Deere trotz bestätigter Gewinn-Prognose massiv unter Druck

Deere: Der US-amerikanische Landmaschinen-Hersteller befindet sich trotz der bestätigten Gewinn-Prognose weiterhin massiv unter Druck. (Foto: Krista Kennell / Shutterstock.com)

“Sell on good news” lautet ein altes Sprichwort an der Börse. Der Spruch beschreibt das Phänomen, dass es oftmals trotz guter Nachrichten zu einem Abverkauf von Aktien kommt.

Gerade konnten Sie dieses Verhaltensmuster bei der Deere-Aktie sehr gut beobachten:

  • Zum einen gehörte diese mit einem Kurs-Plus von 76% seit Jahresbeginn bis vor wenigen Tagen zu den mit Abstand besten Aktien der Wallstreet und war damit anfällig für eine mögliche Korrektur.
  • Zum anderen waren die vorgelegten Geschäfts-Ergebnisse zwar gut, aber offenbar haben die Anleger noch mehr erwartet.

So lässt sich der starke Abverkauf des Weltmarktführers im Bereich Landtechnik erklären. Seit dem Jahreshoch bei 132,41 Dollar sackten die Papiere kräftig in die Tiefe; auf 117 Dollar.

Deere & Company: Der Spezialist für Landmaschinen

John Deere ist sowohl der Name des Gründers als auch die Hauptmarke des US-Konzerns Deere & Company, des Weltmarktführers im Bereich Landtechnik.

Das Unternehmen wurde übrigens bereits im Jahr 1837 gegründet und ist ein wahrer Traditionsbetrieb.

Der Name John Deere wird häufig als Synonym für die Firma verwendet. Zu den weiteren Produkten des Landmaschinen-Herstellers gehören:

  • forstwirtschaftliche Maschinen,
  • Baumaschinen
  • und Geräte zur Rasen- und Grundstücks-Pflege.

Diese werden durch ein internationales Vertriebsnetz weltweit angeboten.

Weitere Marken des Landtechnik-Giganten sind:

  • Deere (Baumaschinen und Motoren),
  • Kemper (Ernte-Vorsätze),
  • SABO (Rasenmäher und Vertikutierer)
  • sowie Frontier (u. a. Geräte für Grünland und Bodenbearbeitung),
  • PartsCountry
  • und Vapormatic (Ersatzteile für Fremdfabrikate).

Boom-Jahre liegen weit zurück

Keine Frage, Deere ist eine internationale Erfolgsgeschichte. Immerhin steigerte der US-Konzern seine Erlöse von 13,9 Mrd. Dollar im Jahr 2002 bis auf knapp 38 Mrd. Dollar im Jahr 2013.

Zugleich markierte das Jahr 2013 mit einem Jahresgewinn von 3,5 Mrd. Dollar (Gewinnrendite: 9,36%) das beste Jahr der Firmengeschichte.

Seither lief es für den Landmaschinen-Spezialist aber eher durchwachsen:

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Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Deere „nur“ noch einen Umsatz von 26,64 Mrd. Dollar und eine Gewinnmarge von 5,72% (Gewinn: 1,52 Mrd. Dollar).

Rückläufige Agrarpreise sorgten für eine stark einbrechende Nachfrage nach Geräten zur Bodenbearbeitung bei den Landwirten.

Trendwende in Sicht

Doch mittlerweile sieht der US-Konzern wieder Licht am Ende des Tunnels:

Alleine in den ersten 9 Monaten kletterten die Erlöse um 16% auf 21,72 Mrd.Dollar in die Höhe. Im Gegenzug verbesserte sich der Gewinn auf 1,64 Mrd. Dollar.

Für Sie zum Vergleich: Im entsprechenden Vorjahres-Zeitraum erreichte Deere gerade einmal 1,23 Mrd. Dollar.

Den Grund für den erfreulichen Anstieg sieht Firmenchef Samuel R. Allen v. a. in der insgesamt höheren Nachfrage nach Landmaschinen.

Besonders Südamerika zeigte einen kräftigen Anstieg und deutliche Zuwächse im Baumaschinen-Sektor.

Zuversichtlich für weiteren Jahresverlauf

Die Maschinen-Umsätze des Unternehmens werden sich 2017 voraussichtlich um ca. 10% erhöhen.

Für das Geschäftsjahr 2017 wird eine Steigerung der Umsätze und Erträge von 11% und ein entfallender Netto-Gewinn von 2,075 Mrd. US-Dollar prognostiziert.

Warren Buffett hat sich bereits verabschiedet

Lange Zeit konnte Deere den Star-Investor Warren Buffett zu seinem Anlegerkreis zählen; seit dem 3. Quartal 2013 hielt er Aktien und stockte seine Position sukzessive auf.

Doch seit dem 2. Quartal 2016 fing Buffett an seine Position wieder abzubauen.

Seit dem 4. Quartal 2016 hat er sich mit einem kleinen Durchschnitts-Gewinn von 12% komplett als Investor aus der Deere-Aktie zurückgezogen.

Einen Großteil der Kursrally hat die Investment-Legende damit verpasst.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.