DAX30: Deutsche Bank mit Rekordverlust von 6,7 Mrd. Euro

Der deutsche Leitindex DAX musste am ersten Handelstag der neuen Woche leichte Kursabschläge hinnehmen und sackte auf 9.736 Punkte ab. Für das Tagesminus sorgten die beiden Bank-Vertreter im DAX, die Commerzbank (-3,6%) und die Deutsche Bank (-5,5%).

Die Deutsche Bank steckt tief in der Krise. Vor wenigen Tagen meldete das größte deutsche Geldinstitut vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015. Das Ergebnis: Ein Rekordverlust in Höhe von rund 6,7 Mrd. Euro.

Der neue Konzernchef John Cryan schwört seine Mitarbeiter auf „harte Arbeit und Belastungen“ in den kommenden beiden Jahren ein. Der von ihm eingeleitete Radikalumbau des Konzerns sei alternativlos, schrieb Cryan in einer Botschaft an seine Mitarbeiter.

Die Gründe für das Rekordminus

Die erste Jahresbilanz des neuen Deutsche-Bank-Chefs Cryan fällt tiefrot aus. Das Geldinstitut erwartet nach vorläufigen Zahlen einen Verlust in Höhe von 6,7 Mrd. Euro. Das ist der größte Jahresverlust in der Unternehmensgeschichte. Zudem fiel das Minus damit unterm Strich noch größer aus als zuvor erwartet. Analysten rechneten zuvor mit einem Minus von rund 5 Mrd. Euro.

Die Gründe für das Rekordminus sind vielfältig. Zu den Hauptgründen zählen teure Rechtsstreitigkeiten, hohe Abschreibungen (unter anderem im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft) und Kosten für Stellenstreichungen.

Laut Cryan sei der erste Jahresverlust seit der Finanzkrise 2008 (damals waren es rund 3,9 Mrd. Euro) zwar „ernüchternd“, es gehe jedoch darum, die Bank „einfacher und effizienter“ zu machen.

Zudem sollen die Bilanzrisiken verringert werden und die Rechtsstreitigkeiten so rasch wie möglich abgeschlossen werden. „Mit diesen Schritten schaffen wir das Potenzial, uns zu einer starken, effizienten und gut geführten Institution zu entwickeln“, so Cryan.

Sparkurs der Deutschen Bank trifft auch die Mitarbeiter

Auch der Prämien- bzw. Bonustopf bei der Deutschen Bank soll nach einer aktuellen Meldung dem Sparkurs zum Opfer fallen. In einigen Abteilungen werde der Prämientopf für 2015 um bis 30 Prozent kleiner ausfallen als im Vorjahr, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Manager seien mit einer entsprechenden Vorwarnung im Dezember in die Leistungsgespräche mit ihren Mitarbeitern geschickt worden, betonte einer der Insider. Endgültige Klarheit darüber, wie hoch der individuelle Bonus ausfalle, bekämen die Mitarbeiter dann Anfang März.

Deutsche-Bank-Chef zum Thema Bargeldabschaffung

Noch eine interessante Meldung von der größten deutschen Bank: Vor wenigen Tagen meldete sich John Cryan, Chef der Deutschen Bank, zum Thema Bargeldabschaffung zu Wort. Seine These: Bargeld werde in den kommenden 10 Jahren verschwinden.

Zwar bin ich ebenfalls der Meinung, dass Bargeld an vielen Stellen nach und nach verschwinden wird, doch nicht ganz und schon gar nicht weltweit und in den kommenden 10 Jahren.

Meine Einschätzung bleibt unverändert: Bank-Aktien meiden

Sie als Aktionär sollten Bank-Aktien nach wie vor meiden. Denn wo und wann die nächsten Negativ-Schlagzeilen auftauchen oder Milliarden-Strafen verhängt werden, ist völlig unkalkulierbar.

Auch wenn Bank-Aktien zum Teil sehr günstig bewertet zu sein scheinen, sind die Risiken aus meiner Sicht nach wie vor zu groß, als dass sich ein Einstieg anbieten würde. Dies gilt zumindest für Anleger, die nicht bereit sind, größere Risiken einzugehen. In meinen Börsendiensten meide ich daher seit vielen Jahren die unberechenbaren Bank-Aktien.

25. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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