Dax zurück in der Gewinnzone

Nun also doch: Der schwache US-Arbeitsmarkt lässt die Anleger in Frankfurt verspätet jubeln. Nachdem sie den Leitindex am Donnerstag noch ins Minus geschickt hatten, ging es heute steil aufwärts. Der Dax schloss 1,3 Prozent fester bei 12.123 Punkten.

Hintergrund war der US-Arbeitsmarkt, der sich zuletzt deutlich schwächer entwickelte als gedacht. Es wurden gerade einmal halb so viele neue Stellen geschaffen wie erwartet, dies ging aus dem am Freitag veröffentlichten offiziellen Bericht hervor.

Die Entwicklung am Jobmarkt ist allerdings ein ausschlaggebender Faktor für die weitere Zinspolitik der US-Notenbank. Eine Anhebung des Leitzinses wird eigentlich für Mitte 2015 erwartet. Sollte sich die Konjunkturentwicklung nun spürbar eintrüben, könnte der Zeitpunkt der Zinswende nach hinten verschoben werden – was aus Sicht vieler Anleger wünschenswert wäre.

Energiewerte holen auf

Angesichts solch guter Nachrichten notierten nahezu alle Einzelwerte im Plus. Besonders kräftig konnten die Energieriesen zulegen, die – entgegen der allgemein starken Marktentwicklung – in diesem Jahr bislang insgesamt Kursverluste verzeichneten.

Insofern waren sie zuletzt besonders günstig zu haben und eroberten nun die Dax-Spitze. RWE-Papiere verteuerten sich um 4 Prozent, gefolgt von Eon mit einem Aufschlag von 3,9 Prozent.

Mit etwas Abstand zu den Tagessiegern platzierten sich BASF, Deutsche Post und Infineon auf den Rängen drei bis fünf, ihre Anteilsscheine legten zwischen 2,5 und gut 2,6 Prozent zu.

Autobauer und Lufthansa weiter unter Druck

Einzig BMW, Daimler und die Lufthansa rutschten in die Verlustzone. BMW fiel weich mit einem minimalen Minus, Daimler hatte einen Tagesverlust von 0,7 Prozent zu verschmerzen. Mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent gehörte auch Volkswagen zu den schwächsten Dax-Werten.

Die Lufthansa kämpft unterdessen weiterhin nicht nur mit den seit langem bestehenden Problemen, sondern mehr und mehr auch mit ihrem eigenen Krisenmanagement in puncto Germanwings-Absturz. Während Konzernchef Carsten Spohr sich in den ersten Tagen nach der Katastrophe mehrfach persönlich öffentlich äußerte, ist es nun ruhiger geworden um die Führungsspitze.

Weitere Analysten stuften die Kranich-Aktie nun herunter, was sich in einem Tagesverlust von 1,9 Prozent niederschlug.

Bald rücken die Unternehmenszahlen wieder verstärkt in den Mittelpunkt des Börsengeschehens. Am heutigen Mittwoch läutet Alcoa traditionell die Berichtsaison der US-Unternehmen ein. Die schwachen Arbeitsmarktdaten haben die Hoffnungen auf gute Geschäftsergebnisse allerdings etwas gedämpft.

8. April 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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