DAX: Wichtig, wichtig wichtig…

Der DAX hat neue Gegner. Und welche Marken jetzt besonders wichtig sind! Das alles verrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Seit dem Kursrutsch von Anfang Februar konnten sich die weltweiten Aktienmärkte stabilisieren. Mehr ist das aber zumindest beim DAX-Index auch nicht, denn nach -1.600 Punkten Kursabschlag konnten davon in den vergangenen 3 Wochen gerade einmal knapp 450-500 Punkte wieder gutgemacht werden.

Dass es nicht mehr wurde, liegt an einem altbekannten Gespenst: Der Zinsangst!

Sie wird hauptsächlich von den USA zu uns getragen. Denn dort hat der designierte US-Notenbankchef Jerome Powell Signale für Zinserhöhungen gesendet. Dass Zinserhöhungen kommen werden, ist nicht neu und war auch in den Kursen weitestgehend eingepreist. Neu ist hingegen, dass Powell einen scharfen Standpunkt vertritt: Er will die Inflation in Schach halten und richtet seine Zinserhöhungen radikal danach aus. Und als dann die um +6,9% angestiegenen Immobilienpreise bekanntgegeben wurden, zittert nun die Börsenwelt vor mehr als 3 Zinserhöhungen (3 waren für 2018 erwartet worden) in 2018.

Plötzliche unerwartete Zinssteigerungen sind Gift für die Börse. Meine Meinung dazu: So lange die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihen in den USA (T-Bonds) nicht über 4,25% steigt, sind Aktien weiterhin attraktiv und eine langanhaltende Baisse gering wahrscheinlich. Und sie liegt aktuell bei etwa 3,15%.

Korrektur ja, Baisse nein! Fakt: Für die Kursentwicklung an den Märkten wird in den kommenden Wochen und Monaten wieder verstärkt auf Inflationsdaten geschaut und mit großen Ohren auf die Ausführungen des FED-Chefs Jerome Powell gelauscht.

Schauen wir zunächst auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

DAX arbeitet sich an den Widerstand bei 12.625 Punkten heran

Nach dem Tiefpunkt am 09. Februar, der nachbörslich sogar unter der 11.900er Marke lag, konnte sich der DAX-Index sachte, aber stetig stabilisieren (blaue Trendlinie). Beobachten sollten Sie jetzt vor allem die Widerstandslinie bei 12.625 Punkten (rote Horizontale).

Gelingt dem Index hier ein Sprung darüber, dann wäre zunächst der Weg frei für weitere Zugewinne. Bis zur 13.150er Punkte-Marke (schwarzer Widerstand) könnte die Erholung dann dynamisch durchlaufen. Hier brach er Anfang Februar hindurch und begann seine steile Talfahrt. Zwischen 12.625 und 13.150 Punkten sind im Kurzfristchart keine nennenswerten Widerstände sichtbar (Im 1-Jahreschart taucht noch die 12.925 auf).

Nach unten bleibt die 12.000 zu beachten. Hier darf er nicht durchrauschen, ansonsten droht Ungemach.

Das ist im mittelfristigen 1-Jahres-Chart vom DAX-Index besser erkennbar:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Wichtige Grenzmarken: oben 12.925, unten 11.900/12.000.

Im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index erkennen Sie den steilen Absturz des DAX-Index. Nach Bruch der 13.150er Marke gab es kein Halten mehr. Da wurde die 12.925er Marke direkt mitgerissen. Den Rest des Liedes kennen Sie.

Die 12.925er Marke (rote Linie) fungiert nun auch als erster großer Widerstand, wenn dem DAX der Sprung über die im Kurzfristchart besprochene 12.625er Marke gelingen sollte.

Doch genauso fest ist im Chartbild die 11.900er Marke etabliert (grüne Linie). Sie sehen die beiden jeweils gut 2 Monate andauernden Bewegungsabläufe im vergangenen Jahr an dieser Marke. Und nimmt man den intraday-Tiefpunkt der vergangenen Abwärtsbewegung, dann passt dieser ebenfalls genau in das Bild und stellt bereits den dritten erfolgreichen Test dieser sehr wichtigen Marke dar.

Nach unten durchsacken sollte er hier keinesfalls, ansonsten dürfte der Index in neue Abwärtsregionen durchgereicht werden.

Fazit mittelfristig: 11.900 hat gehalten. 12.625er Marke muss geknackt werden, um Umkehrformation zu vollenden.

Bitte dennoch die 11.900 mit Argusaugen beachten. DAX-Trader sollten hier Ihre Stoppmarken einziehen.

Abschließend noch die Analysedes langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index:

 

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Mittelfristtrend zerstört, Langfristtrend vollkommen intakt!

Eines ist sicher: Der übergeordnete Langfristtrend ist weiterhin auf langfristige Sicht vollkommen intakt (blauer Trendkanal). Innerhalb dieses sehr breiten Trendkanals könnte der DAX-Index nun einen neuen flacheren Trend ausbilden (Grüner Trend).

Sollte dies tatsächlich geschehen, dann werden wir in 2018 noch tiefere Kurse im DAX-Index sehen. Wichtig ist zunächst einmal, ob der DAX-Index seinen Boden findet. Die angesprochene 11.900er Marke ist bereits besprochen worden. Im ungünstigsten Falle eines Unterschreitens wären da die 11.500 und die 10.800 zu nennen. Dort verläuft auch aktuell die untere Begrenzung eines möglichen neuen Trendkanals.

FAZIT: Gute Chancen auf einen Boden. Nach oben aber erst Entwarnung, wenn die 12.625 überschritten wird. Bleiben Sie wachsam an der 11.900er Marke.

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!