DAX:Jahresrückblick. Ausblick 2014

Ein Wahnsinnsjahr für den DAX! Lesen Sie den Ausblick für 2014! Michael Sturm analysiert, er klärt auf und gibt Tipps. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Das Jahr 2013 war zweifelsohne eines der besten Aktienjahre für den DAX. Mit 25,6% Jahresplus stürmte er nach oben.

Zunächst große Schwankungen

Es gab vor allem in der ersten Jahreshälfte größere Schwankungen, die den einen oder anderen Investor wieder aus dem Markt getrieben haben. Die tollen Gewinne der ersten Monate waren im Juni wieder dahingeschmolzen.

Aber dann kam die große Liquiditätshausse

Ben Bernanke (US-Notenbankchef) half den Märkten im Sommer auf die Sprünge. Sein Liquiditätsprogramm QE3 (Quantitative Easing Teil 3), welches mit Anleihekäufen von 85 Mrd. US$ monatlich massiv Geld in die Märkte pumpte, ließ die Zinsen weiter purzeln. In Deutschland wurden die 2-jährigen Anleihen sogar teilweise mit Negativzins ausgewiesen.

Diese massive Geldflut hatte wenig Anlagealternativen. Die Aktienmärkte profitierten davon und stiegen auf Allzeithochs. Da hat auch die Sorge um die Überschuldung der USA und die Haushaltsschieflagen kaum bzw. nur vorübergehend negativen Einfluss ausüben können. Auch Griechenland, Zypern oder Italien und Spanien, die ständig mit Negativschlagzeilen bezüglich Ihrer Staatsfinanzen aufhorchen ließen, sorgten kaum für Verunsicherung an den Aktienmärkten. Zu stark war der Anlagedruck des billigen Geldes.

Wie geht es nun weiter in 2014?

Wie die charttechnischen Ziele für den DAX aussehen, erörtern wir zunächst am

1-Monatschart des DAX-Index:

DAX Index Chart 301213 1Monat

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Wie an der Schnur gezogen

Anfang Dezember setzte die überfällige Konsolidierung ein. Von etwa 9.425 Punkten im Hoch ging es satte 450 Punkte hinunter. Hier, an der 8.980er Marke machte der DAX eine Punktlandung auf das von mir damals prognostizierte Konsolidierungsziel.

Eine Bodenformation in Form eines Doppelbodens auf Tagesbasis (untere grüne Linie) sorgte für Stabilität im kurzfristigen Bereich.

Damit tauchte der DAX-Index in seiner Gegenbewegung wieder in seine breite Konsolidierungszone ein (rote Zone).

Am 19.12. Jahresendrally mit GAP eingeleitet

Dann, am 19. Dezember, überwand der DAX-Index die Konsolidierungszone. Dabei startete er mit einem beeindruckenden GAP (Kurslücke) über den Widerstand bei 9.225 Punkten. Die anschließende dynamische Entwicklung nach oben machte auch vor dem Widerstand bei 9.400/25 Punkten nur kurz Halt (obere rote Horizontale) Bis heute hat er immer weiter zugelegt und dabei fast täglich neue Allzeithochs markiert.

Steiler schmaler Aufwärtstrend bald zu Ende

Der DAX-Index verfolgt seit der Bodenbildung einen steilen und schmalen Aufwärtstrendkanal (blaue Trendlinien). Dieser verläuft etwas unsymmetrisch und wird immer enger. Am Freitag war er fast schon gebrochen worden. Doch noch einmal bäumten sich die DAX-Bullen auf und führten den Index in den Trendkanal zurück. Man muss aber kein Prophet sein, um festzustellen, dass schon ein schwacher Tag ausreichen würde, um den Trendkanal nach unten zu verletzen und eine Konsolidierung einzuleiten.

Fazit:

Ein maximales Kursziel von 9.750 Punkten, dann erst mal Konsolidierung.  

Longpositionen sollten jetzt mit engen Stopps versehen werden.

Schauen wir uns das 8-Monats-Chartbild an, um herauszufinden, wie der mittelfristige Trend aktuell zu beurteilen ist.

Mittelfristige Analyse

Betrachten wir den 8-Monatschart:

DAX Index Chart 301213 8Monate

DAX-Chart 8 Monate (Tagesbalken)

Trendkanal intakt, Luft wird aber dünner

Der übergeordnete breite Aufwärtsrend (blaue Trendlinien) startete im April dieses Jahres. Unter teils großen Schwankungen ging es rauf zu neuen Allzeithochs.

