DAX: Was war das denn?

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Was war das denn? Die DAX-Bullen kalt erwischt! Welche Konsequenzen das hat und welche Ziele jetzt vorherrschen, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Deutsche Börse AG)

Nach dem gestrigen vermeintlichen Ausbruch über die 13.000er Marke scharrten die DAX-Bullen schon mit Ihren Hufen und standen vor einem Ansturm auf die Jahreshöchststände. Zumindest schien es so.

Doch die Nachrichten haben dem DAX-Index die schöne Laune verdorben.

„Wieder einmal politische Börsen“ hörte man überall aus den Handelssälen stöhnen. Diesmal war es die Italien-Wahl und deren mögliche Konsequenzen. Wenn ein Giuseppe Conte (er soll neuer Regierungschef werden) proklamiert: „Italien first“ und von einer (nicht vorhandenen) Sparpolitik abweichen will, dann kann man schon mal unverständlich irritiert den Kopf schütteln. Denn eine Nation, die mit über 2,3 Billionen Euro verschuldet ist, kann von Sparpolitik wohl kaum reden.

Ihre Wirkung an den Finanzmärkten haben die Aussagen Contes jedenfalls nicht verfehlt! Der Bund Future setzte zum unerwarteten plötzlichen Höhenflug an und nachdem auch unser Twitter-US-Präsident Donald Trump wieder China ins Visier nahm, kehrten auch die Aktienkurse auf dem Absatz um und sanken.

Fazit: Das gesamt Börsenjahr 2018 brachte bisher im DAX-Index vom Anfangspunkt bis heute kaum etwas. Aber das Jahr hatte es ganz schön in sich. Denn mehrfach wurden die Kurse durch politischen Einfluss durcheinandergewirbelt. Es war für den Anleger wahrlich kein einfaches Börsenjahr bis jetzt!

Wie die jüngsten Kurskapriolen charttechnisch ausgewirkt haben, untersuchen wir zunächst im kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

12.900 und 12.600 unterstützen

Im kurzfristigen 1-Mionats-Chartbild vom DAX-Index sehen Sie zunächst die sehr schöne Aufwärtsbewegung bis gestern. Der jähe Absturz von heute ist mit einem dicken roten Balken erkennbar.

Aktuell befindet sich der Index in einer ersten Unterstützungszone zwischen 12.900 und 13.000 Punkten (blaue Linien). Sie rührt von der einwöchigen Seitwärtsphase in der Woche vor Pfingsten her. Die Kraft der Unterstützungswirkung der 12.900er Marke wird aber erst im mittelfristigen 1-Monatschartbild sichtbar.

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

12.900 hat mehr Kraft

Im mittelfristigen 1-Jahreschartbild vom DAX-Index sehen wir zunächst die zwei langen Bodenbildungsformationen in der Gegend von 11.900 Punkten (untere grüne Unterstützungslinie) in Form von „Round Bottoms“.

Nach der gelungenen Wende über den Widerstand bei etwa 12.600 Punkten (schwarze gestrichelte Linie) startete der DAX-Index erwartungsgemäß weiter durch.

Bemerkenswert ist dabei aber, dass er die 12.900er Marke so zügig überwunden hatte. Denn wie aus dem Chartbild ersichtlich, sind hier in den zurückliegenden 12 Börsen-Monaten mehrere Umkehrpunkte gesetzt worden (grüne Kreise)!

Die Marke von 12.900 Punkten wirkt aktuell als Unterstützung. Gleichzeitig kommt dem DAX-Index hier die untere Begrenzung des steilen Aufwärtstrends entgegen (blaue Trendlinien). So gesehen ist die Marke sogar eine Doppelunterstützung. Allerdings war der vergangene Aufwärtstrend so steil und schmal, dass hier nicht unbedingt damit gerechnet werden darf, dass er vom DAX-Index in diesem Tempo weiterverfolgt wird. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis der Trendkanal gebrochen ist.

Dennoch ist die 12.900er Marke zunächst das Maß der Dinge, auf das geachtet werden muss.

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Hält die 12.900 nicht, geht es schnell auf 12.600 runter

Wird die 12.900 gebrochen, dann sollte der DAX-Index schnell auf 12.600 rutschen (schwarzes Zwischenplateau).

Hält auch diese Marke nicht, stünde ein erneuter Test der 11.900 ins Haus.

Aber davon gehe ich nicht aus!

Fazit mittelfristig: Gute Unterstützung an der 12.900er Marke. Sollte sie dennoch gebrochen werden, stehen 12.600 als Ziel an.

Werfen wir abschließend einen Blick in den langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Seit einem ganzen Jahr Zick-Zack zwischen 11.900 und 13.700 Punkten!

Der übergeordnete Bullentrend (blauer Trendkanal) bleibt weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt. Auch bereits in den Jahren 2011, 2014, 2015 und 2016 gab es Phasen mit Konsolidierungshaken. Kein Trend der Welt kommt ohne diese Konsolidierungen im Aufwärtstrend aus!

So ist das Zick-Zack seit einem Jahr als Konsolidierung im Aufwärtstrend zu verstehen. Das sind mitnichten einfache Zeiten für Trader, zumal die jeweiligen Richtungen durchweg vom politischen Umfeld geprägt waren.

Aus langfristiger Perspektive ist die Börsenwelt immer noch vollkommen entspannt.

An der Oberseite wäre das Optimalszenario das Erreichen der oberen Begrenzung des  langfristigen Aufwärtstrendkanals. Das maximale Potenzial ist demnach bei etwa 14.200 Punkte angesiedelt!

Aktuell auf mittelfristige Sicht von ein paar Monaten kann das Maximalpotenzial auf 13.750 Punkten beziffert werden (oberer schwarzer Kreis).

Die Betrachtung auf der Unterseite darf natürlich nicht fehlen.

Hier bietet sich die 11.900 als Maximalrisiko für die nächsten Monate an (untere grüne Linie). Sie ist aber nur durch weitere politische Unsicherheiten zu erreichen.

Die DAX-Bullen haben nach einer Korrektur die besseren Karten. Achten Sie aber auf die 12.900 und 12.600er Marken!


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!