DBAG: Aktienkurs trotz starker Zahlen kaum verändert

Gestern habe ich an dieser Stelle u. a. über die mittelständische Beteiligungs-Gesellschaft MBB geschrieben.

Heute möchte ich über eine andere mittelständische Beteiligungs-Gesellschaft aus Deutschland berichten, die vor wenigen Tagen extrem starke Zahlen vorgelegt hat.

Dennoch haben – so behaupte ich – nur die wenigsten von Ihnen davon etwas mitbekommen.

Sollten Sie zu denjenigen gehören, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Denn ich behaupte, dass auch das Gros der deutschen Investoren davon nichts mitbekommen hat.

Zumindest lässt die Reaktion an der Börse nach den starken Zahlen kaum einen anderen Schluss zu.

Die Rede ist von der Deutschen Beteiligungs AG (DBAG).

Das Unternehmen wurde 1965 als Deutsche Beteiligungs-Gesellschaft mbH gegründet und ist damit nach eigenen Angaben das älteste Unternehmen seiner Branche in Deutschland.

Die starken Vorab-Zahlen für das Geschäftsjahr 2015/2016 im Überblick

Vor wenigen Tagen legte die DBAG vorab seine ungeprüften Ergebnisse für das am 30. September zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2015/2016 vor.

Entgegen der bisherigen Prognosen, wonach ein um mindestens um 20% über dem Vorjahres-Ergebnis von 27 Mio. € liegendes Ergebnis in Höhe von 40 Mio. € angepeilt war, zeichnet sich nun ein noch deutlich erfolgreicheres Bild.

Denn nun wird von einem Ergebnis zwischen 48 und 52 Mio. € ausgegangen, das damit noch einmal um 20 – 25% über den vorherigen (bereits angehobenen) Prognosen liegt

Das bedeutet: Die DBAG konnte ihren Gewinn im zurückliegenden Geschäftsjahr annährend verdoppeln!

DBAG profitierte zuletzt stark von positivem Bewertungs-Ergebnis

Besonders gut lief es im 4. Quartal (Juli bis September) des zurückliegenden Geschäftsjahres: In diesem Zeitraum profitierte die DBAG vor allem von einem sehr guten Bewertungs-Ergebnis.

Da die DBAG nach IFRS (internationale Rechnungslegungs-Standards) bilanziert, werden zum jeweiligen Quartals-Ende die gehaltenen Beteiligungen zu Marktpreisen bilanziert.

Das bedeutet: Steigen beispielsweise die Aktienkurse der Beteiligungen der DBAG, steigt auch das Ergebnis der DBAG, da den Beteiligungen in der Quartals-Bilanz ein höherer Wert zugrunde gelegt wird.

Da sich die Aktienkurse vielerorts von Anfang Juli bis Ende September gut entwickelt haben, profitierte die DBAG natürlich auch davon.

Geänderte Dividenden-Politik als möglicher Bremsklotz

Warum aber ist der Kurs der DBAG-Aktie dann nicht kräftig gestiegen, wenn die Ergebnisse zuletzt so positiv ausfielen, werden sich einige von Ihnen fragen.

Auch ich habe mir diese Frage gestellt und möchte meine diesbezüglichen Gedanken jetzt mit Ihnen teilen.

Ein möglicher Bremsklotz könnte die geänderte Dividenden-Politik sein: Die DBAG hat in der Vergangenheit immer einmal wieder hohe Sonderausschüttungen getätigt.

Dies war v. a. dann der Fall, wenn sich die DBAG mit einem hohen Gewinn von einer ihrer Beteiligungen getrennt hat. Denn die Anleger sollten schließlich an diesen Erfolgen beteiligt werden.

Vor einiger Zeit hat die DBAG dann aber angekündigt, dass dies jetzt anders sein soll.

Die DBAG möchte ihre Dividenden-Politik „verstetigen“ und will daher für das Geschäftsjahr 2015/2016 fixe Dividende von 1 € je Aktie ausschütten, die aber in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen soll.

Mit dieser „Verstetigung“ der Dividenden-Politik könnte die DBAG einige Anleger „vertrieben“ haben, die in der Vergangenheit v. a. aufgrund der unregelmäßigen, aber stets sehr üppigen Sonderdividenden auf die Aktie der DBAG gesetzt haben.

Aus meiner Sicht bleibt die Aktie der DBAG trotz geänderter Dividenden-Politik einen Blick wert.

20. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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