DAX wieder im Aufwind und ein charttechnischer Kniff

Der DAX feierte gestern ein beeindruckendes Comeback:

Zunächst ging es am Dienstagmorgen vom Schlusstand am Montag bei 9.842 auf 9.773 runter. Doch dann legte der deutsche Leitindex eine Rallye hin, die ihn bis Handelsschluss auf 10.057 Zähler führte.

Das Tageshoch lag mit 10.077 sogar noch 20 Punkte höher. Somit kletterte der DAX gestern satte 300 Zähler!

Dabei kamen Tagestief und Tageshoch nicht von ungefähr zustande, wie Sie der ersten Grafik entnehmen können:

DAX 30: Konsolidierung beendet!

dax 30 tages-chart 1-25-05-2016

DAX 30: Die Konsolidierung ist beendet!

Beide Marken bildeten nämlich im Wonnemonat Mai scheinbar unüberwindbare Unterstützung bzw. Widerstand (pinkfarbene Linien). Heute Morgen bricht der DAX aus dieser dreiwöchigen Seitwärts-Bewegung nach oben aus (gelber Kreis).

Beim 50-Tage-Momentum hatte sich dies durch die gestrige Entwicklung bereits angekündigt: Der seit dem 21. April gültige Abwärtstrend wurde nach oben durchbrochen (blauer Kreis).

Damit hat sich meine Einschätzung vom vergangenen Donnerstag als zutreffend erwiesen:

„Kurzfristig ist der Aufwärtstrend des deutschen Leitindex unterbrochen. Er ist indes Teil des übergeordneten mittelfristigen Trends und der zeigt seit Ende März nach oben.“

Nun laufen also der kurz- und mittelfristige Trend wieder „synchron“.

Alter Aufwärtstrend kaputt – was nun?

Der Chart zeigt uns jedoch noch mehr: Der von mir eingezeichnete Aufwärtstrend wurde durch die Konsolidierung unterbrochen. Kann der DAX in den nächsten Tagen ein neues Jahreshoch markieren, dann müsste dieser Trend neu justiert werden.

Es bestand indes schon vorher eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass der DAX genau dort seine Konsolidierung beendet, wo es nun auch tatsächlich stattgefunden hat.

Ein kleiner charttechnischer „Kniff“

Dazu zeige ich Ihnen jetzt meinen kleinen charttechnischen „Kniff“:

dax 30 tages-chart 2-25-05-2016

Charttechnischer „Kniff“: Aufwärtstrend-Linien ziehen in umgekehrter Reihenfolge

Die grüne Linie verkörpert den ehemaligen Aufwärtstrend, die gestrichelte grüne Linie bildete, als Parallele dazu, den früheren Trend-Kanal ab.

Auffällig ist dabei, dass das letzte Hoch (blauer Kreis) nicht mehr an die Oberseite dieses Trend-Kanals heran reichte. Dies ist häufig ein charttechnisches Signal, dass die Aufwärtsbewegung „ermüdet“.

Trend-Linien sollten jedoch so viele Berührungspunkte wie möglich besitzen: Und hier kommt mein charttechnischer „Kniff“ ins Spiel:

Ziehen Sie eine Linie durch die Hochpunkte (gelber und blauer Kreis). Wenn Sie nun die dazu gehörige Parallele durch den Ausgangspunkt des ehemaligen Aufwärtstrends ziehen, erhalten Sie eine Vorstellung wo die Korrektur enden könnte.

Das sehen Sie nun in der dritten Grafik:

dax 30 tages-chart 3-25-05-2016

Die Parallele zur Trend-Kanal-Oberseite passt perfekt als neuer Aufwärtstrend!

Fazit

Überraschung, Überraschung!

Die Parallele läuft exakt durch das gestern markierte Tagestief. Und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass diese Trend-Linien in den kommenden Wochen den neuen Trend-Kanal für den DAX 30 bilden.

Mir ist bewusst: Die hier gezeigte „Methode“ widerspricht der eigentlichen Logik für das Zeichnen einer Aufwärtstrend-Linie. Üblicherweise ziehen wir ja erst die Aufwärtstrend-Linie und bilden dann daraus die Parallele für den Trend-Kanal.

Hierbei geht es aber auch nur darum, eine Idee dafür zu bekommen, wo eine Korrektur oder Konsolidierung enden könnte. Voraussetzung ist, wie in meinem Beitrag vom vergangenen Donnerstag analysiert, dass der übergeordnete Trend weiterhin intakt ist.

Die Methode und die Erkenntnisse daraus basieren auf meiner langjährigen charttechnischen Erfahrung. Ich habe mit diesem „Kniff“ schon etliche Male erfolgreich das tatsächliche Ende einer Konsolidierung analysieren können.

Vielleicht nützt er Ihnen ja künftig auch bei Ihren eigenen Chartanalysen.

25. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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