Deere-Aktie: Traktor-Konzern weiter auf der Überholspur

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Der Traktor-Hersteller Deere präsentiert starke Quartalszahlen; die Trendwende ist geschafft. Ein Robotik-Zukauf soll Wachstum bringen. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Sie müssen nicht immer in hochspekulative Aktien investieren, um an der Börse mit satten Gewinnen nach Hause zu gehen.

Auch mit grundsoliden Traditions-Betrieben konnten Sie in den vergangenen Jahren richtig Geld verdienen.

Nehmen Sie beispielsweise Deere, den weltweit größten Hersteller von Landwirtschafts-Geräten:

Nach Vorlage der jüngsten Geschäfts-Ergebnisse haben die Deere-Papiere kräftig angezogen. Seit Anfang 2016 summieren sich die Gewinne in der Aktie mittlerweile auf über 100%.

Deere im Porträt

Falls Sie den Konzern nicht beim Namen kennen – die Produkte des Unternehmens kennen Sie bestimmt.

Denn der Traditions-Konzern mit fast 175-jähriger Firmengeschichte ist der weltweit größte Hersteller von Geräten für die Landwirtschaft.

Vom Ackerbau über die Gartenarbeit bis hin zur Forstwirtschaft deckt die US-Firma mit ihrem Produkt-Portfolio alle Ausrüstungs-Gegenstände ab, die in der Landwirtschaft nötig sind.

Rasantem Wachstum folgte Tal der Tränen

Von 2002 – 2013 schwamm Deere regelrecht auf einer Erfolgswelle:

Die Umsätze kletterten von knapp 14 auf über 36 Mrd. Dollar. Der Gewinn lag in 2013 mit 3,5 Mrd. Dollar auf dem höchsten Niveau der Firmengeschichte (9,36% Gewinn-Marge).

Doch dann kämpfte das Unternehmen mit der Konjunktur-Schwäche auf den weltweiten Land- und Baumaschinen-Märkten.

Durch sinkende Rohstoff-Preise ließ die Investitions-Bereitschaft der Kunden schlagartig und massiv nach.

Die Folgen können Sie bei einem Blick in die Bilanz schnell ablesen: In 2016 erzielte Deere „nur“ noch einen Jahres-Umsatz von 26,6 Mrd. Dollar.

Zugleich lag bei einem Gewinn von 1,52 Mrd. Dollar die wichtige Gewinnspanne nur noch bei 5,72% – und damit deutlich unter dem Niveau der Vorjahre.

Trendwende geschafft

Doch in diesem Jahr zeichnet sich eine beeindruckende Trendwende ab, die auch der Grund für den rasant steigenden Aktienkurs ist.

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Alleine im 4. Quartal, das bis zum 29. Oktober ging, verbesserten sich die Erlöse um 23% auf 8,01 Mrd. Dollar.

Noch imposanter fällt der Gewinn-Anstieg mit einem Zuwachs von 41,6% auf 2,15 Mrd. Dollar aus.

Für das Gesamtjahr 2017 ergibt sich damit ein Umsatz-Plus von 12% auf 29,73 Mrd. Dollar. Die Gewinn-Marge verbesserte sich wieder auf 6,6% vom Umsatz (1,70 Mrd. Dollar).

Besserer Produkt-Mix sorgt für Rückenwind

Gründe für die guten Ergebnisse führte Firmenchef  Samuel R. Allen gleich mehrere an:

Zum einen haben sich der bessere Produkt-Mix und höhere Preise positiv ausgewirkt.

Zum anderen konnten die Liefermengen spürbar nach oben gefahren werden. Insbesondere in Südamerika zogen die Verkäufe von Baumaschinen deutlich an.

Wirtgen-Deal soll im Dezember abgeschlossen sein

Für das kommende Geschäftsjahr zeigt sich der US-Konzern ebenfalls zuversichtlich und peilt einen Gewinn-Zuwachs von 20% auf 2,6 Mrd. Dollar an.

Dazu soll auch der milliardenschwere Zukauf der Wirtgen Group beitragen. Immerhin legt Deere für das privat geführte Unternehmen 4,4 Mrd. € auf den Tisch.

Wirtgen beschäftigt weltweit rund 7 500 Mitarbeiter und betreibt fünf Stammwerke in Deutschland. Mit dem Deal setzt Deere auf eine Ausweitung des Produkt-Portfolios.

Denn Wirtgen ist eigenen Angaben zufolge der Marktführer bei Straßenbau-Fahrzeugen und -Maschinen und machte im vergangenen Jahr 2,5 Mrd. € Umsatz.

Deere investiert in Robotik und Künstliche Intelligenz

Der Wirtgen-Zukauf ist aber nicht die einzige Investition des Traktor-Spezialisten. Im Oktober hat der Konzern die Übernahme von Blue River Technology für 305 Mio. Dollar bekanntgegeben.

Blue River Technology ist ein kalifornisches Start-Up-Unternehmen mit 60 Mitarbeitern. Es setzt Bilderkennungs-Systeme, Roboter-Technik und lernende Maschinen ein.

Damit können Pflanzen erkannt, identifiziert und Maßnahmen punktuell durchgeführt werden.

Blue River hat die Technik bereits erfolgreich für Pflanzenschutz-Geräte entwickelt. John Deere plant sie künftig auch in eigene Anwendungen zu integrieren.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.