DAX30: BASF korrigiert Prognose nach unten

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Der im DAX notierte Chemiekonzern BASF musste gestern Abend seine Ziele für das laufende Jahr zusammenstreichen. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Die aktuelle Berichtssaison, in der die Unternehmen ihre Halbjahreszahlen vorlegen, hat noch gar nicht begonnen und schon liegen einige Gewinnwarnungen auf dem Tisch. Die jüngste Gewinnwarnung lieferte gestern Abend der im DAX notierte deutsche Chemiekonzern BASF.

Das in Ludwigshafen ansässige Unternehmen teilte mit, dass die deutlich schwächer als erwartete globale Industrieproduktion die Mengen- und Margenentwicklung von BASF belasten. Zum Hintergrund: Die globale Industrieproduktion wuchs mit aktuell prognostizierten rund 1,5% im 1. Halbjahr 2019 erheblich langsamer als erwartet.

Schwächelnde Automobilindustrie

Besonders deutlich fielen die Wachstumseinbußen in der globalen Automobilindustrie aus. Die globale Automobilproduktion ging in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres um 6% zurück. In China, dem größten Automobilmarkt der Welt, war der Rückgang mit rund 13% sogar mehr als doppelt so hoch wie auf globaler Ebene.

Zusätzlich belastete die schwache Entwicklung des Agrarsektors in Nordamerika, so das Unternehmen. Anders als im BASF-Bericht 2018 angenommen, haben sich die Konflikte zwischen den USA und ihren Handelspartnern, insbesondere China, bislang nicht entschärft.

Vorläufige Zahlen

Die vorläufigen Zahlen des 2. Quartals 2019 liegen in diesem Umfeld deutlich unter den aktuellen Analystenschätzungen sowie den Erwartungen von BASF zu Jahresanfang. Der Umsatz verringerte sich in den Monaten April bis Juni des laufenden Jahres um 4% auf 15,2 Mrd. Euro.

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Der operative Gewinn (EBIT) vor Sondereinflüssen betrug im 2. Quartal voraussichtlich 1 Mrd. Euro und lag damit um 47% unter dem Wert aus der Vorjahresperiode. Der Rückgang des operativen  Ergebnisses resultiert nach Unternehmensangaben vor allem aus den im Vergleich zum Vorjahresquartal signifikant gesunkenen Ergebnissen der Segmente Materials, Chemicals und Agricultural Solutions.

Das nicht bereinigte EBIT lag mit 0,5 Mrd. Euro sogar um 71% unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Ursächlich für den im Vergleich zum bereinigten EBIT noch stärkeren Rückgang waren vor allem Einmalkosten und außerplanmäßige Abschreibungen. BASF hat also das schwache Umfeld genutzt, um zusätzlich noch einige Altlasten zu entsorgen.

Neue Prognose für 2019

Aufgrund des deutlich schwächer als erwarteten Geschäftsverlaufs im 2. Quartal 2019 sowie einer Verlangsamung des globalen Wachstums und der Industrieproduktion geht BASF nunmehr von einem deutlichen Rückgang des EBIT vor Sondereinflüssen von bis zu 30% aus.

Bisher wurde sogar noch ein leichter Anstieg des EBIT (1 bis 10%) vor Sondereinflüssen erwartet. Daneben erwartet das BASF-Management nun einen leichten Rückgang des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr. Bisher wurde ein Umsatzplus von 1 bis 5% erwartet.

Meine Einschätzung zur BASF-Aktie: Antizyklisch agierende Anleger mit Weitblick können bei den derzeit günstigen Kursen zugreifen. Wenn sich die globale Konjunktur erholt, wird auch die operative Geschäftsentwicklung von BASF anziehen und damit auch die BASF-Aktie wieder in Schwung kommen.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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