Deere: Traktorhersteller vergrätzt Anleger mit gesenktem Ausblick

John Deere – shu

Deere: Traktorgigant mit zweiter Gewinnwarnung in drei Monaten. Anhaltender Handelskrieg und schwierige Erntebedingungen belasten (Foto: Nancy Anderson / Shutterstock.com)

Das hörten die Anleger gar nicht gerne: Die anhaltenden Handelskonflikte und schwierigen Aussaat- und Erntebedingungen schlagen bei dem US-Traktorgiganten Deere ins Kontor. Nach rückläufigen Geschäften im letzten Quartal hat der Konzern nun auch seinen Jahresausblick reduziert. Entsprechend enttäuscht zeigten sich die Anleger und schickten die Papiere mit über 4% in den Keller. Damit liegt die Aktie seit dem Jahreswechsel „nur“ noch 13% im Plus und hinkt damit dem S&P 500 Index um mehr als 12% hinterher.

Deere & Company: Der Spezialist für Landmaschinen

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehen, möchte ich Ihnen den Konzern erst einmal näher vorstellen. John Deere ist sowohl der Name des Gründers als auch die Hauptmarke des US-Konzerns Deere & Company, des Weltmarktführers im Bereich Landtechnik. Das Unternehmen wurde übrigens bereits im Jahr 1837 gegründet und ist ein wahrer Traditionsbetrieb. Zu den weiteren Produkten des Landmaschinen-Herstellers gehören: Forstwirtschaftliche Maschinen, Baumaschinen und Geräte zur Rasen- und Grundstücks-Pflege.

Schwierige Marktbedingungen

Allerdings kämpft der Landmaschinenriese momentan mit kräftigem Gegenwind. Auf Grund der Unsicherheiten und schwierigen Erntebedingungen hatten die Landwirte zuletzt ihre Investitionen runtergefahren. Außerdem ist das Finanzierungsgeschäft durch höhere Verluste im Leasinggeschäft unter Druck geraten. Gleichzeitig ist die gesamtwirtschaftliche Lage aber weiterhin positiv. Dies trägt zu höherer Nachfrage bei kleineren Maschinen bei und führte zu soliden Ergebnissen im Bereich der Bau- und Forstmaschinen, der einen Rekord bei Umsatz und Nettogewinn erzielten.

Umsatz rauf, Marge runter

Unter dem Strich erhöhten sich die Umsätze im vierten Quartal um 5% auf 9,89 Milliarden Dollar. Dennoch schrumpfte der Gewinn auf 722 Millionen Dollar zusammen (-8% im Vergleich zum Vorjahresquartal). Unter dem Strich reduzierte sich damit die Gewinnmarge um 1,04 Prozentpunkte auf 7,3%.

Management senkt zum zweiten den Ausblick

Für das Gesamtjahr, das bei Deere schon am 31. Oktober endete, wurde nun der Ausblick gesenkt. Der Umsatz soll jetzt nur noch um 4 anstatt um 5% zulegen. In der Folge wird dann auch der Nettogewinn 100 Millionen Dollar niedriger ausfallen als bisher gedacht.

Im kommenden Jahr rechnet Deere nun mit einem Jahresüberschuss von 2,7 bis 3,1 Milliarden Dollar, der damit niedriger als in diesem Jahr und deutlich unter den bisherigen Analystenschätzungen von 3,46 Milliarden Dollar liegen wird.

Deere investiert in Robotik und Künstliche Intelligenz

Unterdessen will Deere seine Position im Markt der digitalen Landwirtschaft weiter ausbauen. Neben dem milliardenschweren Kauf der Wirtgen Group hat Deere in 2017 mit Blue River Technology ein Start Up für 305 Millionen Dollar übernommen, das sich auf Bilderkennungs-Systeme, Roboter-Technik und lernende Maschinen spezialisiert. Damit können Pflanzen erkannt, identifiziert und Maßnahmen punktuell durchgeführt werden.

Der jüngste Coup war eine Kooperation mit dem Drohnenhersteller Volocopter, mit dem gemeinsam eine Großdrohne für den Pflanzenschutz entwickelt werden soll. Dank der niedrigen Flughöhe können außergewöhnlich große Flächenleistungen von bis zu 6 ha pro Stunde erreicht werden, was zu großen Einsparungen bei den Kunden führen dürfte.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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