DAX zurück auf 11.000 Punkte: Ein erfreuliches Szenario

Seit Jahresbeginn hat der DAX in der Spitze um 23% zugelegt. Eine erstklassige Performance in nicht mal einem Quartal.

Allerdings mache ich mir langsam Sorgen, dass es zu schnell nach oben geht. Und damit stehe ich nicht alleine da: Es mehren sich die Stimmen, die eine Korrektur befürchten bzw. begrüßen würden.

Je länger es so steil aufwärts geht, desto höher die Crashgefahr

„Eine Korrekter begrüßen“ mag Ihnen vielleicht seltsam vorkommen. Doch wenn Sie längerfristig denken, werden Sie die Vorzüge erkennen:

Bekanntlich geht jedem Crash eine Übertreibung nach oben voran. Soweit ist es sicherlich noch nicht, aber wenn es in dem Tempo weiter geht, – und wir 2015 noch mehrere runde Marken im DAX knacken – dann droht uns irgendwann der nächste große Rückschlag, ähnlich wie 2008 oder 2011.

Eine Korrektur würde dem Markt gut tun

Dann doch lieber kurzfristig ein kleiner Rücksetzer, der mittel- und langfristig Luft für neue Höchststände schafft. Ein Rücksetzer in den Bereich von 11.000 bis 11.500 Punkten wäre leicht zu verschmerzen und würde dem Markt sicherlich gut tun. Schließlich wäre dann die Gefahr einer Überhitzung erst einmal gebannt.

Die Korrektur würde eine gesunde Portion Skepsis in den Markt bringen und verhindern, dass Anleger ihre Aktienquote zu schnell hochfahren. Denn wer soll die Kurse noch mit Käufen nach oben treiben, wenn alle schon investiert sind?

Auch eine längere Seitwärtsbewegung wäre möglich

Alternativ könnte der DAX aber auch in eine Seitwärtsbewegung übergehen, also einige Monate um die Marke von 12.000 Punkten herum pendeln. Dies hätte einen ähnlichen Effekt auf die Anlegerstimmung. Und wenn im Herbst die saisonal starke Börsenphase beginnt, könnte sich die Aufwärtsbewegung dann fortsetzen.

Beide Szenarien wären mir jedenfalls unter der Langfristperspektive lieber als eine Fortsetzung des ungebremsten Aufwärtstrends.

Auf eine Korrektur wetten? Lieber nicht!

Natürlich könnten Sie mit der Wette auf eine Korrektur (sprich ein Short-Hebelpapier kaufen) gutes Geld verdienen, wenn sie denn kurzfristig eintritt. Davon würde ich Ihnen jedoch abraten.

Denn die bisherigen Korrekturversuche im laufenden Jahr waren alle beendet, bevor sie richtig losgegangen sind – und kurze Zeit später stand der DAX wieder auf einem neuen Hoch.

Aus diesem Grund halte ich es für zu riskant, kurzfristig auf fallende Kurse zu spekulieren. Denn selbst wenn eine Korrektur überfällig ist, so lässt sich der Zeitpunkt einfach nicht zuverlässig vorhersagen.

Für eine Wette auf fallende Kurse – mitten in einem Aufwärtstrend – brauchen Sie schon eine Menge Glück beim Timing und darauf würde ich mich an Ihrer Stelle nicht verlassen.

Kaufen Sie stattdessen lieber in der Korrektur gute Aktien günstig ein, damit haben Sie bessere Chancen auf Gewinne.

24. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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