Dax weiter auf Richtungssuche

So richtig sicher sind sich die Anleger noch nicht, in welche Richtung es weitergehen soll für den Dax. Nach mehreren Verlusttagen in der vergangenen Woche hatte der Leitindex am Freitag kräftig zugelegt.

Zum Start in die neue Handelswoche rutschte der Dax aber nun wieder in die Verlustzone. Mit einem Minus von 1,2 Prozent ging es abwärts bis auf einen Schlusskurs von 11.895 Zählern.

Gewinnmitnahmen belasten den Dax

Vor allem Gewinnmitnahmen erscheinen derzeit verlockend, nachdem der Dax zehn Wochen in Folge zulegen konnte und seit Jahresbeginn um rund 23 Prozent gestiegen war. Da mit fortschreitender Zeit auch eine Kurskorrektur immer wahrscheinlicher wird, suchen Anleger nun offenbar nach dem besten Zeitpunkt, ihre Profite einzustreichen.

Das deutsch-griechische Spitzentreffen in Berlin wurde unterdessen nur am Rande zur Kenntnis genommen. Allzu große Entscheidungen waren ohnehin nicht zu erwarten, stattdessen galt der Termin von Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras bei Angela Merkel vor allem der diplomatischen Stimmungsverbesserung.

Anleger erfreut über Pläne der Deutschen Bank

Im insgesamt schwachen und impulsarmen Marktumfeld schafften lediglich fünf Dax-Werte den Sprung in die Gewinnzone, darunter die beiden Großbanken. Die Commerzbank erfreut sich wieder größerer Beliebtheit, seit sie im Konflikt mit US-Behörden eine Lösung erzielen konnte. Die Aktie kletterte um 0,5 Prozent auf Rang drei im Index.

Noch etwas besser lief es für die Deutsche Bank, deren Anteilsscheine sich um 0,7 Prozent verteuerten. Anleger reagierten positiv auf die zur Diskussion stehende Option, sich vollständig vom Privatkundengeschäft zu trennen. Über die konkrete Form der Umstrukturierung des Konzerns soll bis zur Hauptversammlung im Mai beraten werden.

Spitzenreiter war Infineon mit einem Plus von 0,8 Prozent. Die Papiere profitierten von einem positiven Analystenkommentar nebst Kaufempfehlung.

Autowerte weit abgeschlagen

Am unteren Dax-Ende tummelten sich hingegen erneut die Autobauer. BMW, Daimler, Continental und Schlusslicht Volkswagen verzeichneten die größten Abschläge und verloren jeweils zwischen 2,6 und 3,7 Prozent.

Auch die Energieriesen RWE und Eon gehörten mit Verlusten von 1,8 und 1,3 Prozent wieder zum hinteren Drittel des Dax.

Wohin die Reise in den nächsten Tagen geht, bleibt unterdessen fraglich. Ein allmählich erstarkender Euro sowie die immensen Gewinne der Rally sprechen für eine weitere Konsolidierung. Andererseits sorgt vor allem die Flut des billigen Geldes der Europäischen Zentralbank für weitere Kaufsignale.

Bei den Einzelwerten stehen in dieser Woche zudem noch einige Bilanzen auf der Agenda.

24. März 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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