DAX: Wirecard steigt auf, die Commerzbank ab

Die deutsche Aktien-Index-Landschaft wird sich demnächst deutlich verändern. Hier ein Überblick über die Änderungen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Jetzt ist es offiziell: Sie werden sich von einem DAX-Urgestein verabschieden müssen! Gestern wurde bekannt, dass der Zahlungsdienstleister Wirecard in den DAX aufsteigt und die Commerzbank, ein Gründungsmitglied des DAX, den deutschen Leitindex nach 30 Jahren erstmals verlassen muss.

Daneben wird es zukünftig weitere Änderungen geben. Bereits im Mai dieses Jahres hat die Deutsche Börse, die Betreibergesellschaft der bekannten deutschen Aktien-Indizes DAX, MDax, SDax und TecDax, Änderungen für die Aufnahme von Unternehmen in die Indizes MDax, SDax und TecDax bekannt gegeben.

Was sich in MDax, SDax und TecDax ändert

Künftig wird die Trennung nach den Segmenten Tech und Classic aufgehoben. Somit können auch Unternehmen des Technologie-Segments in den MDax oder SDax aufgenommen werden. Zum anderen können DAX-Unternehmen, die den Technologie-Sektoren zugeordnet sind, auch in den TecDAX-Index aufgenommen werden.

Weiterhin werden die Indizes MDax und SDax vergrößert: Die Zahl der Werte im MDax steigt von bislang 50 auf 60 und im SDax von bislang 50 auf 70. Der TecDAX wird weiterhin aus 30 Unternehmen bestehen. Diese können aber, wie schon angedeutet, neben dem TecDax auch in einem der anderen 3 Indizes (DAX, MDax und SDax) gelistet sein.

Änderungen treten am 24. September in Kraft

Die neue Methodik wird erstmalig zur September-Verkettung angewandt und somit ab dem 24. September in der Indexberechnung reflektiert. Mit der Erhöhung des MDax auf 60 Werte und des SDax auf 70 Werte werden nach Angabe der Betreibergesellschaft Deutsche Börse sowohl die Repräsentativität der Indizes sowie weiterhin die hohe Liquidität und Handelbarkeit sichergestellt.

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Seit dem 18. Juni veröffentlicht die Deutsche Börse bereits sogenannte Schattenindizes, die die Indizes MDax, SDax und TecDax nach dem neuen Regelwerk abbilden und die aktuellsten Daten berücksichtigen. Sie ermöglichen vor allem den großen Investoren einen Ausblick hinsichtlich der Auswirkungen auf Risiko und Rendite.

Die Berechnungen basieren auf historischen Rückrechnungen, geben jedoch noch keinen Aufschluss über die künftige Zusammensetzung der Indizes. Die tatsächliche, neue Zusammensetzung des MDax, SDax und TecDax wird sich also erst zeigen, wenn die neuen Regelungen in Kraft treten.

Die Schattenindizes werden zeitlich befristet bis zum Inkrafttreten der neuen Methodik am 24. September 2018 berechnet und werden ausschließlich zu Informationszwecken veröffentlicht.

Ausblick: Ich werde über die Veränderungen im Detail berichten

Über das, was sich nach Inkrafttreten der neuen Regeln in den einzelnen Indizes tut, werde ich im Detail berichten, sobald Fakten vorliegen. Erste Meldungen dazu konnten Sie heute bereits finden. So teilte beispielsweise das TecDax-Mitglied Isra Vision mit, dass es demnächst auch im SDax vertreten sein wird.

Was bedeutet ein Index-Aufstieg oder Index-Abstieg für Ihr Depot? Früher war es beliebt, die Absteiger zu verkaufen und dafür die Aufsteiger zu kaufen. Doch diese Strategie hat in den vergangenen Jahren nur mäßige Erfolge gebracht. Speziell einige DAX-Aufsteiger haben an der Börse enttäuscht (z.B. MLP, Hypo Real Estate, K+S, Salzgitter und ProSiebenSat1). Daher sind die fundamentalen Aussichten wichtiger als die reine Index-Zugehörigkeit.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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