DAX30: K+S auch in der Griechenland-Krise spannend

Am Aktienmarkt gab es heute fast nur Verlierer. Der deutsche Leitindex DAX verlor rund 3,5%, konnte im Tagesverlauf aber zumindest die 11.000-Punkte-Marke verteidigen. Auslöser war die selbstmörderische Politik der griechischen Regierung.

Kurzzeitig müssen Sie am Aktienmarkt mit einem kräftigen Sommergewitter rechnen, doch das dürfte nur wenige Tage dauern. Der sehr stabile Euro-Wechselkurs zeigt bereits, dass die Profi-Investoren nicht an ein schnelles Ende der Euro-Zone glauben. Damit verliert die griechische Regierung ihren letzten Joker (wenn wir gehen, zerbricht der Euro).

Daher meine Empfehlung: Nutzen Sie die Chaostage am Aktienmarkt, um Lücken in Ihrem Depot zu füllen. Ein DAX-Wert verspricht schon in diesem Sommer sehr spannend zu werden.

Diese Meldung war am vergangenen Donnerstagabend ein Paukenschlag: Das kanadische Unternehmen Potash will den deutschen Kali- und Salz-Produzenten K+S schlucken. Die K+S-Aktie ging daraufhin am Freitag mit einem Plus von rund 30% aus dem Handel.

Ein derartiges Plus auf Tagesbasis ist bei einem DAX-Unternehmen äußerst selten. Daher möchte ich heute an dieser Stelle auf dieses Ereignis eingehen und Ihnen die Details und Hintergründe vorstellen.

Details zum Übernahmepoker

Der kanadische K+S-Rivale Potash, der mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 24 Mrd. Euro dreimal so schwer ist wie der DAX-Konzern, sei bereit, etwas mehr als 40 Euro je K+S-Aktie zu zahlen, heißt es aus Finanzkreisen. Das lässt den Schluss zu, dass Potash offenbar Wert auf eine freundliche Übernahme legt.

Ein Teil des Potash-Managements sei aber auch einer feindlichen Übernahme nicht gänzlich abgeneigt, heißt es von einigen Marktkennern. K+S dürfte aber so oder so den üblichen Marktmechanismen folgend das erste Angebot von Potash als zu niedrig ablehnen.

Ein verständliche Reaktion, denn: K+S steht vor der baldigen Fertigstellung eines Großprojektes. Es handelt sich dabei um das Projekt Legacy, ein im Bau befindliches Kaliwerk in Saskatchewan – also vor der Haustür von Potash -, das von Ende 2016 an kostengünstig Kali produzieren und den US- sowie den lateinamerikanischen und asiatischen Markt bedienen soll.

Potash will die Nummer 1 werden

Potash ist gemessen an der Vorjahresproduktion die Nummer 3 der weltweit größten Kali- und Düngemittelproduzenten. Auf den Plätzen 1 und 2 liegen Uralkali aus Russland und Belaruskali aus Weißrussland. Durch die Übernahme von K+S will Potash wieder zur Nummer 1 aufsteigen.

Interessant: Es ist nicht der erste Übernahmeversuch von Potash. Bereits in den 1990er Jahren hatte Potash versucht, K+S (damals: Kali und Salz) für 250 Mio. D-Mark zu übernehmen. Zu dieser Zeit gehörte Kali und Salz noch zu BASF und die Transaktion scheiterte am Widerstand des Kartellamts. Die damalige Situation muss aber keineswegs eine Blaupause für die aktuelle Situation sein.

K+S-Aktionäre profitieren

Im Falle einer Übernahme sollten die K+S-Aktionäre mit großer Wahrscheinlichkeit noch mehr für ihre Anteile erhalten als den aktuellen Kurs der Aktie. Denn Potash wird Insidern zufolge bereits im ersten Schritt mehr als 40 Euro und damit auch mehr als den aktuellen Kurs je K+S-Aktie bieten.

Zudem könnte es zu einer Aufstockung kommen, da das K+S-Management eine erste Offerte sehr wahrscheinlich ablehnen wird und ein Angebot in Höhe von 40 Euro nach Meinung vieler Analysten allenfalls den fairen Wert der Aktie – also ohne Übernahme-Prämie – widerspiegelt. Daher sei mit einem höheren Angebot zu rechnen, was dann auch eine Übernahme-Prämie beinhaltet.

Mehr zu K+S und zur geplanten Übernahme durch Potash erfahren Sie in meinem Börsendienst „Depot-Optimierer“, denn in diesem Dienst befindet sich die K+S-Aktie seit einiger Zeit auf der Empfehlungsliste.

29. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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