnen, wann Ihnen der Leitindex ein drastisch erhöhtes (grüne Kreise) oder ein stark limitiertes (rote Kreise) Gewinnpotenzial offeriert.

DAX: An massiver Unterstützungs-Zone angelangt

Aktuell scheint es wieder so zu sein: Der DAX hat am Freitag und am Montagmorgen auf dem seit Februar 2016 etablierten Aufwärtstrend (blaue Linie) aufgesetzt (grüner Kreis ganz rechts).

Zoomen wir nun einmal stärker in den Chart hinein:

DAX: An massiver Unterstützungs-Zone angelangt

Wie Sie sehen, ist der deutsche Leitindex zum Wochenauftakt exakt in die Unterstützungs-Zone zwischen 11.870 und 11.430 Punkten eingetaucht (blauer Ring).

Sie sehen indes auch, dass der DAX von dieser Zone nach oben abgeprallt ist und zwischenzeitlich schon bei 12.029 Zählern notierte.

Fazit

Mit der Entwicklung der letzten Handelstage ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gestiegen, dass der DAX nun seine tiefsten Niveaus innerhalb der laufenden Abwärtsbewegung gesehen hat.

Das „Restrisiko“ begrenzt sich an diesem Punkt auf die Unterseite der Unterstützungs-Zone bei 11.430 Zählern.

Erst wenn der DAX auch dieses Niveau deutlich unterschreitet – und damit zugleich den langfristigen Aufwärtstrend seit 2009 verlässt – entsteht wirklich Anlass zur Sorge.

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.