Debatte über Grexit wird lauter

Griechenland ist weiterhin das Zünglein an der Waage.

Die entscheidende Frage bleibt weiterhin: kann sich Griechenland in der Eurozone halten oder kommt es zum Grexit?

Speziell zum Grexit existieren ganz unterschiedliche Meinungen innerhalb der EU – das erhöht die Sprengkraft des Themas ungemein.

Jetzt hat der EU-Währungskommissar Pierre Moscovici vor einem Austritt Griechenlands aus dem Euro-Verbund gewarnt. Dieser würde dem ganzen Euro-Raum großen politischen Schaden zufügen.

Der Euro ist seiner Einschätzung nach eine Einheitswährung und wenn nur ein Teil davon herausgebrochen wird, dann nimmt der ganze Währungsraum Schaden davon.

Damit sagt der EU-Währungskommissar genau das, was ich Ihnen schon in meiner Studie zum Euro im Januar geschrieben habe:

Wenn nur ein Land aus dem Euro austritt, dann wird über kurz oder lang der ganze Währungsverbund daran zerbrechen, weil dann das Dogma der „Unauflöslichkeit der Währungsunion“ gebrochen wurde.

Damit verliert der Euro an Vertrauen und löst sich auf.

Vizepräsident EU-Parlaments: „Grexit ruhig riskieren“

Eine andere Sicht der Dinge vertritt ein weiterer hochrangiger EU Politiker:

Nun schlägt der Vizepräsident des Europäischen Parlaments Alexander Graf Lambsdorff vor, einen Austritt Griechenlands aus dem Euro einfach zu riskieren, wenn das Land keine ausreichenden Reformbemühungen zeigt.

Schon im Januar äußerte sich die deutsche Regierung in der Hinsicht, dass ein Grexit hinnehmbar wäre.

An solchen Äußerungen sehen Sie, dass dieser Grexit schon längst beschlossene Sache ist. Man spielt nur noch auf Zeit, während das Ergebnis schon lange feststeht.

An beiden Positionen wird deutlich: Griechenland ist eben das schon erwähnte Zünglein an der Waage der Eurozone.

Die immer lauter werdende Diskussion über einen möglichen Austritt des Landes zeigte mir aber auch:  Hinter den Kulissen in Brüssel werden schon die verschiedensten Szenarien für die Zukunft Griechenlands durchgespielt.

Der Verbleib des Landes in der Währungsgemeinschaft ist auf jeden Fall für uns alle mit großen Kosten verbunden. Die Frage ist nun, wie lange die jeweiligen Regierungen diesen Kurs noch fortsetzen wollen.

Die uneingeschränkte Unterstützung für Griechenland beginnt auf jeden Fall stark zu bröckeln. Ein Austritt des Landes aus dem Euro ist derzeit wahrscheinlicher als niemals zuvor.

Ich bin jedoch der Auffassung, dass Griechenland nicht zu halten ist, weil es ein „Fass ohne Boden“ ist. Das bedeutet für Sie bedeutet, dass Sie sich in jedem Fall gegen einen Eurokollaps absichern sollten.

10. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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