DAX30: Continental kappt Jahresprognose

Die Aktie des deutschen Autozulieferers und Reifen-Spezialisten Continental gab heute deutlich nach. Erfahren Sie jetzt warum. (Foto: Nils Versemann / Shutterstock.com)

Das erleben Sie im deutschen Leitindex DAX selten: ein zweistelliges Kursminus. Der im DAX notierte deutsche Autozulieferer und Reifen-Spezialist Continental hat heute seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten angepasst. Die Folge: Die Conti-Aktie gab um rund 13% nach und war heute der größte Tagesverlierer im deutschen Leitindex DAX.

Bevor ich gleich ausführlich auf die Continental-Aktie eingehe, zunächst zu den Gründen für die Kürzung der Umsatz- und Ergebnisprognose und dazu, wie die neuen Prognosen im Detail aussehen.

Gründe für die Prognosekürzung

Laut Mitteilung des Unternehmens führten reduzierte Umsatzerwartungen, Kostensteigerungen und Gewährleistungsfälle im 3. Quartal 2018 zu einem Rückgang des bereinigten operativen Ergebnisses (bereinigtes EBIT).

„Aus heutiger Sicht wird für den Zeitraum 1. Juli bis 30. September 2018 mit einem Umsatz in Höhe von rund 11 Mrd. Euro und einem bereinigten operativen Ergebnis in Höhe von mehr als 700 Mio. Euro auf Konzernebene gerechnet“, teilte Conti heute mit.

Darüber hinaus belasten die genannten Sachverhalte nach Unternehmensangaben auch das Abschlussquartal des laufenden Jahres und machen aus diesem Grund nachfolgende Prognoseänderungen für das Geschäftsjahr 2018 notwendig.

Die Prognoseänderungen im Überblick

Statt eines Umsatzes von 47 Mrd. Euro für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Conti-Management jetzt nur noch mit einem Umsatz von 46 Mrd. Euro vor Wechselkurseffekten. Den negativen Umsatzeffekt aus Wechselkursen im Jahr 2018 schätzt Conti aktuell auf rund 1 Milliarde Euro.

Die bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) soll nun bei „mehr als 9%“ liegen. Zuvor wurden „mehr als 10%“ erwartet.

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Der erwartete Umsatz der wichtigen Automotive-Sparte (das Autozuliefer-Geschäft von Conti) wird nun mit rund 28 Mrd. Mrd. Euro vor negativen Währungseffekten beziffert, statt wie bisher mit rund 28,5 Mrd. Euro. Den negativen Umsatzeffekt sieht das Conti-Management für das laufende Jahr bei insgesamt rund 0,5 Mrd. Euro für die Sparte.

Die bereinigte EBIT-Marge der Automotive-Sparte wird in 2018 bei rund 7% liegen. Bisher lag die Prognose bei rund 8,5%. Die bereits angesprochenen Gewährleistungsfälle werden das EBIT mit 150 Mio. Euro belasten.

Die Conti-Aktie im Blickpunkt

Kommen wir nun zur Conti-Aktie. Hier zeigt sich das altbekannte Bild, welches wir im laufenden Jahr schon öfter gesehen haben: Nach einer Kürzung der Umsatz- und/oder Ergebnisprognose werden Unternehmen sehr hart abgestraft, egal, wie sich der Kurs zuvor entwickelt hat und wie hoch oder niedrig die Bewertung zuvor war.

Die Experten von Ernst & Young (EY) haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass deutsche Aktien, die im Prime Standard gelistet sind, nach einer Prognosekürzung innerhalb der ersten Woche durchschnittlich 9% an Wert verloren haben. Bei einer Prognoseanhebung konnten die Papiere der Unternehmen im Schnitt nur um 2% zulegen.

Das zeigt, wie nervös und irrational die Märkte gerade sind, vor allem wenn es um Unternehmen aus der Autobranche (egal ob Zulieferer oder Autobauer) geht. Dass die Conti-Aktie schon vor der heutigen Gewinnwarnung im laufenden Jahr in der Spitze rund 26% an Wert verloren hatte und damit faktisch eine Prognosesenkung schon eingepreist war, interessierte heute offensichtlich keinen. Aktuell notiert die Aktie sogar rund 36% unter ihrem Jahreshoch.

Meine Einschätzung zur Conti-Aktie: Sobald die Märkte im Hinblick auf Autozulieferer und Autobauer wieder etwas rationaler werden, wird sich die zuletzt aufgebaute Unterbewertung in der Branche wieder abbauen. Dann sollten Sie die Conti-Aktie mindestens auf Ihrer Beobachtungsliste haben.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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