Nach dem überfälligen „Atemholen“ Anfang Dezember hat der DAX-Index die Luft genutzt, um einen neuen Anlauf in Richtung oberer Trendbegrenzung zu unternehmen (obere blaue Trendlinie). Diese hatte er nämlich seit Mai dieses Jahres trotz der beeindruckenden Rally nicht mehr erreichen können.

Nun steht also mit 9.750 Punkten das Ziel obere Trendbegrenzung fest

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Der Jahreswechsel kommt dem DAX-Index dabei in die Quere. Oder er kommt ihm zugute! Fakt ist aber, nach Erreichen dieser Trendbegrenzung ist vorerst Schluss mit dem atemlosen Anstieg. Der Index braucht dringend eine Konsolidierung, um nicht gleich zu Jahresbeginn 2014 in eine Blase zu laufen.

MACD mit Parallelen zeigt an: Im Januar wird konsolidiert

Der Moving Average Convergence Divergence, kurz MACD (hellblaulilafarbener Kurvenverlauf unterhalb des Chartbildes) ist ein sehr guter Indikator für den Zustand des Marktes. Ein Kaufsignal entsteht beim Kreuzen der hellblauen Linie durch die lilafarbene Linie von unten nach oben, ein Verkaufssignal umgekehrt.

Wir erkennen mehrere Parallelen zur Bewegung Juli bis Oktober 2013. Nach einer Seitwärtsphase ging es zunächst bergab und dann steil hinauf, bevor der Index und auch der MACD sich 4 Wochen abkühlen mussten. Wiederholt sich das Muster (schwarze Zickzack-Linie unterhalb des Chartbildes), dann steht uns im neuen Jahr nach einem

Fazit mittelfristig:

–  Heranlaufen an die obere Trendbegrenzung des Aufwärtstrends

–  Die 9.750 als maximales Ziel

–  MACD deutet auf Konsolidierung im Januar hin

Längerfristige Analyse

Betrachten wir noch kurz die Kursentwicklung des DAX-Index im 5-Jahreschart:

DAX Index Charts 301213 5Jahre

DAX-Chart 5 Jahre (Wochenbalken)

Wow! Jahresende auf Jahreshoch?

Nach dem Megacrash in 2011 konnte sich das Aktienbarometer stabilisieren und eine Aufwärtsbewegung etablieren. Sie verläuft unter teils großen Schwankungen von 1.000 Punkten. Die Überwindung der übermächtigen 7.500 Punkte-Marke kann als Startschuss für die Jahreshausse gewertet werden. Diese Marke wird der DAX so schnell nicht wieder brechen. Auch für den Fall eines Crashs wird diese Marke einen guten  Halt bieten!

Box 9.000 – 9.750 für den Jahresstart 2014, danach über 10.000!

9.000 Punkte bieten ein Maximales Tief für die kommenden Wochen. Nach oben werden die Ziele mit 9.750 definiert. Danach ist nach einer Weile des „Luftholens“ in der genannten Box (schwarz schraffierter Bereich) ein neuer Aufwärtsschub sehr wahrscheinlich. Die 10.000 Punkte werden wir mit Sicherheit im ersten Quartal  2014 sehen!

Fazit längerfristig:

Rückschläge in den Bereich 9.000 Punkte zum Kauf nutzen mit Ziel 10.000 Punkte.

Wenn wir einen abschließenden Blick auf den historischen DAX-Chart werfen, wird schnell klar, wie positiv sich die Entwicklung in 2013 auf die DAX-Zukunft ausgewirkt hat:

DAX 3012 historisch

DAX-Chart historisch

Kurse von 12.000 drin!

Der DAX-Index hat in 2013 einen seit 13 Jahren bestehenden massiven Widerstand herausgenommen. Der Zipfel am rechten Ende ist ein historischer Startschuss für eine noch 2-3 Jahre weiter andauernde Rally. Naturgemäß kommt es immer mal wieder zu größeren Rückschlägen, die durchaus einmal 1.000 Punkte umfassen können. Aber genau diese Rückschläge sind es, die man dann kaufen muss!

Allgemeines Fazit:

Charttechnisch sieht der DAX hervorragend aus. Rückschläge sind Kaufgelegenheiten. Im Januar kann es zu einer Konsolidierung kommen. Diese wird nicht sehr groß ausfallen, sollte aber zum Einstieg genutzt werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch nach 2014 und freue mich auf ein spannendes Börsenjahr. Lassen Sie etwas Sekt übrig, denn mit wahrscheinlich bald 10.000 DAX-Punkten werden die Sektkorken erneut knallen.

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

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