DAX30: Seit heute verstärkt Covestro den Index

Welche Änderungen bei DAX und Co. heute in Kraft getreten sind und welche wichtigen Änderungen es darüber hinaus gibt. (Foto: Deutsche Börse AG)

Dunkle Schatten aus den USA (Drohung Strafzölle und Notenbanksitzung mit Zinserhöhung in dieser Woche) sorgen heute für einen schwachen Wochenauftakt am Aktienmarkt. Sie werden heute in den deutschen Aktienindizes aber nicht nur mehrheitlich rote Vorzeichen sehen, sondern auch einige neue Werte.

Vor 2 Wochen habe ich Ihnen bereits über die Änderungen in den 4 größten und wichtigsten deutschen Aktien-Indizes, DAX, MDax, SDax und TecDax berichtet. Die Deutsche Börse AG, die die Betreibergesellschaft der Indizes ist, hatte die Änderungen am 5. März bekannt gegeben. Heute sind die Änderungen in Kraft getreten.

Daher werde ich die Änderungen noch einmal kurz für Sie zusammenfassen und Ihnen daran anschließend noch über weitere Neuerungen im Zusammenhang mit den Indizes berichten.

Was sich ab heute ändert

Seit heute ist der Kunststoffkonzern Covestro (eine Abspaltung der Bayer AG) im DAX notiert. Aus dem DAX ausgeschieden ist im Gegenzug der Medienkonzern ProSiebenSat1, der dafür in den MDax aufgenommen wurde.

Weitere Änderungen bei der Zusammensetzung des DAX gab es nicht. Dafür hat sich in den anderen Indizes einiges getan. Eine Etage tiefer, im MDax tat sich folgendes: Zunächst einmal hat – wie bereits erwähnt – der DAX-Absteiger ProSiebenSat1 den freiwerdenden Platz von Covestro übernommen.

Zudem wird der MDax seit heute durch den Immobilienkonzern Aroundtown Property und die Startup-Schmiede Rocket Internet verstärkt. Beide waren zuvor Mitglieder im nächst kleineren Index, dem SDax. Ihre Plätze im MDax räumen mussten dafür der Zucker-Produzent Südzucker und der von einem Bilanzskandal erschütterte Handelskonzern Steinhoff.

Südzucker und Steinhoff verschwanden jedoch nicht gänzlich aus der Index-Landschaft, sondern sind seit heute im SDax zu finden. Überdies wurden die Investmentfirma Corestate Capital und der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost Werke in den SDax aufgenommen. Dafür mussten die Modefirma Gerry Weber und der Finanzdienstleister MLP weichen.

Auch im TecDax kam es zu mehreren Wechseln: Der erst im vergangenen Jahr an die Börse gegangene Maschinenbauer Aumann sowie Isra Vision, ein Zulieferer für Industrieroboter, kamen neu in den Index der Technologiewerte. Aumann und Isra verdrängten das auf die Banken- und Finanzbranche spezialisierte Software-Unternehmen GFT und den Telekom- und Netzwerkausrüster Adva .

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Warum Aumann nur kurz im TecDax bleiben wird

Der Maschinenbauer Aumann wird jedoch nur ein kurzes Gastspiel im TecDax haben. Denn es gibt weitere Änderungen seitens des Index-Betreibers Deutsche Börse, die dazu führen werden, dass Aumann voraussichtlich schon im Juni wieder aus dem TecDax fliegen wird.

Die Deutsche Börse hat vor wenigen Tagen die Sektorzuordnungen bei einigen Unternehmen aus dem sogenannten Prime Standard (dem höchsten Börsenstandard in Deutschland) geändert.

Grundsätzlich werden die Unternehmen im Prime Standard in 2 Sektoren eingeteilt: Tech und Classic. Ist ein Unternehmen dem Sektor Tech zugeordnet, kann es nur in den Technologie-Index TecDax aufgenommen werden. Ist ein Unternehmen dem Sektor Classic zugeordnet, kann es nicht im TecDax gelistet sein – dafür aber im DAX, MDax oder SDax.

Das hat zur Folge, dass Aumann bei der nächsten Index-Überprüfung im Juni dieses Jahres aus dem TecDax weichen muss und dafür entweder in den SDax oder vielleicht sogar in den MDax aufgenommen wird.

Auch bei dem aktuell im SDax notierten Geldautomaten-Hersteller Diebold Nixdorf hat sich die Sektoreinteilung geändert. Diebold wurde dem Sektor Tech zugeordnet und muss damit im Juni aus dem SDax weichen.

Eine Aufnahme in den TecDax ist jedoch unwahrscheinlich, da der Wert zu klein dafür ist. Somit dürfte Diebold ganz aus der Index-Familie der Deutschen Börse herausrutschen. Ansonsten gibt es keine Änderungen bei der Sektorzuordnung, die auf die Zusammenstellung der Indizes eine Auswirkung hätten.

Ab September könnte die Deutsche Börse dann ihre Index-Welt komplett neu ordnen. Das wird jedenfalls allgemein erwartet. Sollte es so kommen, würde ich Sie darüber selbstverständlich informieren, sobald es soweit ist.

Abschließend noch ein Hinweis: Wie sich die Änderungen in den Indizes grundsätzlich auswirken können, lesen Sie bei Bedarf im „Schlussgong“ vom 6. März nach.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.